Habsthal, Dominikanerinnen
| Kurzbeschreibung: | um 1250 Gründung einer Schwesternsammlung in Mengen – 1259 Güterschenkung in Habsthal, Baubeginn des Klosters, baldiger Umzug – 1266 Ersterwähnung des Klosters Habsthal – 1806 Aufhebung – 1840 Erlöschen des Konvents – 1892 Wiederbesiedlung durch Benediktinerinnen von Hermetschwil Patrozinium: MariaOrdensgliederung: der Jurisdiktion des Bischofs von Konstanz unterstelltKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Mengen; 1821/27 Erzbistum Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: priorissa et conventus in Vriemaengen (1257);1 priorissa et conventus sororum dictarum de Maengen (1259);2 priorissa et conventus sanctimonialum monasterii de Habestale, ordinis fratrum Predicatorum (1276)3 GeschichteHistorische EntwicklungWie zahlreiche Frauenklöster des Mittelalters ging auch der Habsthaler Dominikanerinnenkonvent aus einer Schwesternsammlung hervor. Diese war um die Mitte des 13. Jahrhunderts in Mengen entstanden, wo ihr das sogenannte Amtshaus als Wohnsitz diente. Erstmals erwähnt wird dieser Frauenkonvent 1254, als Graf Hugo von Montfort den Schwestern ein Gut in Weckhofen, an der Straße zwischen Mengen und Rosna gelegen, schenkte.4 1257 verlieh der Konstanzer Bischof Eberhard II. von Waldburg (1248–1274) der Mengener Frauengemeinschaft die Regel des Hl. Augustinus und nahm sie in seinen Schutz.5 Obwohl die Frauengemeinschaft als Schwesternsammlung gegründet wurde, oblagen Visitation und Seelsorge der Frauen den →Dominikanern des Konstanzer Inselklosters. Im Jahr 1259 überließ Pfalzgraf Hugo IV. von Tübingen (1248–1267) den Frauen von Mengen seine Besitzungen im nahe gelegenen Habsthal, um seines und seiner Vorfahren Seelenheils willen, wie es in der Stiftungsurkunde heißt.6 Wohl zugleich übergab Konrad von Bodman seine Güter in Habsthal, die er bis dahin vom Pfalzgrafen zu Lehen getragen hatte, den Frauen.7 Es folgten Bau von Kirche und Kloster sowie der Umzug nach Habsthal. Bereits 1266 werden Priorin und Konvent der Schwestern in Habsthal (Hapstal) in einem Kaufvertrag über einen Hof in Bernweiler schriftlich erwähnt.8 Schirmherren waren zunächst die Pfalzgrafen von Tübingen, gefolgt von den jeweiligen Inhabern der Grafschaft Sigmaringen. Seit 1535 bis zur Aufhebung des Klosters 1806 übten die Grafen, ab 1623 Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen Schirmherrschaft und Hochgerichtsbarkeit über das Kloster aus. Außerdem besaßen sie das Bestätigungsrecht für die Wahl der Priorin. In den Orten Habsthal, Rosna und Bernweiler hatte Habsthal die Grund- und Niedergerichtsherrschaft, hier war die Priorin auch Ortsherrin. Die Verwaltung und Rechtsprechung in diesen Gebieten übernahmen Vögte und Amtsleute, für die die Priorin Elisabeth von Hertenstein 1479 gemeinsam mit dem Grafen Jörg von Werdenberg eine Ordnung erließ. Als Mediatkloster nahm Habsthal innerhalb der österreichisch lehenbaren Grafschaft Sigmaringen eine Sonderstellung ein. Infolge der Auseinandersetzungen zwischen dem Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen und dem Erzhaus Österreich um die Durchsetzung der habsburgischen Territorialhoheit über die Grafschaft Sigmaringen gelangte Habsthal im Laufe des 18. Jahrhunderts zunehmend in die Einflusssphäre Österreichs.9 Bis in die Frühe Neuzeit gehörten dem Habsthaler Konvent vor allem adlige Frauen an. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg traten zunehmend bürgerliche Novizinnen ins Kloster ein. Zum Zeitpunkt der Säkularisation 1806 befand sich unter den 21 Konventualinnen nur noch eine Adlige. Die innerklösterliche Disziplin ließ, zumindest aus bischöflicher Sicht, häufig zu wünschen übrig. Im Grunde sind es zwei Bereiche, die immer wieder für Konflikte sorgen: die Einhaltung der Klausur und die Beziehungen zum weltlichen Umfeld. Die Quellen vermitteln ein Bild, wonach das Kloster keineswegs nur eine Stätte beschaulicher Stille und Frömmigkeit war. Als Wirtschaftsstandort hatte es zwangsläufig zahlreiche Kontakte zum weltlichen Umfeld zu pflegen. In seiner Eigenschaft als geistliche Institution war es jedoch zu Frömmigkeit und klösterlicher Disziplin verpflichtet. Im Spannungsfeld dieser beiden höchst unterschiedlichen Funktionen entstanden Konflikte, die zu einer Flut von Zurechtweisungen, Verordnungen und Erlassen des Konstanzer Bischofs führten. Auch Feste, Tanz und Gesang, denen man in Habsthal keineswegs abgeneigt gewesen zu sein scheint, werden immer wieder, allerdings vergeblich, verboten. Dasselbe gilt für den Aufenthalt im benachbarten Wirtshaus, das sich bei den Konventualinnen großer Beliebtheit erfreute. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde der Habsthaler Konvent von einer inneren Krise erfasst, die den Konstanzer Bischof Hugo von Hohenlandenberg (1496–1529, 1531–1532) zur Reform veranlasste. Am 24. Oktober 1521 erließ er Statuten für das Kloster.10 Habsthal lag zwar im Bereich der Ordensprovinz Teutonia, unterstand aber ausschließlich der Jurisdiktion des Bischofs von Konstanz. Ziel der neuen Klosterordnung war die strengere Einhaltung der Klausur und damit die Reduzierung der Kontakte zu weltlichen Personen, vor allem zu Männern. Um die Trennung von den weltlichen Kirchenbesuchern zu gewährleisten sollte der Frauenchor durch ein Gitter abgetrennt werden, das Tag und Nacht geschlossen blieb und nur für den Priester zur Messe geöffnet wurde. Ferner sollte eine Pforte eingerichtet und ain ersam frow als Pförtnerin eingestellt werden, die ohne Erlaubnis der Priorin niemandem Einlass gewähren durfte. Vor die Pforte zu treten war den Nonnen nur mit Zustimmung der Klosterleitung erlaubt. Keine Frau durfte sich, bei Strafe des sofortigen Entzugs ihrer Pfründe, allein mit einem Mann an einem argkwenischen Ort aufhalten, während der Ausschluss aus dem Orden all jenen Frauen drohte, die sich auf eine gespylschafft einließen. Mangelnde Disziplin gab es offensichtlich auch während des Gottesdienstes. Zuspätkommen sowie unnutz geschwetz oder ander unzuchtig wesen in der Kirche wurde nun mit Kürzung oder Entzug der Brot- und Weinration geahndet. Anlass zu Beanstandungen bot auch die Kleidung der Frauen. Auf ergerlich klaidung wie bunte und ausgeschnittene juppen oder röck sollte ebenso verzichtet werden, wie auf handschlupferle und uppig geschuch. Zahl und Dauer der erlaubten Besuche wurden reduziert, damit das closter nit uberladen wird mit gastung. Die Nonnen durften Besuch von ihren Eltern, Geschwistern und Verwandten 3. Grades empfangen. Ihre Gäste im Kloster zu bewirten war ihnen zwar erlaubt, Zechereien, die in der Pforte und in der Knechtstube stattgefunden hatten, sollten in Zukunft jedoch unbedingt unterlassen werden. Ausdrücklich gelobt werden Priorin und Konvent anlässlich einer Visitation im Juli 1740, als der Generalvikar das Kloster in geistlich wie ökonomisch wohlgeordneten Verhältnissen vorgefunden hatte. Zu seinem besonderen geistlichen Trost und Vergnügen habe er festgestellt, dass die klösterliche Disziplin nichts zu wünschen übrig lasse und die Substantialgelübde einwandfrei beachtet und erfüllt werden. Auch würden die anfallenden Geschäfte gewissenhaft tractiert.11 Im Zuge der territorialen Neuordnung Süddeutschlands durch Napoleon und der Gründung des Rheinbundes wurde das Kloster Habsthal 1806 durch das nunmehr souveräne Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen aufgehoben. Nachdem diesem in Art. 23 der Rheinbundakte Eigentum und Souveränität über das Kloster Habsthal zugesprochen worden war, musste das Kloster sämtliche Besitz- und Herrschaftsrechte an das Fürstenhaus abtreten. Im Gegenzug oblag dem Fürsten von nun an die Versorgung der Klosterfrauen mit einer lebenslangen Pension. Im Pensionsvertrag vom 24. September 1806 wird den 21 Frauen der Verbleib im Kloster zugesichert. Die Priorin erhielt eine jährliche Pension von 570, die Subpriorin von 230 und die 16 Chorfrauen und drei Laienschwestern erhielten jeweils 200 Gulden. Ferner standen den Frauen sowohl individuell als auch zum gemeinschaftlichen Gebrauch Naturalien wie Dinkel, Roggen und Brennholz zu.12 Den Klosterfrauen war es gestattet, weiterhin nach ihren Ordensregeln zu leben und Chorgebet und Chorgesang zu pflegen. Bis 1826 behielten sie auch einen eigenen Beichtvater. Nicht gestattet war jedoch die Aufnahme von Novizinnen. Daher schrumpfte die Klostergemeinschaft in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich. Von 1807 bis 1810 befand sich im Kloster Habsthal ein Mädchenpensionat, das auf Initiative der Priorin Conrada Egger gegründet worden war. Der sinnstiftende Charakter dieses Unternehmens lag zum einen darin, dass jüngere Frauen in dieser Einrichtung eine nützliche Aufgabe finden sollten. Zum anderen wollte die Priorin dem Kloster, das als geistliche Institution keine Zukunft mehr hatte, eine gesellschaftlich anerkannte Funktion geben und damit seinen weiteren Bestand sichern.13 Die Existenz des Habsthaler Mädchenpensionats war von kurzer Dauer. Da die Schule nicht dauerhaft unter der Regie ehemaliger Ordensfrauen betrieben werden sollte, wurde die Umwandlung in eine staatliche Erziehungsanstalt beantragt, was von der Sigmaringer Landesregierung jedoch abgelehnt wurde. Im April 1810 wurde das Habsthaler Mädchenpensionat nach nur dreijährigem Bestehen geschlossen. Mehr als drei Jahrzehnte nach der Säkularisation, im Jahr 1840, wurde der Habsthaler Frauenkonvent endgültig aufgelöst. Mit den sechs Frauen, die zu diesem Zeitpunkt noch im Kloster lebten, wurde ein neuer Vertrag geschlossen, der ihre Versorgung regelte. Jede Frau erhielt eine Pension von 400 Gulden. Der Betrag entsprach im Wesentlichen der Summe der im Kloster bezogenen Leistungen. Die Frauen durften ihren Wohnsitz im In- und Ausland frei wählen. Als letztes Mitglied des Habsthaler Dominikanerinnenkonvents starb die Laienschwester Martha Nahr 1860 in Sigmaringen. Nachdem die Klostergebäude in den folgenden Jahrzehnten als Lehrerbildungsanstalt, als Blinden- und Taubstummeninstitut und schließlich als Haftanstalt genutzt worden waren, kehrte mit dem Einzug der Benediktinerinnen aus Hermetschwil 1892 das geistliche Leben in das ehemalige Kloster Habsthal zurück. Seit 1985 ist das Benediktinerinnenpriorat Unserer Lieben Frau zu Habsthal ein eigenständiges Priorat mit dem Abt von Muri-Gries (Südtirol) als Ordinarius. Besitz und WirtschaftHatte die Stiftung des Pfalzgrafen Hugo IV. die Basis für die Klostergründung und den Aufbau der Grundherrschaft gelegt, ermöglichten weitere Schenkungen und Vermächtnisse sowohl adliger als auch bürgerlicher Wohltäter den Klosterfrauen, ihren Besitz in der Folgezeit kontinuierlich zu vermehren. Mit den Einkünften aus dem geschenkten Besitz konnten die Frauen weitere Güter erwerben. Durch Ankäufe, Zusammenlegung von Gütern und Eingliederung kleiner Höfe in größere Besitzungen wurde der vorhandene Besitz in der Folgezeit planmäßig ausgebaut und arrondiert. Betrachtet man die Entwicklung des Gesamtbesitzes an Grund und Boden in allen Orten, in denen das Kloster begütert war, so lässt sich zwischen 1420 und 1728 ein Zuwachs von rund 78 % verzeichnen. Während sich der Besitz 1420 auf 1.790 Jauchert belief, konnte das Kloster 1728 3.195 Jauchert grundherrschaftlich zugehörigen Grund und Boden sein Eigen nennen. Die Steigerung verlief allerdings nicht konstant: Zwischen 1420 und 1548 ist eine Steigerungsrate von 27,3 % zu verzeichnen. Im 16. und 17. Jahrhundert folgte eine lange Phase der Stagnation mit einem geringfügigen Wachstum von 4,5 %. Der bedeutendste Zuwachs an Grundbesitz, nämlich 34,2 %, vollzog sich in den knapp 50 Jahren zwischen 1682 und 1726/28.14 Damit waren Abschluss und Höhepunkt des grundherrschaftlichen Entwicklungsprozesses erreicht. Die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts kann als Blütezeit in der Klostergeschichte betrachtet werden, in der das Kloster eine Phase innerklösterlicher Stabilität und wirtschaftlicher Prosperität durchlief. Da ein großer Teil des Grundbesitzes ursprünglich aus Schenkungen stammte, handelte es sich zunächst um weit verstreuten Besitz. Im Spätmittelalter war das Kloster in 26, teilweise weit entfernten und auseinander liegenden Ortschaften begütert. Am weitesten entfernt lagen Sipplingen und Überlingen an der südlichen Peripherie des Habsthaler Grundherrschaftsbereichs. Ebenfalls in Randlage befanden sich im Norden und Nordosten Langenenslingen, Hedingen und Ertingen, im Südosten Boms und im Westen Ablach. Das Zentrum bildeten die im klösterlichen Niedergerichtsbezirk gelegenen Orte Habsthal, Rosna und Bernweiler. Obwohl zur Grafschaft Sigmaringen gehörig, lag nur ein geringer Teil des Habsthaler Grundbesitzes auf Sigmaringer Gebiet. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts verfolgte das Kloster eine planmäßige Arrondierungsstrategie, bei der sich aus dem nach allen Richtungen weit verstreuten Grundbesitz ein Kernbereich herauskristallisierte, in dem sich um den Habsthaler Niedergerichtsbereich eine Reihe benachbarter Dörfer gruppierte. Dazu gehören 1728 Rosna, Levertsweiler, Hausen, Jettkofen, Wangen, Einhart, Repperweiler, Ursendorf, Enzkofen, Bremen, Hohentengen, Völlkofen, Friedberg, Herbertingen, Höllstaig, Überlingen und Zielfingen. Dort verfügte das Kloster über insgesamt 63 Höfe, die den Namen einer Heiligen oder einer Blume trugen.15 Seit dem Mittelalter wurden sämtliche Lehen als Falllehen vergeben. Besitzungen in Randlagen wurden dagegen nach und nach abgestoßen: Langenenslingen, Ertingen, Hedingen, Krauchenwies, Ablach, Kirnbach, Boms und Sipplingen. Als periphere Außenposten blieben lediglich Herbertingen im Nordosten sowie Höllsteig und Überlingen im Süden übrig. Im 17. Jahrhundert hatte Habsthal, ausgelöst durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, zunehmend auch mit materiellen Problemen zu kämpfen. Da viele Höfe geplündert worden waren, konnten die Untertanen des Klosters den Abgabenforderungen oft nicht oder nicht in vollem Umfang nachkommen. Da die Natural- und Geldabgaben im Budget fehlten, geriet das Kloster in Schulden und die Klosterfrauen waren zeitweise sogar gezwungen, sich ihren Lebensunterhalt mit Betteln zu verdienen. Eine Phase innerklösterlicher Ruhe und Stabilität erlebte Kloster Habsthal in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es war eine Phase wirtschaftlicher Konsolidierung und Prosperität sowie kontinuierlicher, ungewöhnlich langer Priorate. In dieser Zeit erreichte die Habsthaler Grundherrschaft ihren Höhepunkt und die Klosterkirche erhielt ihre hochwertige Ausstattung. Bibliothek und ArchivMit der Aufhebung des Klosters gelangten dessen Archivalien in das Archiv des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen, das sich heute als Depositum im Staatsarchiv Sigmaringen befindet. Auskunft über das Klosterarchiv kurz vor der Aufhebung bieten zwei dort verwahrte Repertorien aus dem 18. Jahrhundert.16 Bau- und KunstgeschichteLageDie Vierflügelanlage von Kloster Habsthal liegt am westlichen Rand des gleichnamigen kleinen Ortes. Die Kirche nimmt fast drei Viertel des nördlichen Konventsflügels ein. Das umfriedete Areal umfasste auch die Wirtschaftsgebäude, die in Resten im Nordosten des Konventsgevierts erhalten blieben. Kirche und KonventsbautenDie Klosterkirche ist zugleich seit 1825 Pfarrkirche. Teile ihrer fast 750 Jahre alten Grundmauern sind möglicherweise bis heute erhalten. Das 1966 freigelegte spitzbogige Nordportal und das gotische Dreipassfenster im Chor könnten den Brand von 1363 überstanden haben. Von außen wirkt die Kirche schlicht und entspricht somit der Tradition der Bettelorden. Mit ihrem langen Satteldach fügt sie sich unauffällig in die Gebäudegruppe ein. Nach außen hebt sie sich nur durch ihre langen Rundbogenfenster vom übrigen Klostergeviert ab. Neben den drei neuen Glocken aus dem Jahr 1960 besitzt sie eine gotische Wetterglocke aus dem 14. Jahrhundert mit der Schulterinschrift MARIA GOTES CELLE HAB IN DINER HUT WAS ICH UBER SCHEL.17 Der Grundstein für die Vierflügelanlage auf quadratischem Grundriss mit rund 48 Metern wurde 1259 gelegt. Am 19. November 1363 fiel das Kloster einem Brand zum Opfer und wurde in exakt einjähriger Bauzeit über den ursprünglichen Grundmauern wieder aufgebaut: 1363 ist vor St. Elisabethentag das ganze closter in die aschen gerathen, ain jahr hernach aber an selbigen tag ist widerumb die kirchweyh gehalten worden.18 Mit dem Abbruch einer spätgotischen Chorkapelle setzte 1680 die Barockisierung der Klosteranlage ein. Zwischen 1681 und 1685 erfolgte der Neubau der drei nach Osten, Westen und Süden gelegenen Konventsflügel nach den Plänen des Dominikanerbruders Euprepius. Die Bauarbeiten leitete der Baumeister Jodokus Beer aus Au im Bregenzerwald, der um dieselbe Zeit auch in →Hedingen und →Wald tätig war. Beer übernahm für den Neubau die vorgegebenen Längenmaße, erhöhte die Anlage jedoch um ein Stockwerk.19 Nach dem Auszug der letzten Dominikanerinnen im Jahr 1841 begann man mit dem Ausbau der Konventsflügel zu einer Lehrerbildungsanstalt und einem Waisenheim. Ein weiterer Umbau erfolgte 1855, als im Kloster eine Haftanstalt eingerichtet wurde. Als im Herbst 1892 die Benediktinerinnen von Hermetschwil Einzug im Kloster Habsthal hielten, erfolgten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten, vor allem im Südflügel. Die Klausurmauer wurde wieder aufgebaut und eine Lourdeskapelle errichtet. Materielle Kulturgeschichte, Bauausstattung1691 schuf der Maler Matthäus Zehender das Hochaltargemälde, das an die Gründung des Klosters und seine Stifter erinnert (Abb. 4). Das Gemälde zeigt die Madonna mit den Insignien der Königin. Auf ihrem rechten Arm sitzt das Jesuskind, die rechte Hand zum Segen ausgestreckt. Zu ihren Füßen steht der Hl. Dominikus mit der Weltkugel, auf der die Klosteransicht von 1691 abgebildet ist. Neben dem Ordenstifter kniet Pfalzgraf Hugo, der der Himmelskönigin, zu ihr aufschauend, seine Stiftung mit der Inschrift weiht: »Schütz du das Thaal.« Hinter ihm steht sein Lehensmann Konrad von Bodman. Auf der anderen Bildseite betet König Rudolf zu Maria: »Hab du das Thaal«.20 Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kirche aufwändig im Stil des Rokoko ausgestattet. Dafür konnte man einen der bedeutendsten Stuckateure und Bildhauer Süddeutschlands gewinnen: Joseph Anton Feuchtmayer. Für die Habsthaler Klosterkirche schuf Feuchtmayer auf der Südseite des Langhauses die Kanzel aus rötlichem Stuckmarmor mit vergoldetem Rocaillezierat. Ihm ist auch der Deckenzierat zu verdanken sowie das Muschelwerk um die Fresken-, Hohlkehlen- und Fensterrahmen, die Rocailleornamente im Chorbogen, die Volutenkapitelle über den Stuckmarmorsäulen unter der Nonnenempore sowie Putten am Hochaltar und an der Kanzel. Außerdem stattete Feuchtmayer im Südflügel des Konventsgebäudes zwei Räume mit spätbarockem Deckenstuck aus. Die Motive zeigen den Hl. Dominikus, Katharina von Ricci sowie Genreszenen aus dem Hirtenleben.21 Besondere Beachtung verdienen auch die Fresken des Augsburger Malers Gottfried Bernhard Göz. Das Deckengemälde im Nonnenchor verweist auf die Marienverehrung der Dominikanerinnen. Neben zwei Putten sind 16 Ordensfrauen dargestellt, die das »Salve Regina« singen. Das ovalgeschwungene Hauptbild im Langhaus zeigt den Ordensvater Dominikus, wie er auf den Stufen eines Altars vor Tabernakel, Monstranz und Petrusbüste kniet und einen Marienschild hochhält. Auf dem ovalen Rokokofresko im Altarraum sind die damals bekannten vier Erdteile bei der Verehrung des Allerheiligsten dargestellt.22 BibliographieQuellen: Zingeler 1876/77 (a), (b); 1877/78. Handbücher und Lexika: kloester-bw, Dominikanerinnenkloster Habsthal (Doris Muth). Literatur: Beck 1989; Muth/Kreidler 2005. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
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