Oberried, Benediktiner
| Kurzbeschreibung: | 1237 Gründung eines Zisterzienserinnenklosters mit Nonnen aus Günterstal – 1244 Aufgabe des Standortes – 1252 Neubesiedlung mit Wilhelmiten aus Hagenau im Elass – 1256–1266 Zeitweiser Übergang an die Augustinereremiten – 1507 Vereinigung mit dem Freiburger Konvent der Wilhelmiten – 1682 Wiederbesiedlung nach dem Auszug der Wilhelmiten aus Freiburg – 1725 Inkorporation in die Abtei St. Blasien – 1806 Aufhebung. Patrozinium: MariaOrdensgliederung: Deutsche Provinz der Wilhelmiten; 1725 Priorat der Benediktinerabtei St. BlasienKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel St. Blasien |
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| Beschreibung: | Name: moniales monasterii in Obirriet Cisterciensis ordinis (1242);1 brůderen von Oberiet in dem walde sant Willhelms orden (1292);2 gotshus sanct Marien Kron zu Oberriet im Schwartzwald (1507);3 gotshaus ordinis sancti Guilelmi zu Oberried (1709);4 das löbl. St. Blasianische gotteshaus ordinis sancti Benedicti zue Oberried (1748)5 GeschichteHistorische Entwicklung1237 übertrug Abt Konrad von St. Gallen den Nonnen von →Günterstal Besitz in Oberried, den zuvor Heinrich von Tengen resigniert hatte, um darauf ein Kloster zu errichten.6 In den folgenden Jahren kam es zu heftigen Streitigkeiten zwischen den Frauen und dem St. Galler Propst im Breisgau über Grundbesitz vor allem in Norsingen, die zeitweilig sogar zur Exkommunikation des Konvents führten.7 Nachdem der Prozess für die Zisterzienserinnen 1244 verloren gegangen war, verließen diese Oberried und kehrten nach Günterstal zurück. Der Standort dieses ersten Klosters, wie überhaupt der frühen Klosteranlage, ist umstritten. Die ältere Forschung hat das St. Wilhelmer Tal angenommen und ging davon aus, dass die Gemeinschaft erst 1682 an die heutige Stelle zog.8 Andere Arbeiten gehen von einer späteren Verlegung, etwa im Kontext der Wiederbesiedlung des Klosters 1266 aus, oder bezweifeln gar einen anderen Standort als den heutigen.9 Nach dem Wegzug der Frauen baten 1252 Ludwig von Munzingen und Konrad Snewlin, die Erben der Herren von Tengen, Wilhelmiten aus dem Kloster Marienthal bei Hagenau im Elsass, sich an dem verwaisten Ort niederzulassen.10 Zu einem erneuten Regelwechsel kam es in Oberried wohl 1256, als der Orden der Wilhelmiten durch einen Beschluss Papst Alexanders IV. (1254–1261) mit dem der Augustinereremiten zusammengeschlossen wurde. Sehr wahrscheinlich ist die Abwanderung des gesamten Konvents von dort in die Stadt Freiburg, wo 1262 eine neue →Niederlassung gegründet wurde, die ebenfalls den Namen Oberried bekam, vor diesem Hintergrund zu erklären. Der päpstliche Beschluss zur Vereinigung der Orden war höchst umstritten und wurde 1266 wieder zurückgenommen. Die Augustinereremiten mussten die bereits in Besitz genommenen Klöster, darunter wohl auch Oberried, wieder an die Wilhelmiten zurückgeben.11 Dies ergänzt sich mit dem Bericht des Chronisten Konrad Sturm, laut dem eine kleine Gruppe Freiburger Wilhelmiten unter dem späteren Prior Johannes von Urberg ungefähr zu dieser Zeit den Beschluss fasste, die Stadt wieder zu verlassen.12 Ob Johann von Urberg mit seiner Gruppe lediglich nach Oberried zurückkehrte oder den Weg tiefer in den Wald antrat und in St. Wilhelm eine dritte Niederlassung errichtete, ist auf Grund der dürftigen Quellenlage nicht abschließend zu klären. Eine eigenständige Gemeinschaft in St. Wilhelm ist in den Quellen jedenfalls nicht nachzuweisen. Sicher existieren nach 1266 zwei Gemeinschaften, die den Namen Oberried trugen. Zur Abgrenzung von der Freiburger Niederlassung wurde das Kloster in Oberried in der Regel mit dem Zusatz »im Wald« bezeichnet. Da beide Gemeinschaften ein Marienpatrozinium besaßen, nannte sich das Oberrieder Kloster auch Mariakron, während das Freiburger den Beinamen Mariazell trug. In einer Urkunde regelte der Prior von Gräfinthal (Saarpfalz-Kreis) als Visitator das Zusammenleben der beiden Gemeinschaften, die fortan als getrennte Konvente existieren sollten.13 Dennoch kam es in der Folge mehrfach zu Streitigkeiten über Abgaben und zu häufige Besuche der Oberrieder aus dem Wald bei den Brüdern in Freiburg, die ebenfalls von dem Gräfinthaler Prior beigelegt wurden.14 Von Oberried aus verbreitete sich der Wilhelmitenorden weiter in der Diözese Konstanz. So schenkte 1269 Walter von Klingen dem Kloster ein Oratorium mit dem Namen Sion in Klingnau (Kt. Aargau) und Grundbesitz, woraus sich ein eigenständiger Konvent entwickelte. 1282 folgte die Gründung des Wilhelmitenklosters in Mengen (Lkr. Sigmaringen), das ebenfalls mit Mönchen aus Oberried beschickt wurde. Die drei Gemeinschaften sollten fortan häufig gemeinsam in Erscheinung treten, wobei der Prior von Oberried als Visitator der beiden Töchtergründungen fungierte und etwa zur Bestätigung von Rechtsgeschäften hinzugezogen wurde. Spätestens seit dem 15. Jahrhundert bestand eine besondere Nähe zur vorderösterreichischen Landesherrschaft. 1457 ernannte Erzherzog Albrecht VI. (1453–1463) den Oberrieder Prior zu einem seiner Hofkapläne und nahm das Kloster in seinen Schutz.15 Maximilian I. (1493–1519) und weitere Erzherzöge bestätigten regelmäßig die Rechte und Privilegien Oberrieds.16 Die vorderösterreichische Regierung war es auch, die 1495 nach internen Streitigkeiten die Vogtei über das Kloster, die bis dahin bei der Familie Snewlin lag, der Stadt Freiburg übertrug.17 1507 wurden die Gemeinschaften in Freiburg und Oberried durch den Provinzial Eberhard von Steinbach zu einer Gemeinschaft vereinigt.18 Dem ging ein Provinzkapitel voraus, auf dem laute Klage über die schlechten wirtschaftlichen und sittlichen Zustände in dem Kloster »im Wald« erhoben wurden. Der Freiburger Prior sollte dem unierten Konvent vorstehen, damit verlor die Niederlassung in Oberried ihre Eigenständigkeit. Nur noch eine kleine Gruppe Brüder blieb vor Ort, um die Durchführung des Gottesdienstes zu gewährleisten. Nachdem es in Freiburg gehäuft zu Auseinandersetzungen mit den französischen Besatzern gekommen und sich der Prior Benedikt Hefele (1677–1704) mehrfach über Einquartierungen und aufgebürdete Kontributionen beschwert hatte, verlegte er das Kloster 1682 wieder aus der Stadt Freiburg nach Oberried. Zuvor hatte Kaiser Leopold (1658–1705) der Stadt die Vogtei über das Kloster entzogen und dem Konvent eine Neuansiedlung auf vorderösterreichischem Territorium genehmigt. Eine erste in Oberried im Bau befindliche Anlage wurde jedoch nur ein Jahr später durch die Franzosen zerstört. Auch wenn die neuen Gebäude 1687 bezogen und schließlich 1699 geweiht werden konnten, blieb der Krieg eine ständige Gefahr; so musste während des Spanischen Erbfolgekrieges 1703 Prior Hefele, der als vehementer Gegner der Franzosen galt, sein Kloster verlassen und nach Sion fliehen. Durch die Kriege der vergangenen Jahrzehnte und die Neubauten war das Kloster wirtschaftlich geschwächt. Auch dass ihm zur Verbesserung des Unterhaltes für einige Zeit die Einkünfte der Pfarreien Schonach und Kenzingen überlassen wurden, half wenig.19 Mehrfach musste Oberried sich Inkorporationsversuchen anderer geistlicher Institutionen erwehren. Der Bischof von Konstanz spielte mit dem Gedanken, die drei Wilhelmitenklöster in seiner Diözese zu Gunsten eines Priesterseminars in Triberg aufzuheben;20 die Pauliner wollten sie inkorporieren, ebenso wie der Abt von Salem und der Großmeister der Johanniter in Heitersheim.21 Den »Zuschlag« bekam letztlich nach langen Verhandlungen mit dem Nuntius in Luzern und der römischen Kurie die Abtei →St. Blasien.22 1725 wurden die drei Wilhelmitenklöster Oberried, Mengen und Sion dem Benediktinerkloster inkorporiert und in Priorate umgewandelt. Die im Kloster befindlichen Wilhelmiten waren fortan Benediktiner. Unter der Sanblasianer Obhut setzte in Oberried noch einmal eine Blüte ein. Es wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, Kirche und Konventsgebäude renoviert und Wirtschaftsgebäude wie die Mühle und die Scheune neu errichtet. Eine Erneuerung nach innen sollten die Statuten bringen, die Abt Blasius Bender (1720–1727) bereits kurz nach der Inkorporation im Mai 1725 vorlegte und die detailliert das geistliche Leben regelten, zudem musste monatlich ein Bericht über das Klosterleben an das Mutterkloster übersandt werden.23 Durch Abt Martin Gerbert (1764–1793) wurden die Statuten einige Jahre später erneuert.24 Zugleich versuchte St. Blasien das wirtschaftlich angeschlagene Priorat zu konsolidieren. Regelmäßig musste der Prior nun in St. Blasien die Rechnungen vorlegen. Zudem bemühte man sich um eine gründliche Erfassung der zu Oberried gehörenden Einkünfte, Abgaben und der durch die Untertanen zu leistenden Dienste. Dieser deutlich verstärkte Zugriff St. Blasiens auf die Oberrieder Grundherrschaft barg jedoch Konfliktpotential. Seit der Mitte des Jahrhunderts mehrten sich die Beschwerden der Untertanen, etwa über Todfallabgaben und Frondienste. Während es bei Letzteren 1784 zu einer Ablösung kam,25 blieben die Todfallabgaben bis zur Aufhebung Oberrieds ein Streitpunkt zwischen dem Priorat und seinen Untertanen. Im Zuge der Josephinischen Reformen wurde die Großpfarrei Kirchzarten 1786 in drei Teile geteilt. Dadurch entstand in Oberried eine eigene, neue Pfarrei und die Klosterkirche wurde auch Pfarrkirche, an der die Mönche die Seelsorge übernahmen.26 In der Zeit der Revolutionskriege wurde kurzzeitig ein Lazarett in den Konventsgebäuden eingerichtet.27 Mit der Säkularisation und dem Ende der Abtei St. Blasien 1806 kam dann auch das Ende des Priorates. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch ein Prior, vier Priesterbrüder und ein Laienbruder im Kloster. Drei der Priester verblieben vor Ort und übernahmen die Betreuung der Pfarrei. Der weitere Priester sowie der letzte Prior Ambrosius Eichhorn schlossen sich den Sanblasianer Mönchen an, die Baden verließen, um schließlich in das kurz zuvor aufgehobene Stift St. Paul im Lavanttal (Kärnten) zu ziehen. Besitz und WirtschaftAnders als der Freiburger Niederlassung der Wilhelmiten gelang es dem Kloster »im Wald«, eine umfangreiche Grundherrschaft aufzubauen. Die Ausstattung durch Ludwig von Munzingen und Konrad Snewlin brachte den Oberriedern bereits Besitzungen im gleichnamigen Tal sowie in benachbarten Tälern. Nach der Wiederbesiedlung 1266 erwarben sie umfangreichen Besitz um den Klosterort und die umliegenden Ortschaften etwa Geroldstal, Hofsgrund, Kappel, Zarten und Kirchzarten und konnten so eine relativ geschlossene Grundherrschaft errichten, die sich über das Oberrieder und St. Wilhelmer Tal und den Schauinsland erstreckte und bis an den Feldberg reichte. Ein Dingrodel von 1296 hielt die Rechte und Abgaben in der Oberrieder Grundherrschaft fest.28 Die Erneuerung des Rodels im Jahr 1395, der doppelt so viele Punkte umfasste wie der von 1296, zeichnet das Bild einer deutlich ausdifferenzierten Grundherrschaft, die einen erhöhten Bedarf nach einer schriftlichen Fixierung der Abgaben und Pflichten der Untertanen hatte.29 Aus ihm lässt sich herauslesen, dass das Kloster seine Einkünfte in dieser Zeit aus Zinsen und vor allem der bei Tod oder Wegzug eines Untertanen anfallenden Abgabe, dem so genannten Drittteil, bezog. Wichtigste Ressource für die Oberrieder war der Wald. Das Holz konnte vom Klosterort durch Flößer über die Brugga und die Dreisam bis nach Freiburg auf dem Wasserweg transportiert werden.30 Das Kloster besaß zudem eine im 15. und 18. Jahrhundert erwähnte Mühle in Bötzingen31 sowie Weinberge in Eichstetten am Kaiserstuhl.32 Dazu kamen Fischereirechte in der Dreisam.33 Zur besseren Verwaltung des Grundbesitzes verfügte das Kloster über vier Meierhöfe unter anderem in Kappel und St. Wilhelm, die an Pächter verliehen wurden. Mit dem Schauinsland und dem Feldberg lagen in der Oberrieder Grundherrschaft zwei für die Region bedeutsame Bergbaureviere. Die Ausbeutung der Vorkommen begann im 14. Jahrhundert,34 ging dann stark zurück und erlebte im Verlauf des 18. Jahrhunderts einen neuen Aufschwung. Ein Verzeichnis aus dem Jahr 1792 nennt elf Stollen allein am Feldberg, die sich auf Oberrieder Boden befanden.35 Das Kloster wurde jedoch nicht am Gewinn beteiligt, denn die Bergleute waren durch die Landesherrschaft privilegiert und dadurch von Abgaben an den Grundherren und von Frondiensten befreit. Es kam daher immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen dem Kloster und den Bergleuten, etwa wegen des zu großen Holz- und Wasserverbrauchs der Gruben oder der Errichtung von Häusern für die Arbeiter auf Klosterterritorium.36 Religiöses und kulturelles WirkenÜber das religiöse und kulturelle Wirken der Oberrieder Wilhelmiten lassen sich mangels Quellen nur bedingt Aussagen treffen. Vermutlich noch aus der Freiburger Zeit stammen die Skapulier-Bruderschaft und die Hl. Kreuz-Bruderschaft.37 Eine undatierte Gottesdienstordnung stammt aufgrund starker Bezüge zum Hl. Blasius sehr wahrscheinlich aus der Zeit nach 1725.38 Mit dem Übergang Oberrieds an St. Blasien begann die historiographische Aufarbeitung der Geschichte Oberrieds und des Wilhelmitenordens. Bereits 1725 verfasste der Sanblasianer Archivar Stanislaus Wülberz eine Geschichte der drei neuen Priorate, 1728 folgte eine Arbeit von Pelagius Vorster. 1739 schrieb der Oberrieder Konventuale Ludwig Egg eine Geschichte des Hl. Wilhelm und des Wilhelmitenordens.39 Sechs Jahre später legte er eine Geschichte des Klosters Oberried für die Jahre 1235 bis 1435 vor. 40 Auch Martin Gerbert widmete sich in seiner Historia Nigrae Silvae der Geschichte des Klosters.41 1806, als Oberried bereits in badischem Besatz war, verfasste der Prior Ambros Eichhorn eine weitere Geschichte des Klosters und der Umgebung.42 Die Arbeiten sind im Kontext der Blütezeit der Sanblasianer Geschichtsschreibung im 18. Jahrhundert zu verorten, waren methodisch auf der Höhe der Zeit und schöpften ausführlich aus den Oberrieder Archivbeständen. Archiv und BibliothekEinen Überblick über das Klosterarchiv vor dessen Aufhebung bietet ein 1780 angelegtes Repertorium, in dem allerdings bereits die 1765 nach St. Blasien abgegebenen, den Orden der Wilhelmiten betreffenden, Urkunden fehlen.43 Diese kamen nach der Aufhebung St. Blasiens nach St. Paul im Lavanttal, während der größte Teil des Oberrieder Klosterarchivs heute im Generallandesarchiv verwahrt wird. Daneben finden sich kleinere Teile im Stadtarchiv Freiburg. Die Pfarrbibliothek in Oberried verwahrte eine Vielzahl an historischen Drucken, vor allem von Sanblasianer Autoren wie Martin Gerbert, Marquard Herrgott und Trudpert Neugart, aber auch einige wenige Inkunabeln. Ob die Bücher bereits vor der Säkularisation in Oberried verwahrt wurden oder erst danach hinzukamen, lässt sich nicht sicher sagen. Bau- und KunstgeschichteLageDer Standort des Gründungsklosters Coronae Mariae wird in Oberried am Platz der noch heute stehenden barocken Anlage oder der Niederlassung im Tal von St. Wilhelm bei der 1966 erbauten Kapelle Maria Krönung vermutet. Das Oberrieder Kloster liegt am nordöstlichen Ausgang der Straßensiedlung, an der Einmündung des Brugga- und des Zastlertals in die Oberrieder Ebene. Die vierflügelige, um einen Innenhof angeordnete Klausur mit dem Kirchenbau als Südflügel (Bauplan vom Franziskaner Vitus Rastpichler) geht im Wesentlichen auf die 1684 begonnenen Baumaßnahmen und die Innenausstattung auf die ab 1727, nach dem Übergang an St. Blasien, einsetzenden Umbauten zurück. Bildquellen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bezeugen ein ummauertes und durch eine Innenbegrenzung zweigeteiltes Klosterareal mit großem Baumgarten im Norden und der Klausur im Süden. Nördlich von ihr befindet sich ein Wirtschafts- oder Gesindegebäude, westlich die Scheune, östlich und südlich differenzierte Gärten. Die Erschließung erfolgt von der im Westen verlaufenden Dorfstraße. Das Gotteshaus erreicht man dank einem Rücksprung der Umfassungsmauer direkt, die restliche Anlage durch einen Torbogen mit Wächterhäuschen. Kirche und KonventsbautenArchäologische Untersuchungen beschränken sich auf eine ergebnislose, kleinräumige Sondierung im Friedhofsbereich. Die gesamte Anlage ist einheitlich mit schlichten Bauformen und geringfügiger Ornamentik gestaltet. Die an den meisten Außenwänden axial angebrachten Fenster und die Ecken aus roten Buntsandsteinquadern sind die bestimmenden Bauelemente. Die Konventsflügel sind zweistöckig, partiell unterkellert und mit repräsentativem Zugang (1685 [i]) im Norden ausgestattet. Die rechteckige Saalkirche wurde am 7. April 1687 begonnen, erstmalig am 18. Juli 1698 genutzt und am 9. Mai 1699 geweiht.44 Ein Satteldach mit Zwiebeldach bekröntem Dachreiter überspannt das Gotteshaus. Die Westfassade ist durch ein Gesims im Giebelfeld horizontal gegliedert. Ein von Pilastern eingefasstes und von einem gesprengten Dreiecksgiebel bekröntes Spitzbogenportal führt in den Kirchenraum. Im Giebelfeld mit Bauinschrift von 1687 ist ein vierfeldiges Wappenschild (zweimal das Wilhelmitenwappen, zweimal das persönliche Wappen des Priors und Klostererbauers Benedikt Hefele) eingelassen. Oberhalb des von zwei Rundbogenfenstern flankierten Portals öffnen sich eine Nische mit Marienbild und ein rechteckiges Fenster (um 1765 wohl noch vierpassförmig). Im Giebel befinden sich ein weiteres Fenster und die 1926 montierte Uhr. Die tonnengewölbte, mit Stichkappen versehene Saalkirche besteht aus dem vierjochigen Langhaus, dem einjochigen Altarraum sowie im Osten aus der kreuzrippengewölbten Sakristei im Erdgeschoss und im Obergeschoss aus einer zur Kirche hin offenen, vom Hauptaltar partiell verdeckten Empore. Profilierte Wandpfeiler, die sich in die Gurtbögen des Tonnengewölbes fortsetzen, betonen die Jocheinteilung im Kirchenraum. Ein profiliertes, in Kämpferhöhe der Wandpfeiler umlaufendes Gesims leitet zur Gewölbezone über. Die Südwand ist mit großen Rechteckfenstern und mit kleineren in den Stichkappen ausgestattet. In der Nordwand öffnen sich Nischen als Pendants dazu. Die Klosterkirche dient seit 1786 als Pfarrkirche und die ehemaligen Konventsbauten als Pfarrhaus und Gemeindeverwaltung. Materielle Kulturgeschichte, BauausstattungDer dreizonige, hölzerne Hochalter mit marmorimitierender Fassung wurde 1737/38 beendet, das zugehörige Altarbild (Vision mit Gottvater, Jesus- und Mariaherz) von Gottlieb Reble 1730 erstellt. Die ebenfalls dreizonigen Seitenaltäre (um 1700) hatten ursprünglich Altarbilder in den Mittelfeldern, später wurden sie mit Nischen versehen. Auf dem rechten Seitenaltar steht eine qualitätsvolle Madonnenstatue (um 1500), auf dem linken eine Statue des Hl. Josef (1932). In der nördlichen Langhauswand öffnet sich die mit Stuckrahmen (1732) geschmückte Nische mit dem Kreuzaltar. Das darin aufgestellte Kruzifix stammte aus dem Freiburger Wilhelmitenkloster. Aus der Nordwand ragt die vom Klausurinneren zugängliche hölzerne Kanzel hervor. Sie sowie das Chorgestühl werden typologisch um 1700 datiert und der Erstausstattung der Kirche zugeschrieben. Das Altarbild auf der Empore mit Darstellung der Krönung Mariä (Joachim Reiber, 1613) muss ursprünglich aus dem Freiburger Kloster stammen.45 Aus der Barockzeit stammen die Stuckarbeiten und der Kachelofen im ehemaligen Refektorium sowie der Kachelofen im Pfarrhaus. BibliographieQuellen: Gerbert 1783, S. 78–83; Chronik von Oberried, in: Mone I, S. 195–198; Weh 1969; Möllenbrink 2014. Handbücher und Lexika: Dehio, Baden-Württemberg Bd. 2, S. 502 f. (Wolfgang Kaiser); GermBen V, S. 448–454 (Franz Quarthal); KB Freiburg Bd. 2,2, S. 767 f., 776, 949 (Wolfgang Stülpnagel); KDM Bd. 6,1, S. 316–320 (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Benediktinerpriorat Oberried (Hans-Peter Widmann). Literatur: Bader 1844; Gießler 1911; Schadek/Treffeisen 1996; Frank 1999. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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