Rheintal, Zisterzienserinnen 

Kurzbeschreibung:

vor 1245 Zisterzienserinnen in Rheintal – 1255 Verlegung nach Müllheim

Patrozinium: Maria
Ordensgliederung: Vaterabtei Tennenbach
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Neuenburg

Ortsbezüge:
  • Rheintal
  • Feldberg, Müllheim, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Ordensregel:
  • Zisterzienserinnen 1245-1255
Beschreibung:

Name: de Rintal Cisterciensis ordinis1

Geschichte

Das Kloster, dessen Ursprünge im Dunkeln liegen, wird erstmals 1245 in einer päpstlichen Besitzbestätigung erwähnt, die nur in einer deutschen Übersetzung überliefert ist.2 1255 leitete Graf Konrad I. von Freiburg (1240–1271) die Verlegung des Klosters aus dem kleinen Weiler Rheintal in die Rheinebene ein.

Bau- und Kunstgeschichte

Das Zisterzienserinnenkloster bestand zunächst in dem etwa 4 km südwestlich von →Müllheim entfernt gelegenen Weiler Rheintal bei Feldberg. Nach der örtlichen Überlieferung standen die Gebäude des ursprünglichen Klosters dort im Rauppschen Garten. Nach der Verlegung von 1255 verblieben in dem Tal drei abgabepflichtige Maierhöfe sowie die ehemalige gotische Klosterkirche.3 Nach der Säkularisation kamen die ehemaligen Klosterhöfe und  -güter endgültig an die dortigen Landwirtsfamilien. Doch das Klostergebäude mit seiner Kapelle verfiel in den folgenden Jahrhunderten nach und nach.

Mittels einer Kartierung mit dem Bodenradar wurde im Juli 2013 eine 8670 m² große Fläche im Bereich des vermuteten Konvents prospektiert. So gelang der Nachweis und die Lokalisierung von Baubefunden des Klosters.4

Am östlichen Rand der untersuchten Fläche ist eine etwa 9 m lange lineare Struktur zu erkennen, die nahezu Ost-West streicht. Senkrecht dazu verläuft eine weitere 6 m lange Anomalie. Beide Befunde werden als Steinfundamente interpretiert. Sie liegen in einem Bereich, in dem vermehrt Steine im Untergrund vorkommen. Am südlichen Rand der Untersuchungsfläche ist eine weitere rechteckige Struktur nachzuweisen. Sie verläuft von West nach Ost auf einer Länge von 19 m und ist etwa 5 m breit. Unmittelbar nordwestlich dieser Struktur schließt ein Bereich mit Ansammlungen von Steinen im Untergrund an.

Durch die geophysikalische Untersuchung des Geländes in Rheintal konnten eindeutig Relikte im Boden nachgewiesen werden, die mit dem ehemaligen Kloster in Verbindung zu bringen sind. Die sich in der geophysikalischen Messung abzeichnenden Fundamente zeigen keine geschlossene Baustruktur. Das Kloster war als offene Anlage ausgebildet, zentrales Gebäude war eine wohl einschiffige Kirche ohne mehrgliedrigen Ostteil. Der isometrische Rekonstruktionsvorschlag auf der Grundlage des durch geophysikalische Messung gewonnenen Grundrisses in Verbindung mit besser erhaltenen zeitgleichen Anlagen mag das einstige Erscheinungsbild des Klosters Rheintal verdeutlichen.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: kloester-bw, Zisterzienserinnenkloster Rheintal (Julia Bruch).

Literatur: Rest 1912; Hollenweger 1966.

Anmerkungen

  • 1 Mölbert 1911, S. 25 f.
  • 2 Fr UB (Hefele) I, Nr. 80 S. 66.
  • 3 Böhler 1968.
  • 4 Merk/Jenisch/Hübner 2019
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Eva Maria Butz [Autor]
  • Bertram Jenisch [Autor]
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