Stühlingen, Kapuziner
| Kurzbeschreibung: | 1737 Gründung als Hospiz – 1802 Aufhebung – 1831 Tod des letzten Paters – 1927 Wiederbegründung – 2022 Auflösung Patrozinium: Maria LorettoOrdensgliederung: 1737 Vorderösterreichische Provinz, Kustodie Konstanz; 1781 Schwäbische Provinz; 1927 Rheinisch-westfälische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Stühlingen; 1821/1827 Erzbistum Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: hospitium zu Stühlingen (1737)1 GeschichteSchon Graf Maximilian Franz zu Fürstenberg (1634–1681) hatte Kapuziner als Betreuer vorgesehen, als er 1680–81 in seiner Residenzstadt Stühlingen eine Lorettokapelle errichten ließ. Die Ausführung dieser Pläne verzögerte sich indes um mehr als 50 Jahre, zunächst durch den überraschenden Tod des Stifters, dann durch die Bedenken seines Enkels, des Fürsten Josef Wilhelm Ernst (1699–1762), der bei aller Vorliebe für den Orden sich um die finanziellen Möglichkeiten des Fürstentums und das friedliche Miteinander in der Geistlichkeit sorgte. Erst als die Kapuziner 1737 ein strenges Reglement für ihre Gründung akzeptierten, konnte der Knoten gelöst werden. Es beschränkte rigoros den Gottesdienst in der Lorettokapelle auf die Marienwallfahrt und das Gebet für die Stifterfamilie. Die Herzen von Josef Wilhelm Ernsts Vater und Großvater ruhten in der Kapelle. Vor allem aber verpflichtete es die Kapuziner zur Aushilfstätigkeit in der Stühlinger Pfarrkirche und in den Kirchen der Umgebung. Die Pfarrseelsorge sollte durch sie nicht behindert, sondern gefördert werden. Damit die genau fixierten Unterhaltsleistungen der Herrschaft und die Freigebigkeit der Untertanen nicht überdehnt werden konnten, sollte der Stühlinger Konvent auf Dauer höchstens fünf Patres umfassen. Nachdem das Haus Fürstenberg am Weihnachtsabend des Jahres 1802 das Hospiz in seinen Besitz genommen und dabei dem sehr verdienten Konvent zugestanden hatte, weiterhin in gewohnter Form zusammenzuleben und seinen seelsorgerischen Aufgaben nachzugehen, endete die Geschichte des Klosters vorläufig mit dem Tod des letzten Paters 1831. 1927 erwarben die Kapuziner die Gebäude zurück und unterhielten hier bis 1972 das Noviziat für die gesamte Rheinisch-Westfälische Provinz. 1983 öffneten sie gemeinsam mit den Franziskanerinnen von Reute das Kloster für Gäste. Ende 2022 musste jedoch der Konvent aufgehoben werden. Bau- und KunstgeschichteLageUnterhalb der Burg Hohenlupfen, westlich außerhalb der Altstadt von Stühlingen liegt das Kapuzinerkloster mit Saalkirche an der Nord-Ost- und Konvent an der Süd-Westseite. Daran schließt sich das Noviziat an. Durch Erweiterungen ist der Bestand des 18. Jahrhunderts überformt.2 Kirche und Konventsbauten1737 übernahmen die Kapuziner mit Gründung des Klosters die Betreuung der Lorettowallfahrt. In diesem Zusammenhang stehen der Umbau der durch Graf Maximilian Franz von Fürstenberg gestifteten und 1680 geweihten Lorettokapelle zur Klosterkirche und die Errichtung der zweiflügeligen Klosteranlage durch den Vorarlberger Baumeister Johannes Felder ab 1738. Die im Äußeren ungegliederte Kirche mit eingezogenem Psallierchor und Mönchsgruft wird von einem Dachreiter bekrönt. Das flachgedeckte Langhaus öffnet sich zum tonnengewölbten Hauptchor – der einstigen Lorettokapelle – und zwei kreuzgratgewölbten Oratorien. Der zweigeschossige Konvent bestand ursprünglich aus einer L-förmig an die Kirche anschließenden Anlage. 1831 bis 1927 beherbergte der Komplex eine Schule und ein Krankenhaus. Den Sakralbau nutzte ab 1874 die Altkatholische Kirche. Seit 1927/28 war die Anlage wieder im Besitz der Kapuziner, die das Kloster um das Noviziat und weitere Anbauten erweiterten. Materielle Kunstgeschichte, BauausstattungEiner Bettelordenskirche entsprechend, ist das Innere einfach gehalten. Verwendung finden ungefasste Holzintarsien. Die Triumphbogenwand beherrscht ein Fresko mit Mariae Verkündigung. Der tonnengewölbte Altarraum ist im Gegensatz zum Langhaus mit reichem Schmuck versehen. Seine Wandbilder zeigen Maria mit Pilgern und Heiligen auf gemaltem Ziegelmauerwerk, geschaffen 1742 von Johann Nikolaus Spiegel. An den Seitenwänden befinden sich zwei Marmortafeln für die hier beigesetzten Herzen der fürstenbergischen Grafen Maximilian Franz und Prosper Ferdinand. Fünf Altäre mit säulengerahmten Aufsätzen bestimmen das Innere. Der Hochaltar zeigt Maria im Strahlenkranz und dient als Abschrankung zum Psallierchor, zu dem seitlich zwei Türen führen. Die Altarfassung bestimmt reicher Weiß-Gold-Kontrast. Am Triumphbogen befinden sich links der Josephaltar, rechts der Antoniusaltar mit dem Hl. Johannes Nepomuk im Auszug. Die Altäre in den Oratorien sind links dem Hl. Franziskus (im Auszug Felix von Cantalice) und rechts Fidelis von Sigmaringen (im Auszug Joseph von Leonissa) geweiht. Die Altarbilder schuf Franz Joseph Spiegler 1740/41. Das Chorgitter fertigte der Konstanzer Stadtschlosser Johann Jakob Hoffner 1739. An der südlichen Schiffwand hängt das Bild einer Marienkrönung mit Klosteransicht, Öl auf Leinwand, 1745 datiert und für den Psallierchor bestimmt. BibliographieHandbücher und Lexika: Dehio, Baden-Württemberg Bd. 2, S. 695 (Dagmar Zimdars); KDM Bd. 3, S. 20 f. (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Kapuzinerhospiz Stühlingen (Matthias Ilg). Literatur: Roth 1965; Wenk 2015. Anmerkungen |
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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