Ladenburg, Kapuziner 

Kurzbeschreibung:

1624 erste Berufung – seit 1634 dauerhaftes Wirken – 1699 letzter Pater verlässt Ladenburg

Ordensgliederung: Rheinische Provinz
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Worms, Archidiakonat des Propstes von Neuhausen, Landkapitel Weinheim

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Kapuziner 1624-1699
Beschreibung:

Name: hospitium Ladenburgensis (1750)1

Geschichte

Die Kapuziner wurden im Jahr 1624 vom Bischof von Worms nach Ladenburg berufen und gehörten der Rheinischen Kapuzinerprovinz an, ihr Domizil hatten sie im Hof des Bischofs und nutzten dort das Amtsgebäude der einstigen Kanzlei. Die religiösen und kriegerischen Auseinandersetzungen der Zeit prägten ihr Wirken nachdrücklich. Die ersten beiden Patres stammten aus Mainz und blieben nur für zwei Jahre, ihre Nachfolger kamen 1631 aus dem kurz zuvor gegründeten Wormser Konvent. Sie konnten – nach einer kurzzeitigen Unterbrechung von 1633 bis 1634 – für eineinhalb Jahrzehnte ungestört in Ladenburg tätig werden. Außerdem übten sie die Seelsorge für die in Weinheim, Dossenheim, Straßenheim und Seckenheim verbliebenen Katholiken aus, später auch in Hemsbach und Laudenbach. Frühere Streitigkeiten mit den Reformierten um die Galluskirche, die Pfarrkirche Ladenburgs, brachen 1649 erneut aus. Den Kapuzinern wurde die Ausübung des Gottesdiensts verwehrt, den sie fortan in der Sebastianskapelle feierten. Gleichwohl stieg die Zahl der Katholiken in der Stadt kontinuierlich, bald stellten sie die Mehrheit der Bevölkerung.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg übergaben die Patres 1693 Ladenburg den französischen Truppen, ihrer Ansicht nach verhinderten sie auch eine Sprengung der Galluskirche. Infolge des Angebots, in der Stadt Militärgottesdienste abzuhalten, erhielten sie erneut Zugang zu dieser Kirche, die sie mit Hilfe des Wormser Bischofs gegen die Ansprüche der Reformierten verteidigen konnten. Erst 1706 wurde die Kirche im Zuge der pfälzischen Kirchenteilung wieder den Reformierten zugesprochen, was die Kapuziner jedoch nicht mehr erlebten: Schon 1699 hatte mit Justus von Cochem der letzte von ihnen die Stadt verlassen, möglicherweise wegen der zu großen Nähe zu den Konventen von →Heidelberg und →Mannheim; die Bitte des Stadtrats im Jahr 1715 um ihre Rückkehr blieb folgenlos.2

Bibliographie

Quelle: Hierotheus Confluentinus 21750, S. 45–47.

Handbücher und Lexika: KB Heidelberg/Mannheim Bd. 3, S. 634 f. (Erhard Becker); kloester-bw, Kapuzinerkloster Ladenburg (Andreas Büttner).

Literatur: Schuch 1843, S. 180–186; Jacobs 1933.

Anmerkungen

  • 1 Hierotheus Confluentinus 2 1750, S. 45.
  • 2 Hierotheus Confluentinus 2 1750, S. 47, 422, 445
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Andreas Büttner [Autor]
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