Villingen, Ursulinen
| Kurzbeschreibung: | 1782 hervorgegangen aus einem Zusammenschluss von Dominikanerinnen und Klarissen unter der Regel der Schwestern der Hl. Ursula von Dole – 1782 Einrichtung einer vierjährigen Mädchen-Volksschule – 1811 Lehr- und Erziehungsinstitut für Mädchen mit Pensionat – 1919 wieder Ursulinenkloster – ab 1945 Progymnasium und Handelsschule – 2015 Schließung des Klosters Patrozinium: UrsulaOrdensgliederung: Schwestern der Hl. Ursula von DoleKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Villingen; 1821/27 Erzbistum Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: Ursulinerinstitut (1782);1 [...] des Ursuliner hauses zu Villingen (1784)2 GeschichteUm für Villingen die Folgen der Klosteraufhebungen im Rahmen der Josephinischen Kirchenreform abzumildern, bemühte sich der Magistrat der Stadt im Frühjahr 1782 um eine Lösung für die beiden Villinger Frauenklöster der Dominikanerinnen (→Vettersammlung) und der Klarissen (→Bickenkloster). Die beiden Gemeinschaften sollten vereinigt und in ein Lehrinstitut nach dem Vorbild der Ursulinenschule in Freiburg überführt werden.3 Zu diesem Zweck kamen zwei →Freiburger Ursulinen nach Villingen, um das neue Kloster für eine Übergangszeit zu leiten (Sophia Lichtenauer) und die Mädchenschule zu etablieren (Salesia König).4 Von den ursprünglich zwölf Dominikanerinnen und 15 Klarissen legten 1783 16 Schwestern ihre Profess als Ursulinen ab. Ein Großteil des Besitzes der beiden Vorgängerklöster, unter anderem das Klostergebäude der Dominikanerinnen, Äcker, Wiesen und Gärten, wurden zugunsten der Seelsorgekasse der Stadt verkauft.5 Das neue Lehrinstitut wurde in den Räumen des ehemaligen Bickenklosters etabliert (s. Lageplan). Die Schule war eine vierjährige »Normalschule« für Mädchen. Nach der ersten Überprüfung durch die staatliche Schulbehörde 1783 erhielt das Institut die Erlaubnis, die Lehrschwestern selbst auszubilden. Zwischen 1792 und 1807 war der Schulbetrieb durch Soldateneinquartierungen und die mehrfache Flucht der Klosterfrauen vor Kriegseinwirkungen nach Schaffhausen und Diessenhofen beeinträchtigt. Die Auflösung des Dominikanerinnen- und des Klarissenklosters führte zum Verlust von zahlreichen Kunstgegenständen, jedoch konnten 1793 die drei Barockaltäre aus der Kirche der Dominikanerinnen übernommen werden.6 Auch stammen zahlreiche Gemälde aus den Vorgängerklöstern. Ein Teil der Rokoko-Ausstattung der Kirche kam nach der Säkularisation aus der Benediktinerklosterkirche →St. Georgen. 1806 entgingen die Ursulinen nur knapp der Säkularisation. Im Juni 1806 beanspruchten Vertreter des Königreichs Württemberg das Kloster und verlangten die Herausgabe von Wertgegenständen. Im September des gleichen Jahres wurde Villingen an Baden übergeben und der Großherzog genehmigte schließlich den Fortbestand, da es mit der Mädchenschule eine säkulare Aufgabe hatte. Mit dem großherzoglichen Regulativ für die katholischen weiblichen Lehr– und Erziehungsinstitute von 1811 verlor die Gemeinschaft ihren klösterlichen Charakter. Ebenfalls 1811 wurde ein Pensionat eingerichtet, das eine höhere Schulbildung anbot.7 1860 hatte die Schule 370 Schülerinnen, davon lebten 50 im Pensionat. 1876 wurde die Simultanschule eingerichtet. Ab 1919 wurde das Lehrinstitut wieder ein echtes Kloster, das erst 2015 geschlossen wurde. BibliographieHandbücher und Lexika: KDM Bd. 2, S. 129 f. (Franz Xaver Kraus); kloester-bw, Ursulinenkloster St. Ursula Villingen (Edith Boewe-Koob). Literatur: Kloster St. Ursula 1982; Brommer 2002. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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