Adelheiden, Augustinereremitinnen
| Kurzbeschreibung: | 1363/64 Gründung vermutlich durch ehemalige Reichenauer Benediktiner – vor 1436 Ansiedlung von Augustinereremitinnen – 1672/79 Ausschluss aus dem Orden der Augustinereremiten, Unterstellung unter bischöfliche Jurisdiktion – Aufhebung 1808/09 Patrozinium: Maria, Johannes der Täufer, Bartholomäus (1374), statt Bartholomäus totiusque celestis curie exercitus (1442)Ordensgliederung: vor 1436–1672 Rheinisch-schwäbische ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Reichenau |
|---|---|
| Ortsbezüge: |
|
| Ordensregel: |
|
| Beschreibung: | Name: Kapelle zuo der Guoten Adelhait (1374);1 hoffstett […] ze Guoten Adelhait (1390);2 ad Bonam Adelhaidam (1436);3 St. Adelheiden ob Hegnen in Tettinger waldt, St. Augustins ordens (1478);4 muoter und gemain schwöstren zu sant Adelhaiten in Wollmatinger kilchhöri gelegen sant Augustins regel (1520)5 GeschichteHistorische EntwicklungIm Verlauf des 14. Jahrhunderts entstanden in den Wäldern rund um den Bodensee zahlreiche Brudergemeinschaften unterschiedlicher geistlicher Ausrichtung, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts und im Verlauf des 15. Jahrhunderts meist in Schwesternhäuser umgewandelt wurden. Dazu gehören unter anderem →St. Katharina im Wurster- oder Mainauwald und →Sipplingen sowie die fünf Brüder, die sich um das Jahr 1370 im Wald in der Nähe des Dorfes Wollmatingen niedergelassen hatten. Erstmals erwähnt wird die Brudergemeinschaft in dem Seelgerät des Eberhard († 1403),6 Insiegler des bischöflichen Hofs zu Konstanz, vom 31. August 1370.7 Eberhard, Sohn des Insieglers Friedrich von Sulgen († 1364), schenkte den besagten Brüdern die »Hofstatt zu der guten Adelheiden«, die ihnen ehedem sein Vater geliehen habe und wo sie »sesshaft und wohnhaft« seien.8 Die Urkunde präzisiert, dass die Brüder der Regel des heiligen Benedikt folgten und nennt alle namentlich. Ihre Nachnamen lassen vermuten, dass sie teilweise von weit her kamen: Rudolf von Bischofszell (Kt. Thurgau), Johannes von Freiburg, Sigfried von Schlettstadt (Elsass) und Benzo von Mengen.9 Nur der fünfte Bruder, Johannes Hafner, stammte aus dem benachbarten Konstanz. Da Friedrich von Sulgen 1364 verstarb und der Priester Johannes Hafner noch 1363 als Zeuge ohne Hinweis auf Adelheiden genannt ist, muss sich die Brüdergemeinschaft um 1363/64 konstituiert haben. Am 8. Juni 1374 weihte Heinrich von Brandis, Bischof von Konstanz (1357–1383), die neulich (de novo) errichtete Kapelle zuo der Guoten Adelhait in silva prope villam Wolmatingen, die dem Kloster →Reichenau zugehöre (suppositam et subiectam), und gewährte mit Zustimmung seines Bruders, Abt Eberhard von Brandis (1343–1379), und des Reichenauer Konvents allen Christgläubigen, die zu bestimmten Festtagen die Kapelle aufsuchten, einen Ablass von vierzig Tagen. Geweiht wurde die Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria, Johannes des Täufers und des Apostels Bartholomäus.10 Sechs Tage später, am 14. Juni 1374, gewährten Abt und Konvent des Klosters Reichenau der Kapelle der Guoten Adelhaid, im »Distrikt« ihres Klosters gelegen, dieselben Exemtionen, Rechte und Freiheiten, die sie auch selbst genossen. Die Brüder, die sub habitu et regula sancti Benedicti lebten, waren Abt und Konvent des Klosters Reichenau gegenüber gehorsamspflichtig (sub obedientia). Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sich ursprünglich um Reichenauer Mönche gehandelt haben könnte, die sich für das strengere Leben als Einsiedler entschieden.11 Wie in der Schenkungsurkunde werden abermals alle fünf Brüder namentlich genannt; einzig bei Sigfried von Schlettstadt wird ergänzt, dass er Priester sei.12 Er dürfte die Brüdergemeinschaft in geistlichen Dingen betreut haben. Einen Tag später erfolgte die bischöfliche Bestätigung der Exemtion.13 1379 begegnen die Brüder in einem Rechtsstreit um eine halbe Juchart Holz.14 Erneut genannt wird die Hofstatt erst wieder am 1. Februar 1390, als Abt, Klosterherren und der Konvent der Reichenau der maistrin vnd dem couent gemainlich der sammung ze Garten auf der Reichenau15 dieselben Privilegien gewährten als ander vnser hoffstett ze sant Katherinen bi Tettingen, ze sant Katherinen jm Wursterwald und ze Guoten Adelhait.16 Das ist die älteste Urkunde, die Adelheiden und St. Katherinen im Wursterwald zusammen nennt. Ob die Hofstatt zur Guten Adelheid weiterhin Brüder oder schon Schwestern beherbergte, geht aus der Urkunde nicht hervor. Nach 1390 wird es längere Zeit still um Hofstatt und Kapelle zur Guten Adelheid, bis sich dort zu einem unbekannten Zeitpunkt, in den ersten Dezennien des 15. Jahrhunderts, eine Schwesterngemeinschaft ansiedelte. Der erste gesicherte Hinweis auf eine Schwesterngemeinschaft datiert aus dem Jahr 1436. Wie die Schwestern von St. Katharina im Wursterwald und die Schwestern im →Kirnberg bei Steißlingen schlossen sich die Frauen, die sich zur Guten Adelheid niedergelassen hatten, dem Orden der Augustinereremiten an. Über ihre Ordenszugehörigkeit informiert Antoninus Höhn in seiner Provinzgeschichte der Augustinereremiten von 1744. Ihm zufolge müssen die Schwestern zur Guten Adelheiden wie ihre Ordensschwestern im Wursterwald und im Kirnberg ein ›Hausbuch‹ besessen haben, in dem Regel und Statuten zusammengefasst waren. Der Provinzial Johannes Hasberg (1433‒1440) habe es ihnen während des Basler Konzils, wo er als Vikar des Generaloberen fungierte, zukommen lassen (so auch den Schwestern von St. Katharina im Wursterwald und im Kirnberg).17 Am 4. Januar 1442 bestätigten Abt und Konvent des Klosters Reichenau der Schwesterngemeinschaft die 1374 gewährten Exemtionen. Es wird präzisiert, die Gemeinschaft bestehe aus Laienschwestern (sorores layce) und der magistra Ursula Goelin, die dem Orden des Hl. Augustinus (ordinis sancti Augustini) zugehöre.18 Die erste und vorerst einzige Urkunde, die die Schwestern selbst ausstellten, datiert vom 9. November 1482.19 Mit Zustimmung des Abtes verkauften muotter vnd gemainen schwestern zuo sant Adelhayt dem Konstanzer Chorherren Heinrich Vischer (1471‒1495) für vierzig Gulden, die auf einem Weinberg in Wollmatingen und auf drei Reben in Hegne20 lagen, einen Zins von jährlich zwei Gulden, zahlbar an Martini in ir huswonung in Konstanz. Es siegelte für die Frauen Hans Mor, des selben zinsers gnaedigen herren von Owe amtpman zuo Allenspach von unser aller pat wegen sin aygen insigel. Von diesen zwei Gulden ist am 27. Mai 1495 erneut die Rede, als Ulrich Vischer, der Bruder des inzwischen verstorbenen Heinrich, sie Heinrich Hößlin (1495‒1502), dem Pleban zu St. Johann an die Pfründe schenkte.21 Am 20. März 1486 wurde die letzte vorreformatorische Urkunde zugunsten des Schwesternhauses ausgestellt, das sich seit 1478 als St. Adelheiden bezeichnete. Burckhardt von Heudorf, Bürger zu Schaffhausen, gewährte »aus besonderer Gunst und Freundschaft« den Schwestern zu St. Adelheiden ob Hegnen in Tettinger Waldt, St. Augustins ordens, auf ewig das Recht, ihr Vieh, es seien Kühe, Kälber oder Schweine, in seinen Gerichten zu Hegne auf »Wunn und Weid« überwintern zu lassen.22 Die nach 1436 ausgestellten Urkunden erlauben es nicht, sich über die wirtschaftlichen Verhältnisse, unter denen die Schwestern lebten, ein genaueres Bild zu machen; auch über die Zahl und die soziale Herkunft der Schwestern zu spekulieren verbietet sich vor dem Hintergrund der dürftigen Quellenlage. Selbst über die geistliche Betreuung wissen wir, jenseits der chronikalischen Notiz aus dem Jahr 1744, letztlich nichts Genaueres. In weltlichen Belangen aber blieben die Schwestern wie schon die Brüder vor ihnen über die Jahrzehnte hinweg dem Kloster Reichenau unterstellt, ohne dessen Zustimmung sie keine rechtlichen Schritte unternehmen konnten. Für die Frühneuzeit liegen nur spärliche Nachrichten vor. In der Reformationszeit verließ eine Schwester den Konvent.23 Das Provinzialkapitel erließ 1607 verschärfte Klausurbestimmungen für Adelheiden und die anderen beiden Augustinerinnenkonvente in der Diözese Konstanz. 1645 wurden offensichtlich die Statuten des Klosters durch den Provinzial und den Prior des Konstanzer Konvents neu approbiert. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelte sich ein langwieriger Streit zwischen dem Hochstift Konstanz und den Augustinereremiten über die Visitationsrechte in Adelheiden, der sich bis 1767 hinzog, als der bischöfliche Hofrat in einer umfangreichen Schrift die Herrschaftsverhältnisse abschließend regelte. In diesem Kontext dürfte auch der Bericht des Wollmatinger Pfarrers über die Geschichte von Adelheiden von 1763 einzuordnen sein.24 Der Konstanzer Bischof reklamierte für das Hochstift als Rechtsnachfolger der Benediktinerabtei Reichenau umfassende Vogteirechte über das Kloster. 1665 wurde auf dieser Grundlage eine Visitation von Adelheiden im Hinblick auf die Vermögensverhältnisse (in temporalibus) durchgeführt, in der auch die grundsätzliche Frage nach den rechtlichen Verhältnissen geprüft wurde.25 Zu diesem Zeitpunkt stammten die Schwestern aus dem engeren regionalen Umfeld von Adelheiden. Als 1667 der Provinzial der Augustinereremiten nicht nur eine Visitation in geistlichen Angelegenheiten (in spiritualibus), sondern auch in finanzieller Hinsicht anordnete, verweigerten die Schwestern unter Hinweis auf die bischöflichen Dekrete die Herausgabe der Rechnungsunterlagen. Ein offizieller Protest des Ordens beim Bischof blieb erfolglos, zudem entzog Konstanz den Augustinereremiten im Gegenzug auch die Visitationsrechte in geistlichen Angelegenheiten, da der Orden diese nur im Auftrag von Konstanz ausübe. Daraufhin schlossen die Augustinereremiten 1672 Adelheiden aus dem Orden aus. Zeitgleich versuchte das nahe gelegene Kloster St. Katharina eine Vereinigung der beiden Konvente zu erreichen. Die Schwestern brachten einen Ordenswechsel zu den Benediktinern ins Gespräch. Da der Orden zudem die Aufnahme von Novizinnen untersagte, wurde die Situation für Adelheiden kritisch. Es lebten nur noch sieben Schwestern im Konvent. 1678/79 zog Konstanz die Konsequenzen aus der Entscheidung des Ordens. Der Bischof übernahm als zuständiger Ortsbischof die umfassende Aufsicht über Adelheiden und regelte die Aufnahme von Novizinnen, die ihre Gelübde künftig vor einem Mönch der Reichenau ablegten. Fortan war Adelheiden ein Augustinerinnenkloster unter bischöflicher Jurisdiktion. Die Professformel umschrieb dies 1684 in folgender Weise; es erfolge die Aufnahme in dem hailigen orden St. Augustini […] nach der regel unsers heiligen vatters Augustini.26 Interessant ist, dass im Vorfeld der Ausarbeitung des aktenmäßigen Berichts von 1767 der Wollmatinger Pfarrer die legendenhafte Geschichte über die Entstehung des Klosters niederschrieb. Nach dieser Erzählung sei Adelheid Böllerin aus der Reichenau an der Hofstatt, dem späteren Kloster, einem jungen Mann aus Wollmatingen begegnete, der sie vergewaltigen wollte. Sie setzte sich heftig zur Wehr, worauf sie durch den Mann schwer verletzt wurde. Als dieser am nächsten Tag ihre Leiche wegbringen wollte, fand er die junge Frau schwer verletzt in einer hohlen Eiche versteckt. Der Mann erschlug die Frau. Daraufhin habe sich eine Wallfahrt zu dem hohlen Baum entwickelt und der Ort erhielt den Namen der jungen Frau. Die bischöflichen Beamten in Konstanz nahmen diese Wundererzählung nicht in ihre Schilderung auf. Bereits 1665 waren die Schwestern nach dem Ursprung von Adelheiden befragt worden, konnten aber darüber keine Auskunft erteilen Nachdem das Hochstift Konstanz an Baden gefallen war, erfolgte im Oktober 1803 die Inventarisierung des Vermögens von Adelheiden. Zu diesem Zeitpunkt lebten neben der Vorsteherin zwölf Schwestern und eine Novizin in dem Kloster.27 Zunächst war vom Großherzogtum geplant, den Konvent als ›Aussterbekloster‹ für die Augustinerinnen fortzuführen. Die Schwestern in Adelheiden nahmen jedoch die von Baden angebotene Pension in Anspruch, verließen den Ordensstand und zogen im Frühjahr 1809 aus Adelheiden weg. Besitz und WirtschaftDas Kloster galt in der Frühneuzeit als arm. Die Schwestern bestritten ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft.28 Bei der Visitation durch den Reichenauer Obervogt im Jahr 1665 besaß der Konvent nur einen geringen Grundbesitz (ca. 15 Mannsmahd Wiesen; 3 Jauchert Reben; 1 ½ Jauchert Ackerland auf Hegner Gemarkung), der zumindest teilweise durch die Schwestern selbst bewirtschaftet wurde. Das Kloster hatte 2.765 Gulden als Zinsbriefe verliehen. Die Schwestern hatten seit 1486 Weiderechte für sieben Rinder und sechs Stück Kleinvieh.29 Bis 1616 erhielt der Konvent zudem jährlich Wein, Getreide und Holz von der Reichenauer Herrschaft als »Almosen«.30 Die Revision der Rechnungen erbrachte bei den Einnahmen und Ausgaben an Geld für den Zeitraum 1665–72 ein jährliches Defizit, das sich auf mehr als 500 Gulden summierte. Neben den Verkaufserlösen an Wein verbuchten die Schwestern Einnahmen durch ihre Webarbeiten – das Kloster besaß drei Webstühle – sowie die Vermarktung von Fleisch, Milch und Schmalz. Das Getreide wurde für den eigenen Bedarf benötigt. Offensichtlich konnte sich das Kloster in den nächsten Jahrzehnten wirtschaftlich erholen. Darauf weist der Neubau der Klosterkirche im frühen 18. Jahrhundert. 1803 wurde das Vermögen des Klosters auf die ansehnliche Summe von 49.800 Gulden geschätzt. Dazu zählte auch der 1752 für 2.500 Gulden erworbene Sammlungshof in Dingelsdorf.31 Die Lebensverhältnisse des Konvents waren ärmlich. Der Bericht wundert sich, daß sich so viele Menschen mit so wenig Vermögen nähren und nebenbei noch einen Beichtvater […] unterhalten können.32 Religiöses und kulturelles WirkenNachrichten über das religiöse Leben innerhalb des Konvents fehlen fast vollständig. Mit der Herauslösung des Klosters aus dem Orden wurde der Pfarrer von Wollmatingen als Beichtvater für die Schwestern bestimmt. Im späten 18. Jahrhundert übernahm durchgehend ein Mönch aus der →Benediktinerabtei Petershausen diese Aufgabe. Die Verbindungen des Konvents zu der Pfarrei Wollmatingen, in deren Sprengel Adelheiden lag, waren eng. Zeitweise besuchten die Schwestern den Gottesdienst in der dortigen Pfarrkirche. Dort besaßen sie auf der Frauenseite eigene Plätze. Spätestens mit dem Neubau der Kirche im frühen 18. Jahrhundert darf davon ausgegangen werden, dass in Adelheiden regelmäßig Gottesdienste stattfanden. 1803 hatte der Beichtvater die Aufgabe, jährlich rund 200 Messen in dem Kloster zu lesen, Bei seiner Aufhebung 1808 besaß das Kloster in beachtlichem Umfang liturgische Gerätschaften und Paramente, darunter eine Monstranz, drei Kelche und 22 Messgewänder.33 Die Schwestern wurden in der Frühneuzeit in Adelheiden bestattet, auch wenn einzelne Begräbnisse wohl in Wollmatingen stattfanden. Für 1718 ist überliefert, dass jährlich ein »Bittgang«, also eine Prozession, der Pfarrei nach Adelheiden erfolgte. Mit der Aufhebung des Klosters gingen Archiv und Bibliothek verloren. Bau- und KunstgeschichteLageUrsprünglich auf einer Waldlichtung gegründet, liegt das letzte noch stehende Gebäude der ehemaligen kleinen Klosteranlage Adelheiden noch immer von Wäldern umgeben etwa auf halber Strecke zwischen den Gemeinden Hegne und Dettingen. Erstmals wird 1374 anlässlich der Weihe die Kapelle in Adelheiden erwähnt. In der Fastenzeit 1559 brannte die Klosterkirche aus und wurde anschließend mit Unterstützung des Bischofs von Konstanz instandgesetzt.34 Im frühen 18. Jahrhundert erfolgte ein Neubau der Klosteranlage. Kirche und KonventsbautenZwei Ansichten – ein Kupferstich von Johann Matthias Steidlin von 1730 und eine Karte des Dettinger Waldes von 1793, Kopie eines Originals von 1752 – vermitteln ein einigermaßen einheitliches Bild der Anlage um die Mitte des 18. Jahrhunderts – einmal von Osten, einmal von Westen gesehen. Offenbar bestand das Kloster aus einer kleinen einschiffigen Kirche mit dreiseitig (?) polygonalem Chor und Dachreiter, welche an ein größeres zweigeschossiges Gebäude mit Sockelgeschoss und Satteldach anstieß. Zwei weitere Gebäude gleichen Typs flankierten das Hauptgebäude im Norden und Süden. Auf der jüngeren Abbildung bildet die Kirche die Nordseite eines großen ummauerten Klostergartens, ein zweiter Garten liegt nördlich der Kirche. An das Hauptgebäude schließen nach Westen drei Flügel an, die einen Hof umschließen. Diese fehlen auf der jüngeren Ansicht, und der Klostergarten liegt hier im Norden. Der Kirchenneubau von 170735 ähnelt auffallend jenem des Klosters →Hermannsberg von 1712. Nach der Auflösung des Klosters zog sich der Verkauf der Anlage hin. Im Sommer 1810 wurden deshalb das Konventsgebäude und der Kirchturm abgebrochen. Die restlichen Gebäude gingen 1812 an einen Gastwirt, heute ist im letzten noch stehenden Gebäude eine Landwirtschaft. Materielle Kulturgeschichte, BauausstattungGroße Teile der Ausstattung gingen nach der Aufhebung des Klosters an die Pfarrkirche St. Verena in Dettingen: zwei Altäre, die dort als Seitenaltäre aufgestellt sind, die Kanzel, die Kreuzwegtafeln und eine Pietà. Das Altarbild des Marienaltars zeigt Maria mit dem Kind, zu ihren Füßen die Hll. Katharina von Siena und Dominikus, an den Seiten vollplastische Figuren – links einer Anna Selbdritt und rechts eines Bischofs ohne Attribute (Nikolaus?). Dem Marienaltar entspricht rechts ein Josefsaltar mit dem selten dargestellten Tod des Heiligen (Abb. 4). Eine vergleichbare Darstellung findet sich in der Kirche der →Kapuzinerinnen in Markdorf. An den Seiten rechts der Hl. Antonius von Padua, links ein weiterer unbenannter Bischof. Sollte der Bischof mit dem Orden der Augustiner in Verbindung stehen, könnte es sich um Possidius von Calama oder Alipius, beide enge Freunde von Augustinus, oder den Augustiner Thomas von Villanova, Bischof von Valencia, handeln. Ungewöhnlich ist der Kanzelkorb, der jeweils auf Goldgrund die drei Halbfiguren von Petrus, Christus und Johannes dem Täufer zeigt. BibliographieQuellen: Höhn 1744. Handbücher und Lexika: GermBen V, S. 115 f. (Franz Quarthal); kloester-bw, Augustinerinnenkloster Adelheiden bei Hegne (Franz Hofmann). Literatur: Schmid 1978 (a), S. 115–117; 200 Jahre St. Verena Dettingen-Wallhausen 1984; Wilts 1994, S. 412 f.; Deggelmann 2003; Egenhofer 2003. Anmerkungen
|
| Objekttyp: | Konvent |
| Personenbezüge: |
|
Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
|---|




leobw