Jestetten, Redemptoristen 

Kurzbeschreibung:

1774 Gründung als Tochter von Berg Sion für prämonstratensische Schwestern des regulierten dritten Ordens – 1802 Aufhebung – 1802–1805 Niederlassung der Redemptoristen

Ordensgliederung: Zirkarie Schwaben
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Neukirch

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Prämonstratenserinnen »Berg Tabor« 1774-1802
  • Redemptoristen 1802-1805
Beschreibung:

Name: frawen closter ordinis Sti Norberti de perpetua adoratione Sanctissimi zu Jestetten (1772)1

Geschichte

Auf Wunsch einiger Frauen aus Jestetten richtete das Prämonstratenserinnenstift Berg Sion (Kanton St. Gallen) in Jestetten im oberen Schloss unter dem Priester Joseph Helg (1721–1787) das Anbetungskloster Berg Tabor ein und sandte mit der Subpriorin Norberta Ambühl sieben Schwestern und sechs Novizinnen, die die immerwährende Anbetung gewährleisten sollten. Sion hatte das obere Schloss und den Flachshof in Jestetten mit hinterlegten Kapitalbriefen für die Filiation erworben. 1774 wurde die Gründung vom Konstanzer Bischof genehmigt.

Nach Aufdeckung der desolaten finanziellen Lage von Mutter- und Tochterstift wurde den Schwestern die Rückkehr nach Berg Sion angeboten. Obwohl der Konstanzer Geistliche Rat die Aufgabe Berg Tabors am 30. Dezember 1779 beschlossen hatte, setzte er eine Frist von vier Monaten, um neue Wohltäter zu finden, die verlängert wurde. 1780 übernahm Priorin Franziska Betz die Verantwortung und belebte Berg Tabor mit sechs Schwestern. Man löste sich von Berg Sion und vollkommen mittellos überlebte das Stift die nächsten Jahre nur durch die Anspruchslosigkeit des Konvents.

Nachdem ein erster Versuch 1798 auf Grund größerer Kriegshandlungen in der Region gescheitert war, kam der Redemptorist Clemens Maria Hofbauer 1802 auf den Tabor, um die Seelsorge der Frauen zu übernehmen und eine Niederlassung seines Ordens zu errichten.2 Nach größeren Auseinandersetzungen mit weltlichen und geistlichen Behörden verließen die Redemptoristen Jestetten aber bereits im Jahr 1805 wieder.

Der Konvent nutzte das dreigeschossige Hauptgebäude mit Staffelgiebeln, das ehemalige oberen Schloss der Sulzer, dann Schwarzenberger mit spätmittelalterlichen Bauteilen. Die Frauen scheinen seit der ersten Messe im Januar 1774 in der Schlosskapelle diesen Ort weiterhin für die Anbetung genutzt zu haben.

Bibliographie

Handbücher und Lexika: Backmund I 21983, S. 51; HelvSac IV,3, S. 190–194 (Cornel Dora); kloester-bw, Prämonstratenserinnenkloster Jestetten (Lothar Abend); SKHB, S. 322 f. (Hendrik Weingarten).

Literatur: Isele 1971; Abend 2001.

Anmerkungen

  • 1 GLA 147 Nr. 230; St AF W 499/1/147/230.
  • 2 GLA 116 Nr. 1476; vgl. auch St AF S 44/1, Nr. 306, Nr. 30 9-311
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Ingrid Ehlers-Kisseler [Autor]
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