Ettlingen, Franziskaner
| Kurzbeschreibung: | 1735 Gründung – 1745 Bezug Neubau – 1808 Aufhebung Patrozinium: Johannes von NepomukOrdensgliederung: Oberdeutsche (Straßburger) ObservantenprovinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Speyer, Archidiakonat des Stiftspropstes bei St. German und Moritz, Landkapitel Ettlingen |
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| Beschreibung: | Name: residentia Ettlingana (1744);1 residentia Ettlingana ad S. Joannem Nepomucenum (1750);2 residentia Franciscanorum Ettlingana (o.J.);3 residentia Ettlingana – aulica (1756)4 GeschichteMarkgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden († 1733) ließ auf ihrem Witwensitz, Schloss Ettlingen, eine Schlosskapelle errichten. Die Betreuung der Kapelle sollte einem neu zu errichtenden Hospiz des →Franziskanerkonvents Rastatt obliegen. Hierfür stiftete die Markgräfin das Kapital von 6.000 Gulden, damit jeden Tag eine heilige Messe gelesen werde. Fertigstellung und Weihe der Kirche am 6. September 1733 durch den Speyerer Bischof und Kardinal Damian Hugo von Schönborn (1719–1743) erlebte die Markgräfin jedoch nicht mehr.5 Die formale Gründung des Franziskanerhospizes erfolgte erst zwei Jahre später mit der Berufung und Ankunft zweier Patres aus Rastatt sowie der Bestellung von Pater Ezechiel Schicker zum Superior im Oktober 1735. Davor wurde die Kapelle von zwei Kaplänen betreut. Zunächst eher bescheiden in einer Remise beim Schloss untergebracht, konnte 1745 der eigentliche Neubau, auch Klösterle genannt, bezogen werden. Das Hospiz unterstand stets dem Rastatter Konvent, war jedoch wirtschaftlich unabhängig und mit den Stiftungsgeldern, Kollekten und Naturaleinnahmen gut ausgestattet. Seit 1749 durfte zudem ein Teil des Hofgartens bewirtschaftet werden. Die Patres nahmen neben den Messfeiern in der Schlosskapelle auch weitere, insbesondere seelsorgerische Aufgaben in Ettlingen und Umgebung wahr, die nach dem Weggang der →Jesuiten aus der Stadt noch zunahmen.6 Mit dem Tod von Markgraf Ludwig Georg (1727–1761) und seiner Gemahlin Maria Josepha ein Jahr später verschlechterte sich die Situation der Patres. Nach 1803 blieb das Kloster zunächst bestehen, vom aufgelösten Rastatter Konvent kam 1805 ein Priester nach Ettlingen. Das Hospiz diente den Franziskanern noch bis zur Auflösung im November 1808 als Unterkunft. Die verbliebenen Religiosen wurden ins →Kloster Fremersberg verwiesen. Das Stiftungskapital ging an das katholische Kirchendepartement, Stiftungszinsen und Aufgaben wurden an die Ettlinger Pfarrei übertragen.7 Eine eigentliche Klosterkirche gab es nicht. Die Franziskaner versahen ihren Dienst in der Schlosskapelle. Sie wurde als Anbau im Nordosten des Schlossgeländes errichtet, prachtvoll eingerichtet und auf besonderen Wunsch von Markgräfin Sibylla Augusta dem 1729 heiliggesprochenen Johannes von Nepomuk gewidmet, von dem auch eine Reliquie in der Kapelle ausgestellt wurde. Die künstlerische Gestaltung übernahm 1732 Cosmas Damian Asam, der in mehreren Wand- und Deckenfresken das Leben Nepomuks in Szene setzte.8 Die Schlosskapelle wurde 1808 profaniert, die kostbare Ausstattung wurde an umliegende Kirchengemeinden gegeben. Der Hauptaltar gelangte nach Kuppenheim, von dort später nach Ettlingenweier.9 Die restaurierten Fresken können heute in dem aus der ehemaligen Schlosskapelle nach 1948 umgestalteten Asamsaal betrachtet werden. Das Hospizhaus (Klösterle), ein zweigeschossiger Putzbau befindet sich heute in der Klostergasse 3, südöstlich der Schlossanlage, zweiseitig umrahmt durch den eingefriedeten ehemaligen Klostergarten (heute Apothekergarten) und den offenen Rosengarten. Das Gebäude gelangte bereits 1803 durch das 4. Organisationsedikt an die Stadt Ettlingen und fand seither verschiedenste Verwendungszwecke.10 Das Bauwerk wurde hierfür in der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestockt. BibliographieHandbücher und Lexika: Dehio, Baden-Württemberg Bd. 1, S. 220 (Karin Stober); KDM Bd. 9,3, S. 51–54 (Emil Lacroix/Peter Hirschfeld/Wilhelm Paeseler); kloester-bw, Franziskanerhospiz Ettlingen (Rainer Brüning). Literatur: Gatz 1956; Zollner 1992; Stenzel 1997. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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