Freiburg, Franziskanerterziaren
| Kurzbeschreibung: | 1315 Ersterwähnung – um 1474 Erstbeleg als Franziskanerterziaren – 1538 letzte Erwähnung Ordensgliederung: Oberdeutsche (Straßburger) (Minoriten-) ProvinzKirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg |
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| Beschreibung: | Name: armen willigen bruodern, die da heißet arm lute (1315);1 brueder sant Franciscen ordens der trittn regel von der buoß oder penitenz genannt (nach 1474);2 domus fratrum de tertia regula sancti Francisci opidi Friburg Prisgaudie (1521)3 GeschichteAm Valentinstag des Jahres 1315 übertrug Margarete, Witwe Eberhards des Kistlers von Suggental, gemeinsam mit ihrer Tochter Katharina ihr Haus in der Sonnengasse in der Freiburger Neuburg ihrem Sohn Eberlin, der dieses wiederum den armen willigen Brüdern vermachte, die dort bereits wohnten.4 Eberhard wird in der Schenkung immer wieder als Bruder bezeichnet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass er selbst Teil der Gemeinschaft war. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts scheint die unregulierte Lebensform der Brüder im Rahmen der Beginen- und Begardenverfolgung Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein. Darauf deuten in dem Archiv der Gemeinschaft verwahrte beglaubigte Abschriften der Bullen Ex iniuncto nobis5 und Ad audientiam nostram6 Papst Gregors XI. (1370–1378) hin. In diesen übertrug der Papst den Bischöfen des Reiches die Prüfung der ohne approbierte Regel lebenden pauperes. Für eine solche Prüfung im Bruderhaus spricht, dass dort zudem der Auftrag des Konstanzer Bischofs Heinrich von Brandis (1357–1383) an seinen ehemaligen Generalvikar Johannes Tunsel, ausgehend von Ex iniuncto nobis die Gemeinschaften beiderlei Geschlechts, in Freiburg und Umgebung zu visitieren, überliefert ist.7 Langfristig führte wohl der immer stärker werdende Druck auf die nichtregulierten Religiosen dazu, dass sich die Gemeinschaft dem Dritten Orden der Franziskaner anschloss, was erstmals in den 1470er Jahren belegt ist.8 Der Freiburger Rat hatte bereits seit den Anfängen des Regelhauses Einfluss auf die Leitung der Gemeinschaft, da mögliche Streitfälle laut der Urkunde von 1315 vor ihm verhandelt werden sollten. In den 1470er Jahren versuchte der Rat seinen Einfluss auszubauen und nicht nur den Pfleger zu bestimmen, sondern er legte zudem fest, dass ohne Zustimmung des städtischen Pflegers kein neuer Meister mehr gewählt und kein neues Mitglied aufgenommen werden dürfe.9 Dies widersprach allerdings der Drittordensregel der Franziskaner, laut der diese beiden Punkte von dem Visitator zu bestimmen waren, weshalb die Brüder Beschwerde einlegten, sich aber letztlich nicht gegen die Stadt durchsetzen konnten.10 Über die Größe des Konvents und seine Zusammensetzung können keine sicheren Aussagen getroffen werden, allerdings verzeichnet ein Inventar der Gemeinschaft von 1497 sechs Betten, so dass die Zahl der Brüder nicht größer gewesen sein dürfte.11 Ein Rodel von 1505, der in zwei Ausfertigungen überliefert ist, dokumentiert ausführlich den Besitzstand der Brüder, die über Einkünfte von Häusern und Gärten in Freiburg und der näheren Umgebung der Stadt verfügten.12 Wahrscheinlich war dies die Haupteinnahmequelle der Brüder. Zudem bemühten sich die Brüder um die Pflege der an den Blattern bzw. Syphilis erkrankten Menschen. 1538 ist das Bruderhaus im Rahmen eines Grundstücksverkaufs zum letzten Mal erwähnt.13 Die Gemeinschaft muss über ein Archiv verfügt haben, da der bereits erwähnte Rodel so gut wie alle heute noch überlieferten Urkunden, teilweise sogar im Volltext, wiedergibt. Das Archiv gelangte nach der Auflösung der Gemeinschaft ins Stadtarchiv Freiburg. Über eine Bibliothek ist nichts bekannt, lediglich die Stiftung eines Messbuches ist belegt.14 Bau- und Kunstgeschichte1493 war das Bruderhaus so baufällig, dass der Bürgermeister und der Rat der Stadt einen Bettelbrief zu Gunsten der Gemeinschaft ausstellten.15 1521 konnten eine Kapelle und mehrere Altäre im Haus durch den Konstanzer Weihbischof Melchior Fattlin (1518–1548) geweiht werden.16 Einer der beiden Rodel von 1505 erwähnt in einem Nachtrag die Stiftung eines Bruders Johannes Hererscher, der neben einer ewigen Messe, einem Messgewand sowie einem versilberten Kelch auch einen Altar und dafür ein gesnitten und gemält bild sancti Francisci mit eim Seraph stiftete. Ebenfalls ein gesnitten Unser Liebn Frawen bild stiftete der als schriber bezeichnete Friedrich Riederer gemeinsam mit seiner Frau.17 BibliographieHandbücher und Lexika: kloester-bw, Franziskaner-Terziarenkloster »Willige arme Brüder« Freiburg (Hans-Peter Widmann). Literatur: Gerchow/Schadek 1996. Anmerkungen
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| Objekttyp: | Konvent |
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Literatur + Links
| Weiterführende Links: |
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