Freiburg, Kapuziner 

Kurzbeschreibung:

1599 Gründung – 1601 Weihe der ersten Klosterkirche – 1680 Abbruch des Klosters – 1699 Weihe der neuen Klosterkirche – 1805/21 Aufhebung – nach 1821 Abbruch der Anlage

Patrozinium: Unbefleckte Empfängnis Mariä
Ordensgliederung: Schweizerische Provinz, Kustodie Freiburg; 1668 Vorderösterreichische Provinz, Kustodie Freiburg
Kirchliche Zugehörigkeit: Bistum Konstanz, Landkapitel Freiburg

Ortsbezüge:
Ordensregel:
  • Kapuziner 1599-1805
Beschreibung:

Name: fratres Capuciner ordens alhie (1599)1

Geschichte

Historische Entwicklung

Das Kapuzinerkloster Freiburg zählt zu den frühen Gründungen im Gebiet der späteren (1668 eingerichteten) vorderösterreichischen Ordensprovinz und weist innerhalb dieser eine gewisse Zentralität auf. Seine Errichtung geht auf die Initiative des Freiburger Rates zurück, der – wenn auch diese Initiative angesichts der bereits bestehenden Klosterdichte in der Stadt nicht unumstritten war – 1591 die Schweizer Kapuzinerprovinz um die Entsendung von Ordensangehörigen in die Stadt bat. Das Provinzkapitel in Altdorf/Uri (8./9. Oktober 1591) schickte daraufhin zwei Patres zu Verhandlungen nach Freiburg. Diese mussten jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen, da das Klosterprojekt in die Mühlen einer Auseinandersetzung zwischen Stadt und Universität geriet. Denn der Rat hatte den Kapuzinern versprochen, dass sie mit der Seelsorge in der Kirche St. Nikolaus in der Vorstadt Neuburg, die mit nur zwei Kaplänen überlastet war, betraut werden würden. Bei diesem Gotteshaus handelte es sich jedoch um eine Filialkirche unter dem Patronat der Universität. Da diese nicht hinreichend in die Planungen einbezogen war, stellte sie sich quer, zumal ohnehin ein Streit um das Verhältnis zwischen Universität und Stadt schwelte. Damit war das Vorhaben vorerst gescheitert.

Erst 1599 konnte eine gütliche Einigung herbeigeführt werden, nachdem im Vorjahr der Konstanzer Bischof, Andreas Kardinal von Österreich (1589–1600), seine bereits 1592 gewährte Erlaubnis zur Errichtung eines Kapuzinerklosters erneuert hatte und auch die landesherrliche Vertretung, die vorderösterreichische Regierung, die Stadt ermahnt hatte, nunmehr die Klostergründung in die Wege zu leiten. Mit einer Verzögerung von einigen Monaten wandte sich der Freiburger Stadtrat schließlich im Januar 1599 erneut an die Schweizer Kapuzinerprovinz. Nachdem auch das Generalkapitel der Kapuziner in Rom die Zustimmung erteilt hatte, kamen im Oktober des gleichen Jahres einige Patres nach Freiburg, um den Bau eines Klosters in die Wege zu leiten. Als Ort wurde nun die Lehener Vorstadt im Westen ausgewählt, wo am 30. November die Grundsteinlegung erfolgte. Die Klosterkirche wurde Ende September 1601 geweiht, während der Bau des Klosters erst Ende des Jahres 1602 abgeschlossen werden konnte.

Im Rahmen des zweiten, letztlich erfolgreichen Anlaufs zur Errichtung eines Kapuzinerklosters in Freiburg war aus einem kommunalen Projekt ein von überregionalen Kräften der Katholischen Reform gefördertes Vorhaben geworden, das jedoch auch weiterhin von städtischen Akteuren unterstützt wurde. So gehörte einer der prominentesten Vertreter eines erneuerten Katholizismus in der Stadt, der Theologieprofessor Jodokus Lorichius († 1613), zu den Förderern des Klosterprojekts. Der Freiburger Rat hoffte, dass mit den Kapuzinern eine vorbildlich im Sinne von seelsorgerischem und karitativem Einsatz sowie von strenger Ordensregeldisziplin wirkende Gemeinschaft nach Freiburg käme. Er betrachtete es – in gewisser Konkurrenz zu anderen, überregionalen Akteuren der Katholischen Reform – als seine Aufgabe, die Religiosität in der als Heilsgemeinschaft verstandenen Stadt zu fördern. In der Annahme der Kapuziner drückt sich auch eine gewisse Unzufriedenheit mit anderen Ordensgemeinschaften, namentlich den zu dieser Zeit als zu verweltlicht geltenden Franziskanern, aus; es bestand die Absicht, mit der Annahme des als besonders streng und »exemplarisch« geltenden Bettelordens andere Ordensgemeinschaften zu disziplinieren. Dass die Kapuziner ein »Reformorden« waren, der sich durch seelsorgerischen Aktivismus auszeichnete, welcher der Festigung der nachtridentinischen Kirche und der Stärkung der Bindung der Gläubigen an diese diente, war in Freiburg bei allen beteiligten Akteuren ein wichtiges Motiv für die Einrichtung eines Kapuzinerklosters in den Mauern der Stadt.

Einen Einschnitt in der Geschichte des Klosters stellen die Folgen des »Holländischen Krieges« (1672–1678) dar. 1677 eroberten französische Truppen Freiburg; ein Jahr später fiel die Stadt im Rahmen des Friedens von Nimwegen an die französische Krone, unter deren Herrschaft sie bis 1699 verblieb. Freiburg wurde von der neuen Herrschaft stark befestigt mit der Folge, dass das Kapuzinerkloster im Frühjahr 1680 abgerissen werden musste. Stattdessen wurde, finanziell durch Ludwig XIV. (1643–1715) unterstützt, ein neues Kloster innerhalb der verkleinerten Stadt gebaut, und zwar an der Stelle des heutigen Collegium Borromaeum (Schoferstr. 1). Am 1. Oktober konnten die Kapuziner den feierlichen Einzug in die neue Niederlassung halten, nachdem sie bis dahin im Collegium Sapientiae, der ältesten Freiburger Burse, provisorisch untergebracht waren. Die Weihe der neuen Klosterkirche erfolgte erst im Mai 1699 unter gleichem Patrozinium wie die alte. In den Belagerungen der Jahre 1713 und 1744 blieb das Kloster unbeschädigt.

In den 1780er Jahren beeinträchtigten die josephinischen Reformen zunehmend das Klosterleben. Bereits 1781 verbot ein Hofdekret die Aufnahme von Novizen, was allerdings in den Jahren nach dem Tod Josephs II. (1765–1790) nicht mehr beachtet wurde. 1785 gehörte das Freiburger Kapuzinerkloster zu insgesamt sieben Klöstern in Vorderösterreich, die zur Auflösung vorgesehen waren, nicht zuletzt aufgrund seiner prekären finanziellen Lage; die Maßnahme konnte indes herausgezögert und schließlich bis auf weiteres verhindert werden. Die Zahl der im Kloster wohnenden Kapuziner schrumpfte gleichwohl nach und nach; 1800 waren es noch elf Patres. 1805 erging ein erneuter Aufhebungsbescheid, doch wurde den Kapuzinern von der neuen badischen Herrschaft (ab 1806) erlaubt, als geistliche Gemeinschaft im Kloster wohnen zu bleiben, bis schließlich 1821 die verbliebenen vier Patres und ein Laienbruder in das »Zentralkloster« nach →Staufen umziehen mussten. Das Freiburger Klostergebäude wurde anschließend abgerissen.

Besitz und Wirtschaft

Als Mendikantenkloster verfügte das Freiburger Kapuzinerkloster, der Ordensregel entsprechend, über keinen Besitz. Die Stadt Freiburg war Vermögensverwalterin des Klosters, wobei die Einnahmen durch Almosen und Zuweisungen von Stiftungsvermögen stets unter den Ausgaben blieben; bereits 1601 bestand aufgrund der Baukosten des Klosters ein Defizit von 2.700 Gulden. Einen Teil ihres Unterhalts, insbesondere Lebensmittel, Wachs und Garn, erbettelten die Kapuziner in der Stadt wie in deren Umland. Dieses war in »Terminierbezirke« eingeteilt, in denen die Klosterangehörigen an festgelegten Tagen bettelten und Seelsorgedienste erbrachten. Dieses System sorgte einerseits für eine weitgehend flächendeckende Versorgung des katholischen Teils des Breisgaus mit mendikantischer Seelsorge (auch durch andere Bettelorden) und war andererseits eine Manifestation ihres Armutsideals und damit der Glaubwürdigkeit ihrer Lebensweise und Regelstrenge. 1788 wurde das Almosensammeln verboten und die Kapuziner fortan vom staatlichen Religionsfonds versorgt; ebenso wurde die Spendung der Sakramente an die Gläubigen untersagt. Damit waren wesentliche Elemente der kapuzinischen Lebensweise und der Beziehungen der Kapuziner zu den Laien mehr oder weniger effektiv gekappt worden.

Religiöses und kulturelles Wirken

Auch wenn die Quellenlage zur Geschichte der Kapuziner in Freiburg durch den Verlust vieler Dokumente aus dem untergegangenen Kloster- wie Provinzarchiv auf den ersten Blick wenig günstig erscheint, so lässt doch die reichhaltige kommunale Überlieferung eine Rekonstruktion des Wirkens der Kapuziner und ihres Ansehens in der Bevölkerung wie auch beim Stadtrat zu. Dieses Wirken entfaltete sich in einer mit Klöstern bereits sehr dicht besetzten Stadt – 1599 existierten bereits 15 Klöster und Ordenshäuser in Freiburg. 1620 sollten die Jesuiten hinzukommen, zwischen denen und den Kapuzinern ein gewisses, phasenweise sehr deutlich zutage tretendes Rivalitätsverhältnis bestand.

Zu den besonders auffälligen, da öffentlichkeitswirksamen seelsorgerischen Aktivitäten der Kapuziner zählte die Predigt. Die Gläubigen konnten Kapuzinerpredigern allsonntäglich und an Feiertagen in der Kirche des Klosters hören und bereits 1598 wurde im Rat diskutiert, ob man den Patres auch Predigten im Münster anvertrauen sollte. Stadt und Universität teilten sich die Münsterkanzel; während die Stadt für die Feiertagspredigten zuständig war, bestellte die Universität den Sonntagsprediger. Erstgenannte Funktion übernahmen die Kapuziner im Jahr 1616, während die Universität ab 1622 Jesuiten die Münsterkanzel am Sonntag überließ. Die bereits erwähnten Rivalitäten zwischen den beiden Orden (und ebenso zwischen Stadt und Universität) entluden sich daraufhin wiederholt an der Frage, wer an Sonntagen, die gleichzeitig Feiertage waren, predigen sollte. Nachdem in der Nacht zum Neujahrstag 1662 ein Kapuzinerprediger in der Münsterbauhütte übernachtet hatte, um von dort am nächsten Morgen die Kanzel zu besteigen und keinen Jesuiten heraufzulassen, wurde schließlich ein komplizierter Vergleich geschlossen, welcher derlei Konflikte künftig vermied.

An diesem Konflikt zeigt sich auch, dass die Stadt die Kapuziner zunehmend als eine ihr besonders nahestehende und mit den kommunalen Interessen kompatible Ordensgemeinschaft betrachtete – durchaus im Gegensatz zu den Jesuiten, die einen eher überregionalen und stark romorientierten Katholizismus vertraten und aus der Sicht der um ihre Freiheiten und Privilegien besorgten Stadt der Landesherrschaft zu nahe standen. Diese besondere Affinität zwischen Kapuzinerkloster und Kommune ist vor allem ab den frühen 1630er Jahren festzustellen, als der Dreißigjährige Krieg die Stadt erreichte. 1633/34 wurde Freiburg von einer pestartigen Seuche getroffen, in deren Verlauf sich die Kapuziner auf einem weiteren Feld ihres Wirkens besonders hervortaten, der Krankenpflege. Während viele Angehörige anderer Orden angesichts der sich nähernden Epidemie und der Kriegsgefahr aus der Stadt flohen, blieben die Kapuziner und taten sich in der Pflege und Seelsorge der Schwerkranken hervor, wobei sich mehrere von ihnen ansteckten und der Epidemie ebenfalls zum Opfer fielen. Während es bis zu diesem Zeitpunkt in den Ratsprotokollen wiederholt Kritik an den Predigten der Kapuziner und der Wahl ihrer Prediger gegeben hatte, brachen diese Beschwerden nun schlagartig ab und wurden in den folgenden Jahrzehnten kaum mehr geäußert.

Man kann von einem regelrechten Schulterschluss zwischen dem Freiburger Kapuzinerkloster und dem Stadtrat sprechen, der nach dem Dreißigjährigen Krieg noch auf einem weiteren Feld bekräftigt wurde: der Heiligenverehrung. Der aus Freiburg stammende Pater Raphael (= Philipp Schächtelin) brachte von einer Reise nach Rom sterbliche Überreste des legendenhaften Katakombenheiligen Alexander mit, der angeblich im Jahr 297 den Märtyrertod gestorben war. Auf diese Weise wurde der Reliquienschatz des Münsters aufgebessert und ein neuer Stadtpatron gewonnen. In den Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg bemühte sich die Stadt darüber hinaus, die religiöse Infrastruktur ihrer Umgebung durch die Wiederbelebung kleinerer Wallfahrtskapellen zu verdichten; mit der Seelsorge in diesen Kapellen – St. Ottilien und St. Valentin – wurden die Franziskaner-Oberservanten und die Kapuziner betraut. Neu errichtet wurde zudem südlich der Stadt die 1657 geweihte »Lorettokapelle«, ein Nachbau des Hauses von Loretto, des vermeintlichen Geburtsorts Marias. Auch dort übernahmen die Kapuziner, wiederum zusammen mit den Freiburger Franziskaner-Observanten, die Beichte und die Predigt, außerdem richteten sie eine Laienbruderschaft ein, welche die Verehrung der Heiligen Familie fördern sollte. Was die Kapuziner für die Stadt als Partner bei derartigen religiösen Projekten attraktiv machte, war einerseits ihre Popularität bei den Gläubigen, andererseits aber auch ihre seit der Verschuldung durch den Klosterbau bestehende finanzielle Abhängigkeit von der Stadt. Außerdem traten auffallend viele Freiburger in den Orden ein – bis 1668 allein 64 – womit es personelle Verbindungen zwischen den Rats- und Handwerkerfamilien und dem Kloster gab. Der genannte Pater Raphael war beispielsweise ein Bruder des Ratsherrn Georg Schächtelin. Für die Kapuziner war dies eine Gratwanderung, waren sie doch ihrem Selbstverständnis nach eine überregionale, in der Welt ungebundene Ordensgemeinschaft. Faktisch ist jedoch eine gewisse soziale Verankerung in Freiburg zu konstatieren. Sie fand ihre Grenzen allerdings dann, wenn die Stadt versuchte, die Personalpolitik des Ordens zu beeinflussen und ihr genehme Patres in der Stadt zu halten. Auf derartige Arrangements ließ sich die schweizerische bzw. ab 1668 die vorderösterreichische Kapuzinerprovinz in den meisten Fällen um der Glaubwürdigkeit des Weltferne fordernden Ordensideals willen nicht ein.

Dass die genannten Angebote der Seelsorge angenommen wurden, zeigt auch, dass die Kapuziner in der Bevölkerung ein erhebliches Maß an Akzeptanz gewonnen hatten. Mehr noch als die meisten anderen Orden galten die Kapuziner als glaubwürdige Vermittler zur Sphäre des Transzendenten. Die Kombination von kontemplativen Elementen – die Klosterklausur, das gemeinsame Chorgebet, die gelebte, auch in der Architektur des Klosters symbolisierte Armut – und aktivem Einsatz vor allem im Bereich der Predigten, des Beichthörens und der Krankenpflege – erwies sich in ihrem Verhältnis zu den Laien als sehr wirksam. Auffallend ist, dass das Kapuzinerkloster die bevorzugte Anlaufstelle für Laien war, wenn diese kirchliche Gnadenmittel, die so genannten Sakramentalien, zur Bewältigung von Alltagsnöten, zur Gewährleistung einer komplikationsfreien Geburt oder zur Abwehr vermeintlicher Bezauberungen benötigten. Dies betrifft insbesondere die Abgabe von geweihtem Wasser, das als Mittel gegen Schadenzauber an Mensch und Vieh eingesetzt wurde. Außerdem wurden die Kapuziner (ebenso wie die Franziskaner) häufig gebeten, den schon im 13. Jahrhundert heiliggesprochenen Franziskaner Antonius von Padua anzurufen, der im Ruf stand, bei der Wiedergewinnung von Gestohlenem oder Verlorenem behilflich zu sein. In geringerem Umfang und im Wesentlichen erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Freiburg zudem der Kult um den 1612 dort eingekleideten und 1746 als Märtyrer heiliggesprochenen Kapuziner Fidelis von Sigmaringen. Insgesamt ist somit die Rolle der Kapuziner bei der Stärkung der Bindung der Laien an die katholische Kirche hoch einzuschätzen. Der Ansatz der Kapuziner, dabei den Bedürfnissen der Laien weit entgegenzukommen, war insoweit erfolgreich und trug zur Verdrängung alltagsmagischer Vorstellungen bei. Dass auf diese Weise Sakramentalien von den Gläubigen teilweise auf der Basis eines im Grunde magischen, automatischen Wirkverständnisses genutzt wurden, steht auf einem anderen Blatt. Nicht theologisch und liturgisch gefestigte und disziplinierte Katholiken wurden auf diese Weise im 17. und frühen 18. Jahrhundert produziert, aber doch Gläubige, die sich wieder mit Selbstverständlichkeit als Katholiken verstanden.

Bibliothek und Archiv

Das Klosterarchiv ist mit der Schließung des Klosters untergegangen. Die Klosterbibliothek wurde mit der Schließung des Klosters aufgelöst; einzelne Titel aus diesem Bestand finden sich in der Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. Ein Bibliothekskatalog von 1768 wird im Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrt.2

Bau- und Kunstgeschichte

Das Kapuzinerkloster in Freiburg hat einmal seinen Standort gewechselt, doch von beiden Anlagen ist heute nichts mehr vorzufinden. Am ersten Standort war der Grundstein 1599 gelegt, 1601 die Kirche geweiht und 1602 das Kloster bezogen worden. Es stand innerhalb der Lehener Vorstadt an der Stadtmauer, wo es in zwei Stadtgrundrissen des 17. Jahrhunderts eingezeichnet ist.3 Im heutigen Stadtgrundriss dürfte es etwa in jenem Bereich gelegen haben, wo heute Sedan- und Wilhelmstraße zusammentreffen. Sofern die Ausrichtung der Kirche in den Zeichnungen richtig wiedergegeben worden ist, wies die Chorachse der Klosterkirche ungefähr nach Süden. Als Vorbild sollte das Kapuzinerkloster Rheinfelden dienen, wohin man Maurer- und Zimmerermeister schickte, damit sie sich alles genau anschauen konnten.

1680 mussten die Klosterbauten dem unter französischer Herrschaft erbauten Festungsgürtel weichen. Noch im selben Jahr wurde mit einem Neubau begonnen, der am östlichen Rand der Altstadt nördlich der heutigen Schoferstraße seinen Platz fand und 1682 bezogen werden konnte. Die annähernd geostete Kirche stand längs der heutigen Schoferstraße mit dem Langhausgiebel gegen die Herrenstraße. Das Konventsgeviert lag auf der von der Straße abgewandten Nordseite. Ein größeres Gartengelände lag auf der Ostseite, sodass davon ausgegangen werden darf, dass Refektorium und Küche im Ostflügel untergebracht waren. Der Westflügel ist mindestens um ein Geschoss höher und besitzt deshalb einen Steilgiebel nach Norden. Es darf vermutet werden, dass es sich um das Ergebnis eines für die Zeit 1706–10 überlieferten Umbaus handelt.

Die endgültige Auflösung des Klosters erfolgte 1821. Zur gleichen Zeit wurde Freiburg Sitz eines Erzbischofs und in Verbindung damit ein Priesterseminar an der Stelle des früheren Kapuzinerklosters errichtet. Zunächst war die Weiternutzung der Klosterkirche vorgesehen, doch dann entstand auch ein neuer Kirchenbau. Damit waren vom früheren Kloster alle Spuren getilgt.

Bibliographie

Quellen: Romuald von Stockach 1747.

Handbücher und Lexika: HelvSac V,2,1, S. 33–119, 775–792 (Beda Mayer); KB Freiburg Bd. 1,2, S. 923 f. (Wolfgang Stülpnagel); kloester-bw, Kapuzinerkloster Freiburg (Matthias Ilg).

Literatur: Baur 1883; 1886; Motsch 1935; Mayer 1975–1977; Thiessen 2002.

Anmerkungen

  • 1 GLA 200 Nr. 1707.
  • 2 GLA 65 Nr. 215.
  • 3 Johann Martin Gumpp: Prospect des Schlos oder Vestung Burghalden und der Staatt Freiburg in Preyßgaw, o.D. (LandesA Tirol Karten und Pläne, VI Freiburg 268), eingezeichnet unter Buchstabe W; Johann Martin Gumpp: Project der Statt und Schloß Freyburg so sie 1677 mit Accord an die Franzosen ergeben haben (Österreichisches Kriegsarchiv Wien H III c 72)
Objekttyp: Konvent
Personenbezüge:
  • Hillard von Thiessen [Autor]
  • Stefan King [Autor]
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