Gemarkungspläne 

Kurzbeschreibung: Entstehung und Ordnung
Ein ungegliedertes Karten- und Planselekt des Generallandesarchivs wurde um 1870 in Baupläne (heute Bestand G) und eine "Plansammlung" (H) umgeordnet; aus der Plansammlung wurden später gedruckte Länderkarten, Atlanten und außerbadische Karten zum Bestand "H Allgemeine Kartensammlung" zusammengefügt, während vor allem die handgezeichneten badischen Karten den Namen "H Gemarkungspläne" erhielten. Die Karten wurden strikt nach dem Ortsalphabet gegliedert und verzeichnet, ohne Rücksicht auf den Entstehungszusammenhang, der aber wahrscheinlich in den meisten Fällen bereits auch nicht mehr erkennbar war. Sehr oft waren diese Karten in Prozessen als Beweismittel entstanden und den Gerichtsakten eingefügt oder beigelegt worden. Aus konservatorischen Gründen wurden und werden solche Karten immer wieder den Akten entnommen bzw. getrennt in Planschränken gelagert. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird jedoch ihr ursprünglicher Kontext systematisch dokumentiert. Eine vollständige Neuverzeichnung Ende des 20. Jahrhunderts hielt zwar die alphabetische Ordnung fest, lieferte jedoch umfassende Daten zur historischen und kartografischen Einordnung. Die Karten und Pläne wurden 2013/2014 mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg im Generallandesarchiv Karlsruhe digitalisiert. Das gedruckte Inventar von Marie Salaba (2001) wurde durch Gabriele Wüst für die Online-Präsentation überarbeitet und ergänzt. Die Digitalisate werden sukzessiv der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die erste badische Landesaufnahme aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde 2011 erstmals in einem eigenen Gliederungspunkt rekonstruiert. Die Zusammenfassung weiterer Kartenwerke ist vorgesehen.
Inhalt
Entsprechend dem Entstehungszweck handelt es sich bei den älteren handgezeichneten Karten vielfach um Beweismittel vor Gericht. Im 16. Jahrhundert erreichten die Gerichtsmaler dieser "Landtafeln" oft Meisterschaft im Festhalten landschaftstypischer Merkmale, die für den Prozessverlauf wichtig waren. Seit dem 17. und 18. Jahrhundert entstanden aus militärischen und fiskalischen Gründen auch systematische Kartenwerke; die erste vollständige Landesvermessung nach trigonometrischen Regeln gelang in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Markgrafschaft Baden. Im 19. Jahrhundert trat vor allem durch die Rheinregulierung das Bedürfnis nach exakten Flusslauf- (bzw. Grenz-)karten hinzu. Durch den nicht ganz eindeutigen Namen "Gemarkungspläne" wurden auch gedruckte Stadtpläne im Bestand abgelegt; mit ihnen reicht er bis weit ins 20. Jahrhundert. Für die großen amtlichen badischen Kartenwerke des 19. und 20. Jahrhunderts existieren jedoch eigene Bestände wie H 1:10000 oder H-f. Der Bestand umfasst weit über 6.000 Karten; er erhält ständigen Zuwachs. Karlsruhe, im November 2011/August 2014 Konrad Krimm und Gabriele Wüst
Literatur
Maria Salaba, Gisela Schenck, Gemarkungspläne im Generallandesarchiv Karlsruhe, 2 Bände, Stuttgart 2001 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archiverwaltung Baden-Württemberg 52/1 und 2) Konrad Krimm, Rekonstruiert und online. Die erste badische Landesaufnahme, in: Archivnachrichten BW 43, 2011, S. 14f.
Umfang: ca. 6000 Pläne
Objekttyp: Bestaende
Quelle/Sammlung: Landesarchiv Baden-Württemberg Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe
Sonderbestände
Karten
Gemarkungspläne
Gemarkungspläne
Bestand
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: H [Bestellsignatur]
Weiter im Partnersystem: https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-8284
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