Schaab, Meinrad 

Geburtsdatum/-ort: 09.11.1928;  Plankstadt, Rhein-Neckar-Kreis
Sterbedatum/-ort: 27.09.2000;  Wilhelmsfeld, begraben in Heidelberg, Bergfriedhof
Beruf/Funktion:
  • Historiker und Landesbeschreiber
Kurzbiografie: 1935-1939 Volksschule in Mannheim Gartenstadt, Luzenberg und L 1
1939-1943 Karl-Friedrich-Gymnasium Mannheim, Familie ausgebombt (1943 III), Umsiedlung nach Straßburg, dort im Jakob-Sturm-Gymnasium
1944-1945 Einsatz als Flakhelfer, dann eingeteilt zum Arbeitsdienst, aber nicht mehr aufgerufen
1945 Arbeit in Hofstetten bei Haslach im Kinzigtal als Helfer auf einem Bauernhof
1945-1948 Heimschule Lender in Sasbach bis zum Abitur
1948-1954 Studium (Geschichte, Latein und Germanistik) in Heidelberg und München (1951, ein Semester) Staatsexamen. Referendariat, gleichzeitig Arbeit an der Dissertation (Die Blendung als politische Maßnahme im frühen Mittelalter, bei Fritz Ernst). Beginn der Arbeit als Landesbeschreiber in der Nebenstelle Heidelberg des Statistischen Landesamtes (seit 1. September 1964 in die Archivverwaltung eingegliedert)
1964-2000 Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, ab 1974 Vorstandsmitglied, 1985-1995 Vorsitzender
1966-1996 Lehrbeauftragter für geschichtliche Landeskunde an den Universitäten Mannheim (1966-1986) und Heidelberg (1968-1996)
1976 Honorarprofessor an der Universität Heidelberg
1971-1996 Mitglied der Inschriftenkommission der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
1975-1993 Leiter der Abteilung Landesbeschreibung in der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg
1980-1992 Mitglied des Gemeinderates von Wilhelmsfeld und Vorsitzender der CDU-Fraktion
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch
Verheiratet: 1956 Heidelberg, Dr. Hildegard, geb. Nobel (1929-2012)
Eltern: Hermann Josef (1895-1956), Kunsterzieher, Studienrat
Johanna, geb. Mächtel (1902-1941)
Geschwister: 11
Kinder: 2 Söhne, 6 Töchter
GND-ID: GND/121770230

Biografie: Fred Ludwig Sepaintner (Autor)
Aus: Baden-Württembergische Biographien 3, 340-344

Wer Schaab gekannt hatte, mochte tief betroffen gewesen sein, als Ende September 2000 die Nachricht von seinem Tod eintraf. Dem immer Vitalen, dessen Schaffenskraft allseits bekannt, mancherorts vielleicht sogar gefürchtet war - legte er seinen Leistungsmaßstab doch gelegentlich auch an Mitarbeiter an –, schien ein viel längeres Wirken beschieden. „Schaffenskraft, wie sie nicht vielen Gelehrten geschenkt wurde“, war auch der erste Wesenszug Schaabs, den sein Laudator Störmer 1993 anläßlich der Pensionierung hervorhob. Doch jäh hatte der Krebs dem Leben Schaabs das Ende gesetzt. Wer hätte 1996 bei seiner Abschiedsvorlesung in Heidelberg gedacht, daß er sich zuviel vornahm, als er von den zwei Themen sprach, denen er sich nun annehmen, worüber er forschen, Bücher schreiben wollte: die Besiedlungsgeschichte des Schwarzwaldes und die Königsfreien? Seine Schwarzwaldforschung blieb Torso; was geschrieben war und was er, angesichts des Todes bereits, noch an Erkenntnissen aus seiner Schwarzwaldforschung zusammenzufassen vermochte, freilich ohne wissenschaftlichen Apparat – soll dennoch bei der Historischen Kommission gedruckt erscheinen.
Er schrieb also, bis wenige Wochen vor dem Tod; allein ungebrochener Glaube, sein lebenslanger Kraftquell, hatte ihn auch die Gewißheit des nahen Todes akzeptieren lassen. Seine neueren Erkenntnisse über die Königsfreien aber kamen über die Skizze im erwähnten Abschiedsvortrag nicht hinaus; auch für ein letztes „kleines Vorhaben“, wie er es selbst oft genannt hatte, die Rückschau auf sein Leben und die Zusammenfassung seines Wissens über die eigene Familie, reichten Zeit und Kraft nicht mehr aus, bei aller Selbstdisziplin des oftmals als „Spartaner“ Verkannten.
Geradlinigkeit, Stetigkeit und Grundsatztreue waren andere Kennzeichen seines Wesens. Er war und blieb der wertkonservative Katholik, ein ausgesprochen politischer Mensch. Leserbriefe in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zur bildungs- wie wissenschaftspolitisch verworfenen Beseitigung der Historischen Kommission zu Berlin (20. Februar 1996) und über die bedrohliche Veränderung der demoskopischen Struktur in Deutschland (15. Juni 2000) legen Zeugnis ab für sein historisches und praktisches Verantwortungsgefühl.
Wesenszug Schaabs blieb auch die tiefe Verbundenheit mit der Heimat im Rhein-Neckar; dort, wo der Sohn eines Kunsterziehers und Lateinlehrers, der seine eigene künstlerische Neigung gerne zu verbergen trachtete, aufgewachsen war, konzentrierte sich später eines seiner wissenschaftlichen Hauptinteressen. Die von ihm geprägten Beschreibungen der Stadt- und Landkreise Heidelberg und Mannheim – 1966 bis 1970 erschienen und für die weitere Arbeit der Landesbeschreibung maßgebend – sind hier zu nennen. Die Kurpfalz blieb immer Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens, vom Raume wie vom Inhalt her. Verständlich, daß er dort auch sein privates Umfeld schuf und in Wilhelmsfeld sein Haus baute, Vater war für die große Familie. Familiensinn und Kinderliebe, andere Wesenszüge! Mag sein, daß sich hier frühe Eindrücke auswirkten: der Tod der Mutter des erst 13jährigen, der den Ältesten von 11 Geschwistern in die Mitverantwortung führte, die Ausbombung und 1945 bis 1948 die Trennung von der Familie. In Wilhelmsfeld wurde der Vielbeschäftigte auch öffentlich wirksam, gründete den CDU-Ortsverband und war lange Jahre als deren Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat.
Prägend hinzu kommt, unübersehbar, der Schwarzwald, wo in Hofstetten, unweit von Haslach im Kinzigtal, das Elternhaus des Vaters steht. Hierher rühren seine Nähe zur Natur und seine oft erstaunlich detaillierten Kenntnisse über die Landwirtschaft und das einfache dörfliche Leben. Und die zweite Heimat führte schließlich auch zum letzten wissenschaftlichen Betätigungsfeld, der Siedlungs und Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwaldes.
Ganz anders das Verhältnis zu Stuttgart, neben seiner bescheidenen Heidelberger Dienststelle, dem Zimmerchen in der Sofienstraße, wo er bis 1993 forschte, und den beiden Universitäten des Rhein-Neckar-Raumes dem dritten, über 20 Jahre „dienstlichen“ Wirkzentrum. Seit 1975 bis zur Pensionierung war er dort als Leiter der Landesbeschreibung tätig, danach noch zwei Jahre an der Spitze der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, deren Vorsitz er bis 1995 innegehabt hat. Die sonst für ihn kennzeichnende enge innere Verbindung zur Umgebung läßt sich hier aber nicht so recht feststellen, obgleich er oft auch über schwäbische Geschichte arbeitete. Stätte seines Forschens blieb auch in dieser Zeit das Heidelberger Refugium.
An der Spitze von Landesbeschreibung und Historischer Kommission manifestierten sich Schaabs mannigfache Talente. Der unermüdlich Forschende und Publizierende vermochte gleichermaßen erfolgreich Wissenschaft zu organisieren. Angesichts des Bildes eines tadellosen Beamten, der er war, darf es dennoch nicht verwundern, daß er sich stets vom Bürokratischen fernzuhalten vermochte. Für ihn stand immer neue wissenschaftliche Erkenntnis um die Vergangenheit im Mittelpunkt. Und dafür sorgte er, nicht selten unkonventionell. So faßte er die Aufgaben von Landesbeschreibung und Kommission auf, verstand er seinen Dienst am Lande. In dieser Weise konzipierte und realisierte er die größten Werke: die achtbändige Landesbeschreibung, Zwischenbilanz, fast vorweggenommene Summa der Kreisbeschreibungsarbeit, und den Historischen Atlas von Baden-Württemberg. Dergestalt reformierte er auch das Konzept der Kreisbeschreibungen systematisch zu untereinander vergleichbaren Regionalmonographien, die zwar sichtbar, auch im Aufbau, die Kontinuität zum Ursprung, den württembergischen Oberamtsbeschreibungen, wahrten, gleichzeitig aber dort thematisch über sie hinauswuchsen, wo dies zeitgemäß, nötig schien. Themenbereiche wie demokratische Wahlen etwa – der Beitrag Bernhard Vogels in der Kreisbeschreibung Heidelberg-Mannheim war hier Vorreiter – oder die gesamte Umweltproblematik, wurden von ihm erstmals aufgenommen. Schaab, der Schüler von Fritz Ernst, dem Sohn von Viktor Ernst, der dieses Werk vor dem II. Weltkrieg methodisch geprägt hatte, stellte sich bewußt in die rechte, weil bewährte Tradition, reihte sich und die von ihm geprägte Arbeit ein, war Traditionalist im besten Sinne. Es gehört keine Prophetengabe zu der Behauptung, daß künftig der Name Schaab in einer Reihe mit den großen Landesbeschreibern genannt werden wird: Memminger, dem Begründer, der für den ersten großen Abschnitt bis zum Ende des Kaiserreichs steht, und Viktor Ernst, der den entscheidenden Schritt der konzeptionellen Fortschreibung und Öffnung zur wissenschaftlichen Landeskunde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollzogen hat. In gleicher Weise hat Schaab die Landesbeschreibung in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts geprägt.
Sein Konzept und die damit erzielten Ergebnisse sind inzwischen in Frage gestellt worden, und der anläßlich seines 70. Geburtstags durch eine Festschrift Gewürdigte ließ durchaus Bitterkeit darüber erkennen, wie sein Werk als Landesbeschreiber an Achtung und Ansehen verlor. Er bezweifelte indessen, daß die allein kameralistische Sicht hier richtig, ja daß der Verwaltungsmann überhaupt die Kompetenz habe zur Überprüfung eines wissenschaftlichen Konzepts. Tatsächlich bleibt festzuhalten, daß die Landesbeschreibung Schaabscher Prägung nach kurzer Anlaufzeit eine zuvor nie gekannte Effizienz erreicht hatte. Die Zahl der Kreisbeschreibungen, vor allem aber ihr wissenschaftlicher Ertrag – Beitrag zur Grundlagenforschung beileibe nicht nur in historischer Sicht – belegen, wie sehr eine primär kameralistisch orientierte Kritik abwegig ist. Dergestalt könne man der Wissenschaft und kulturellem Schaffen nicht gerecht werden, war Schaabs Überzeugung. Eine vordergründige Kosten-Nutzen-Rechnung dürfe auf diesem Gebiet nicht angestellt werden.
Schaabscher Wesenszug blieb auch seine Stringenz im Vorgehen, auch bei Anfeindungen. Hier bewies er immer wieder seine große Standfestigkeit, Ergebnis freilich der soliden Grundlage: des Fundus bereits erledigter praktischer Arbeit und Detailerfahrung. In vielem gleicht sein Werk dem Mosaik, dessen Steinchen – einzelnen Erkenntnisschritten gleich – zueinander gefügt zum Bild werden und die größeren Linien und Zusammenhänge offenbaren. Systematisch arbeitete sich Schaab vor, von der kleinräumigen in die nächst höhere Dimension. Nur in der Reihe sind seine Arbeiten zu verstehen: seine Geschichte des Klosters Schönau im Odenwald, die von der Wissenschaft immer noch als mustergültig gewertete Untersuchung und Darstellung der alten Stadt- und Landkreise Heidelberg und Mannheim, der seine Mitarbeit auch an der Konzeption und Verwirklichung des Pfalzatlas und zahlreiche universitäre Lehrveranstaltungen zu solchen Themenbereichen vorausging. Schließlich publizierte er seine zweibändige Geschichte der Kurpfalz, seit Ludwig Häussers „Geschichte der Rheinischen Pfalz“ 1845 die erste umfassende Darstellung dieses Territoriums. Glieder solcher Erkenntnisketten sind auch die Landesbeschreibung und der Historische Atlas von Baden-Württemberg, dessen Gesamtkonzept unverkennbar Schaabsche Handschrift erkennen läßt. Die Arbeit des Landesbeschreibers, des Wissenschaftlers wie des Hochschullehrers Schaab bildete eine Einheit.
Große Bandbreite kennzeichnet das Schaffen des Landesforschers über drei Jahrzehnte auch als Lehrer an zwei Universitäten, in Mannheim und bis zu seinem 68. Lebensjahr in Heidelberg, wo er die Honorarprofessur erhielt. Die Themen, über die er las und Seminare hielt, reichten vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart des Landes Baden-Württemberg, umfaßten politische Geschichte wie Kirchen-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte gleichermaßen. Auch die von ihm angeregten und betreuten Dissertationen umfassen zeitlich wie thematisch dieses breite Spektrum.
Hier wie überall war sein Arbeitspensum erstaunlich, Ergebnis rascher Auffassungsgabe und eines außergewöhnlichen Gedächtnisses. Schon dem Studenten eilte die Mär voraus, er brauche ein Buch nur einmal zu lesen, um es nie mehr zu vergessen. Hinzu trat die Begabung überzeugender Systematik und treffenden Formulierens, worin der dem Außenstehenden manchmal anfangs hölzern Scheinende sich im Laufe seines Lebens wohl beachtlich gesteigert hat. Keiner merkte dem Referenten Schaab an, als er den schriftlich wohlausformulierten Vortrag frei hielt, ad hoc, der Not des Umstands gehorchend: denn er verdeutlichte das Wort, wie fast immer, durch Dias, das Pult aber hatte im abgedunkelten Raum kein Licht.
Schaab war auch ein leidenschaftlicher wissenschaftlicher Lehrer. In der Universität war er überzeugend und lehrte geschickt. Er entwickelte auch Verständnis für Schwächere. Zuweilen aber, gerade wenn Wirkzusammenhänge von Geschichte und Raum nicht erkannt wurden, kam dann doch wieder seine vorwärtsdrängende Ungeduld hervor, was den Umgang mit ihm manchmal erschwert haben mag. Fraglos lag hier aber eines der Hauptanliegen, das der Lehrer vermitteln wollte: Geschichte nicht nur aus den Quellen zu erfassen – besonders in den Umgang mit Archivalien führte er seine Studenten ein, das Archiv war ihm wissenschaftliche Heimat –, sondern genauso aus der historisch geprägten Landschaft. Die Exkursion gehörte bei ihm immer zum Pensum dazu, war unverzichtbarer Bestandteil seiner Lehrtätigkeit, auch und gerade, wenn es um die Entwicklung von Herrschaftsstrukturen ging.
Im Gelände er war dann auch sehr findig, entdeckte so manche bisher übersehene Spur wieder, realisierte viele Flurnamen als einstige Burg oder abgegangene Siedlung, fand noch schwach sichtbare Spuren und Relikte verfallenen Mauerwerks. Diese Fähigkeit hat manchen Studenten der sonst nicht selten papieren erscheinenden Geschichtswissenschaft zuerst vielleicht erstaunt, ihm dann aber eine neue Sichtweise, mehr Realitätsbezug vermittelt. Geschichte war Schaab nie eine Sache allein der Vergangenheit, auch und gerade auf ihre Spuren in der Gegenwart wollte er hinweisen.
Kennzeichnend für Schaab war auch seine Bereitschaft zum interdisziplinären Arbeiten, zum Arbeiten im Team, wie zahlreiche Gemeinschaftswerke in der Liste seiner Veröffentlichungen zeigen. Kooperation mit der Archäologie genauso wie mit der Geographie war ihm wesentlicher Bestandteil auf dem Wege der Erkenntnis. Sein Ansatz war immer fächerübergreifend, und diese Notwendigkeit hatte er erkannt, längst bevor das Schlagwort von den Synergieeffekten die Runde machte.
Auch das andere Feld neben der Landesbeschreibung, auf dem Schaab prägend wirkte, die historische Kommission des Landes, profitierte vom Forscher und Organisator gleichermaßen. Paradebeispiel ist der Historische Atlas, dessen vorbereitendem Ausschuß Schaab schon 1967 angehörte und dessen – tatsächlich entscheidender – stellvertretender Vorsitzender er 1973 wurde. Das zwischen 1972 und 1989 erschienene Werk, dem rasch Vorbildcharakter für ähnliche Unternehmungen zugesprochen wurde, trägt gleichermaßen die Züge Schaabscher Organisation wie es durch die große Zahl seiner eigenen Beiträge gekennzeichnet ist. Wiederum fallt sein breites Themenspektrum ins Auge und die fächerübergreifende Tendenz. Die Karte war ihm neben dem Wort bevorzugtes Ausdrucksmedium zur Vermittlung seiner Ergebnisse. Unter der großen Zahl der Projekte, die seit 1985 unter seinem Kommissionsvorsitz realisiert wurden, seien nur zwei erwähnt: der Jubiläumsband „40 Jahre Baden-Württemberg“, ein Gemeinschaftsprojekt der Kommission und der Landesbeschreibung, und das Werk über den Ingenieur und Festungsbaumeister Daniel Specklin aus Straßburg. Beide hat er zusammen mit seiner Frau Hildegard herausgegeben. Auch darin manifestiert sich ein Kontinuum seines Wirkens: der stete fachliche Dialog mit seiner Frau, die von Studententagen an seine Arbeit – nicht selten auch heilsam kritisch, wie er selbst betonte – begleitet hat.
Acht Bände Landesbeschreibung, die erste moderne wissenschaftliche Landeskunde des südwestdeutschen Raumes, neun umfangreiche Untersuchungen und Darstellungen von Stadt- und Landkreisen, die Schaab entscheidend mitgestaltete, worin die Fachwelt ein faszinierendes wissenschaftliches Großunternehmen (Störmer) pries, der Historische Atlas, schließlich das Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte, das letzte große Projekt, dem er seine Prägung aufdrückte, nicht vergessen auch die Lehrtätigkeit an zwei Universitäten über 30 Jahre hinweg: all dies zusammen ergibt eine wissenschaftliche Gesamtbilanz, die Anerkennung gebietet. So war Schaab für das Jahr 2001 in die Liste derer aufgenommen, die durch die baden-württembergische Verdienstmedaille geehrt werden sollten. Er verstarb zuvor; diese wohlverdiente Anerkennung erlebte er nicht mehr. Der Orden wird postum nicht verliehen.
Quellen: Mehrere Gespräche mit Dr. Hildegard Schaab im Jahr 2001
Werke: Bibliographie in: Regionalforschung in der Landesverwaltung (= Werkhefte der Staatlichen Archivverwaltung von Baden-Württemberg, Serie A, H. 6), hg. von Eugen Reinhard, 1995, S. 19 ff.; seither (Auswahl): Zeitstufen der pfälzischen Territorialentwicklung im Mittelalter. In: Der Griff nach der Krone. Die Pfalzgrafschaft bei Rhein im Mittelalter, 2000; Mithg. Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Bd. 1,1, 2001
Nachweis: Bildnachweise: in Festschrift (siehe Literatur)

Literatur: Wilhelm Störmer, Der Beitrag Meinrad Schaabs zur Landesgeschichte des deutschen Südwestens, in: Werkhefte (siehe Werke), S. 13 ff.; Festschrift für Meinrad Schaab zum 70. Geburtstag, hg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg von Hansmartin Schwarzmaier, Eugen Reinhard und Fred Ludwig Sepaintner (= ZGO Bd. 147, 1999), 747 S.; Eugen Reinhard, Meinrad Schaab 9.11.1928-27.9.2000, in: ZGO Bd. 149, 2001, 531 ff. Nachruf in: Amtsblatt der Gemeinde Wilhelmsfeld Nr. 41 von 13.10.2000, 1
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