Württemberg-Stuttgart, Katharina, Gräfin 

Geburtsdatum/-ort: 07.12.1441
Sterbedatum/-ort: 28.06.1497;  Würzburg; begr. in der Klosterkirche Adelberg
Weitere Angaben zur Person: Eltern: Vater: Graf Ulrich V. von Württemberg (1413-1.9.1480)
Mutter: Margarethe, geb. von Cleve (23.2.1416-20.5.1444)
Geschwister: Eberhard VI./II. (vermutlich 1.2.1447-17.2.1504)
Margarethe (zwischen 1445 und 1450-21.7.1479)
Heinrich (nach August 1446-15.4.1519)
Elisabeth (23.12.1450-6.4.1501)
Helene (nach 1453-19.2.1506)
Margarethe (nach 1453-21.4.1470)
Philippine (nach 1453-4.6.1475)
GND-ID: GND/1018388591

Biografie: Thomas Fritz (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 97-98

Katharina erscheint seit 1462 als Prämonstratenserin im Doppelkloster Adelberg. Die Nonnen des Klosters entstammten fast durchweg dem württembergischen Adel. 1476 wurde der Frauenkonvent auf Initiative von Katharinas Vater und Abt Berthold Dürr unter dem Einfluß des Reformgedankens vom Männerkloster getrennt, und sie und ihre Mitschwestern wurden gegen ihren Willen in das aufgelöste Dominikanerinnenkloster Lauffen transferiert. Ihr Vater verschrieb ihr 1477 eine Rente von 200 Gulden, nachdem er ihr bereits bei ihrem Eintritt ins Kloster ein Leibgeding von 200 Gulden und zusätzliche Naturallieferungen angewiesen hatte. Die hohen Bezüge wurden mit dem großen Heiratsgut begründet, das ihre Mutter in die Ehe gebracht hatte, stellten aber sicherlich auch eine Entschädigung für die erzwungene Übersiedlung der Tochter in das strengere Kloster Lauffen dar. Nach dem Tod ihres Vaters geriet sie wegen dieser Einkünfte in Streitigkeiten mit ihrem Vetter, Graf Eberhard im Bart. Nachdem er sie 1487 zu einem teilweisen Verzicht gezwungen hatte, floh sie heimlich nachts aus dem Kloster und begab sich unter den Schutz des Bischofs Rudolf von Würzburg. Sie trotzte einer päpstlichen Bulle, die Graf Eberhard und das Kloster Lauffen gegen sie erwirkt hatten, und die ihre Rückkehr befahl (10.5.1488). Katharina konnte schließlich durchsetzen, daß ihr das väterliche Legat größtenteils ausgezahlt wurde (300 Gulden jährlich) und sie in das Kloster Gerlachsheim wechseln durfte. Auch dort unzufrieden, konnte sie schließlich erreichen, daß sie in einem eigenen Haus in Würzburg leben durfte, wo sie unter dem Schutz des Bischofs den Rest ihres Lebens verbrachte.
Quellen: HStA Stuttgart, Bestand A 602.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997; Bildnachweise: Württembergische Landesbibliothek

Literatur: Gerhard Raff, Hie gut Wirtemberg allewege Bd. 1, Stuttgart 1988, S. 393–397.
Eugen Schneider, Die Klosterfrau Katharine Gräfin zu Württemberg, in: Literarische Beilagen des Staatsanzeigers für Württemberg 1895, S. 35–37.
Dieter Stievermann, Das Haus Württemberg und die Klöster vor der Reformation, in: 900 Jahre Haus Württemberg, hrsg. von Robert Uhland, S. 459–481.
Joseph Zeller, Das Prämonstratenserkloster Adelberg, das letzte schwäbische Doppelkloster 1178 (1188) bis 1476. Ein Beitrag zur Geschichte der Doppelklöster, besonders im Prämonstratenserorden, in: WVjH 25 (1916), S. 107–162, S. 136f.
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