Württemberg, Hartmann (I.), Graf 

Geburtsdatum/-ort: ..
Sterbedatum/-ort: ..
Weitere Angaben zur Person: Eltern: Vater: Ludwig (II.) von Württemberg
Geschwister: Ludwig (III.)
Kinder: 2; Konrad (III.) (-vor 1239), Hermann
GND-ID: GND/1019754303

Biografie: Dieter Mertens (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 10-11

Hartmann begegnet, vorwiegend als Zeuge in Königsurkunden, von 1194 bis 1239. 1239 urkundete und siegelte er jedoch selbst, wobei er ein Siegel mit den drei – ursprünglich veringischen – Hirschstangen benutzte. Er tritt vielfach zusammen mit seinem Bruder Ludwig (III.) auf, der offensichtlich der jüngere von beiden ist. Der Name „Hartmann“ und andere Indizien deuten auf eine württembergisch-kirchbergische Heirat, die wohl in der Zeit geschlossen wurde, als die Tübinger Fehde endete, in welcher die Kirchberger auf welfischer Seite standen. Erstmals tragen zwei Württemberger gleichzeitig den Grafentitel. Seither gilt die Familie als gräflich.
Einer der Brüder hielt sich jeweils in Schwaben und im Reich nördlich der Alpen auf, während der andere den König nach Italien begleitete. Ludwig war mit Heinrich VI. in Italien, Hartmann mit Otto IV. Seit dem Konstanzer Hoftag, den Friedrich II. 1213 abhielt, erscheinen beide Brüder als seine Anhänger. Sie hielten sich häufig am Königshof auf, Ludwig nahm am Zug in die Markgrafschaft Meißen teil. Als Friedrich II. 1220 wieder nach Italien ging, blieben die Brüder bei Heinrich (VII.). An dessen Empörung gegen seinen Vater scheinen sie aber nicht beteiligt gewesen zu sein.
Hartmann nahm eine Veringerin zur Frau. Aus veringischem Besitz rührt Grüningen her, nach dem sich Hartmanns Sohn Konrad nannte. Hartmann, der 1239 noch zusammen mit seinem gleichnamigen Enkel urkundete – seine Söhne Hermann und Konrad waren nicht mehr am Leben –, verband durch Herkunft und Heirat kirchbergischen und veringischen Besitz. Er darf als der erfolgreichste württembergische Territorialpolitiker vor Ulrich bezeichnet werden. Der Schwerpunkt seiner Herrschaftsbildung lag indes in Oberschwaben, nicht im mittleren Neckarraum.
Quellen: Eugen Schneider, Regesten der Grafen von Württemberg von 1080 bis 1250, in: Württembergische Vierteljahrshefte N.F. 1 (1892), Nr. 30–158.
MGH Necrologia 1, S. 258.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997; Bildnachweise: Landesarchiv Baden-Württemberg

Literatur: Dieter Mertens, Württemberg, in: Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte Bd. 2, Stutgart 1995, S. 12–15.
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