Württemberg, Friedrich, Prinz 

Geburtsdatum/-ort: 21.02.1808;  Schloss Comburg bei Schwäbisch Hall
Sterbedatum/-ort: 09.05.1870; Stuttgart; begr. in der Gruft (Protestantische Abteilung) der Schlosskirche Ludwigsburg
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 20.11.1845 Katharina, geb. Prinzessin von Württemberg
Eltern: Vater: Prinz Paul Friedrich Karl August von Württemberg (19.1.1785-16.4.1852)
Mutter: Charlotte Catherine, geb. von Sachsen-Altenburg-Hildburghausen (17.6.1787-12.12.1847)
Geschwister: Charlotte (Helena Pawlowna) (9.1.1807-9.1.1873)
Karl (7.3.1809-28.5.1810)
Pauline Friederike Marie (25.2.1810-7.7.1856)
Friedrich August Eberhard (24.1.1813-12.1.1885)
Pauline Chimenez (1818-1905)
Karoline Voß
Kinder: Wilhelm (25.2.1848-20.10.1921)
GND-ID: GND/117375799

Biografie: Anne Lipp (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 327.

Friedrich schlug die obligatorische militärische Laufbahn ein. Im Alter von fünfzehn Jahren wurde er zum Rittmeister II. Klasse ernannt. Ab seinem einundzwanzigsten Lebensjahr – zu diesem Zeitpunkt wurde er zum Rittmeister I. Klasse ernannt – folgten auf Grund seiner Herkunft die Beförderungen in rascher Folge: 1830 Major der Reiterei, 1832 Oberstleutnant der Infanterie, 1833 Oberst der Infanterie, ein Jahr später Generalmajor der Reiterei und 1841 schließlich Generalleutnant der Reiterei. Damit war ein vorläufiger Höhepunkt erreicht. 1865 schließlich beförderte ihn sein Schwager, König Karl I., zum General der Kavallerie und ernannte ihn zum Kommandeur des württembergischen Truppenkorps. Während des Krieges gegen Preußen 1866 blieb ihm jedoch die Befehlsgewalt über die württembergischen Truppen, das VIII. Bundesarmeekorps, vorenthalten. Am Krieg nahm er lediglich als württembergischer Delegierter im Hauptquartier des österreichischen Feldzeugmeisters teil.
Kraft Abstammung gehörte Friedrich der ersten Kammer der Ständeversammlung an und nahm seit 1833 regelmäßig an den Sitzungen teil. Seit 1865 war er Mitglied des Geheimen Rats, in den ihn König Karl I. berufen hatte.
Am 20. November 1845 heiratete er gegen den Willen seines Vaters seine Cousine, die Prinzessin Katharina von Württemberg.
Zu den Wohnsitzen Friedrichs zählten sein Palais in Stuttgart und das Jagdschloß Katharinenhof bei Oppenweiler. Die Jagd gehörte offenbar zu den großen Leidenschaften des Prinzen. Bei einem Jagdunfall soll er sich durch einen Glassplitter eines umgestürzten Wagens eine Gesichtsverletzung zugezogen haben. Daraus bildetete sich Jahre später ein Geschwür, was zum Erblinden und schließlich zum Tod Friedrichs führte.
Quellen: Archiv des Hauses Württemberg Altshausen, Bestand G 298.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997

Literatur: Paul Sauer, Württembergs letzter König. Das Leben Wilhelms II., Stuttgart 1994.
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