Württemberg, Magnus, Herzog 

Geburtsdatum/-ort: 12.12.1594;  Kirchheim unter Teck
Sterbedatum/-ort: 06.05.1622;  Wimpfen; begr. in der Stiftskirche Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Herzog
Weitere Angaben zur Person: Eltern: Vater: Herzog Friedrich I. von Württemberg
Mutter: Sibylla, geb. Fürstin von Anhalt
Geschwister: Johann Friedrich (5.5.1582-28.7.1628), Sibylla Elisabeth (20.4.1584-30.1.1606), Ludwig Friedrich (29.1.1586-26.1.1631), Julius Friedrich (3.6.1588-25.4.1635), Eva Christina (16.5.1590-5.4.1657), Friedrich Achilles (5.5.1591-30.12.1631), Agnes (7.5.1592-25.11.1629), Barbara (14.12.1593-18.5.1627), Anna (25.3.1597-4.11.1650)
GND-ID: GND/124741029

Biografie: Axel Gotthard (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 150.

Nach einer der zeitüblichen Bildung gewidmeten Jugend entdeckte Magnus seine Vorliebe für das Militär. Unter Graf Georg Ludwig von Löwenstein stand er in venezianischen Kriegsdiensten, anschließend kommandierte er als Obrist zunächst in Unionsdiensten, dann, nach der Auflösung der Union, in württembergischen. Da sich das Herzogtum gerade in die „neutralitet“ zu retten suchte, konnte ihm Johann Friedrich indes keine militärischen Abenteuer in Aussicht stellen. Magnus trat deshalb in badische Dienste mit dem Versprechen ein, die Stuttgarter Politik nicht zu konterkarieren. Drei Tage vor der Schlacht von Wimpfen ordnete Johann Friedrich einen Emissär an den badischen Markgrafen ab, der wohl auch Magnus überreden sollte, eilends nach Stuttgart zurückzukehren, doch als sich der Gesandte dem badischen Feldlager näherte, tobte gerade die Schlacht, er kam „kaum zu fuoß mit dem leben davon“, verlor sein Beglaubigungsschreiben und reiste unverrichteter Dinge nach Stuttgart zurück. Magnus fiel bei Wimpfen, sein angeblicher „Heldentod“ wird seitdem in Volksliedern besungen, noch für Georg Büchner war er das „Muster eines Fürsten“, weil er bereit gewesen sei, „für Glauben und Freiheit“ sein „Blut zu versprützen“. Tatsächlich kann man die Haltung von Magnus nur unbesonnen nennen, sie wurde für die württembergische Politik der folgenden Jahre zur schweren Hypothek.
Quellen: HStA Stuttgart, A- und G-Bestände.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997; Bildnachweise: Landesmuseum Württemberg

Literatur: Axel Gotthard, Konfession und Staatsräson. Die Außenpolitik Württembergs unter Herzog Johann Friedrich (1608–1628), Stuttgart 1992.
Suche
Durchschnitt (0 Stimmen)
Kommentare
Kommentare hinzufügen