Württemberg, Philipp (II.) Albrecht, Herzog 

Geburtsdatum/-ort: 14.11.1893;  Stuttgart
Sterbedatum/-ort: 15.04.1975; Ravensburg; begr. in der Familiengruft Altshausen
Weitere Angaben zur Person: Religion: katholisch
Verheiratet: 1923 Helene, geb. Erzherzogin von Österreich
1928 Rosa, geb. Erzherzogin von Österreich
Eltern: Vater: Herzog Albrecht von Württemberg (23.12.1865-31.10.1939)
Mutter: Margarethe Sophie, geb. Erzherzogin von Österreich (13.5.1870-24.8.1902)
Geschwister: Albrecht Eugen (8.1.1895-24.6.1954)
Carl Alexander (Pater Odo) (12.3.1896-27.12.1964)
Marie Amelie (15.8.1897-13.8.1923)
Marie Therese (Domina Maria Benedicta) (16.8.1898-26.3.1928)
Margarethe Maria (4.1.1902-22.4.1945)
Kinder: 7; Marie Christine (2.9.1924), Helene (29.6.1929), Ludwig (23.10.1930), Elisabeth (2.2.1933), Marie Therese (12.11.1934), Carl (1.8.1936), Marie Antoinette(31.8.1937)
GND-ID: GND/13026184X

Biografie: Paul Sauer (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 419-420

Philipp Albrecht war der älteste Sohn von Herzog Albrecht und Margarethe, der Tochter des Erzherzogs Karl Ludwig von Österreich. Er besuchte das Stuttgarter Eberhard-Ludwig-Gymnasium. Nach einem zweisemestrigen Jurastudium in Tübingen trat er 1912 als Leutnant in das Grenadier-Regiment Königin Olga ein. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an der Ost- und an der Westfront sowie in Serbien. Nach der Novemberrevolution 1918 schied er als Major aus dem aktiven Militärdienst aus. Er kehrte an die Universität zurück und beendete sein Studium 1925 mit der Promotion zum Dr. jur. Dem Thronverzicht von König Wilhelm II. von Württemberg am 30. November 1918 schloß er sich ebensowenig wie sein Vater an. Er blieb zeitlebens ein überzeugter Monarchist, war jedoch ein loyaler Bürger des demokratisch-republikanischen Staates. Das NS-Regime lehnte er ab. Da er im November 1933 den Wahlen ferngeblieben war, zog er sich die Feindschaft der NS-Machthaber zu; sie zwangen ihn, mit seiner Familie Stuttgart zu verlassen. Im Zufluchtsort Altshausen übernahm Philipp Albrecht, seit 1939 Chef des herzoglichen Hauses Württemberg, die Verwaltung des umfangreichen Grundbesitzes seiner Familie. Er engagierte sich auf karitativem und kirchlichem Gebiet und war lange Jahre Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes. Nach dem Zweiten Weltkrieg förderte er in großzügiger Weise die Universitäten Tübingen und Hohenheim. Beide Hochschulen ernannten ihn (1955 und 1957) zum Ehrensenator.
1923 heiratete Philipp Albrecht die Erzherzogin Helene von Österreich. Die junge Frau starb aber bereits im folgenden Jahr und hinterließ eine Tochter. 1928 vermählte sich der Herzog mit Erzherzogin Rosa, der Schwester der Verstorbenen. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor: zwei Söhne und vier Töchter.
Herzog Philipp Albrecht genoß in Württemberg und weit darüber hinaus hohes Ansehen. Er war eine der markantesten Persönlichkeiten des deutschen Hochadels seiner Zeit. Sein beispielhaftes soziales Wirken wurzelte in seiner christlichen Glaubensüberzeugung. Er starb 1975 in Ravensburg.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997
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