Württemberg-Urach, Elisabeth, Gräfin 

Andere Namensformen:
  • geb. von Württemberg
Geburtsdatum/-ort: 2./3.10.1447;  Urach
Sterbedatum/-ort: 02.06.1505; Stolberg/Harz; begr. in der Stadtkirche St. Martin in Stolberg
Weitere Angaben zur Person: Verheiratet: 30.10.1470 Graf Johann III. von Nassau-Saarbrücken
21.10.1474 Graf Heinrich der Ältere von Stolberg-Wernigerode
Eltern: Vater: Graf Ludwig I. von Württemberg-Urach (vor dem 31.10.1412-23./24.9.1450)
Mutter: Mechthild, geb. Pfalzgräfin bei Rhein (7.3.1419-22.8.1482)
Geschwister: Mechthild (vor 1441-3./6.6.1495)
Ludwig II (3.4.1439-3.11.1457)
Andreas (11.5.1443-19.5.1443)
Eberhard V./I. im Bart (11.12.1445-24./25.2.1496)
Kinder: 1; Johann Ludwig I (20.10.1472-4.6.1545)
GND-ID: GND/136924743

Biografie: Roland Deigendesch (Autor)
Aus: Lexikon Haus Württemberg, S. 96-97

Zur Geburt Elisabeths schenkten die Kartäusermönche aus Güterstein den Eltern als totgaub (Patengeschenk) eine deutsche Handschrift in einem clainen kistlin zusammen mit einer Gebetskette aus Edelsteinen. Die Gabe verweist auf den Uracher Hof als kulturellen Mittelpunkt, zu dem er sich seit der Landesteilung von 1442 entwickelt hatte. Elisabeths Erziehung fand hier statt, auch nach dem frühen Tod Ludwigs I. drei Jahre nach ihrer Geburt blieb sie entsprechend der Übereinkunft zwischen dem Vormund Graf Ulrich V. einerseits und der Mutter und den Uracher Räten andererseits in der wichtigsten Residenz des Uracher Landesteils. Nach der zweiten Ehe Mechthilds mit Erzherzog Albrecht VI. 1452 dürfte sie sich auch häufig am Rottenburger Hof der Mutter aufgehalten haben. Elisabeth heiratete für eine Frau ihres Standes relativ spät, so daß vielleicht ursprünglich an eine geistliche Bestimmung der jüngeren Tochter gedacht war. Am 30. Oktober 1470 fand jedoch die Hochzeit mit Graf Johann II. von Nassau-Saarbrücken in Rottenburg statt. Graf Johann starb aber bereits 1472 und ließ die Witwe mit ihrem gemeinsamen Sohn zurück, dem späteren Grafen Johann Ludwig I. (* 20.10.1472, † 4.6.1545), der auch ihre Erbschaftsinteressen nach dem Tod Herzog Eberhards I. vertrat.
Am 21. Oktober 1474 heiratete Elisabeth erneut, diesmal Graf Heinrich den Älteren von Stolberg-Wernigerode ( † 17.9.1511). Elisabeth wurde damit Stiefmutter der sechs Kinder Heinrichs aus erster Ehe, darunter des späteren Regenten, Graf Bothos des Jüngeren (1467–1538). Die neuerliche Ehe blieb kinderlos. Elisabeth verschaffte dem Haus Stolberg durch ihre Herkunft Kontakte zu Hessen, Württemberg und zur Kurpfalz. Die engen Bindungen zum Rottenburger Hof ihrer Mutter sowie zum Uracher, später Stuttgarter Hof Eberhards sorgten dafür, daß ihr Stiefsohn Botho zur Erziehung nach Württemberg kam, wo er auch als Rat diente. Elisabeth weilte selbst immer wieder, ab 1491 über ein Jahr, in Württemberg. In der Residenz Stolberg, wo sie abseits des Schlosses einen eigenen Wohnsitz errichten ließ, verstarb Elisabeth am 2. Juni 1505. Ihr Grabmal in der dortigen Pfarrkirche hat sich nicht erhalten.
Quellen: HStA Stuttgart A-Bestände, Bestand J 1.
Nachweis: Das Haus Württemberg: ein biographisches Lexikon / hrsg. von Sönke Lorenz ... In Zusammenarbeit mit Christoph Eberlein ... und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Stuttgart; Berlin; Köln 1997

Literatur: Joachim Fischer, Das Testament der Erzherzogin Mechthild von Österreich vom 1. Oktober 1481, in: Eberhard und Mechthild (Lebendige Vergangenheit Bd. 17), Stuttgart 1994, S. 111–163.
F. Schmitt, Geistliches Gespräch zwischen einer Fürstin und einer Krämerin von einem Paternoster aus Edelsteinen, in: Alemannia 26 (1898), S. 193–229.
B. Graf von Stolberg-Wernigerode, Geschichte des Hauses Stolberg, Magdeburg 1883.
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