Lagersystem in Frankreich 1940-1945

 

Internierungslager Gurs: Innenaufnahme einer Baracke. [Vorlage: LABW, HStAS EA 99/001 Bü 304 Nr. 15].  
Internierungslager Gurs: Innenaufnahme einer Baracke [Quelle: Landesarchiv BW, HStAS EA 99/001 Bü 304 Nr. 15].

Ausgehend vom 1939 ursprünglich für Flüchtlinge aus dem spanischen Bürgerkrieg errichteten Sammellager in Gurs wurden die aus Baden, dem Saarland und der Pfalz deportierten Jüdinnen und Juden je nach Familienverhältnissen, Alter, Geldmitteln, Gesundheitszustand, Ausreisegenehmigungen oder Verpflichtung zur Zwangsarbeit in andere Konzentrationslager, Kinderheime, Krankenhäuser oder Hospize verlegt. Dafür wurden verlassene Fabrikgebäude oder Krankenhäuser ebenso genutzt wie abgelegene Landhäuser, Gefängnisse, Kasernen oder ehemalige Hotels.

Die verschiedenen Deportationsorte in Frankreich, die während der Recherchen für diese Datenbank ausfindig gemacht werden konnten, sollen an dieser Stelle in aller Kürze aufgelistet werden, um das Ausmaß des Lagerkomplexes zu verdeutlichen. Es ist erforderlich, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass nicht jeder hier aufgeführte Deportationsort mit einer Haft in einem KZ gleichzusetzen ist. Vielmehr sind einige dieser Orte Unterkünfte, die den Untergebrachten bessere Lebensumstände ermöglichten als sie in den großen Lagern üblich waren. Auch sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich nicht ausschließlich deutsche Jüdinnen und Juden in den hier gelisteten Orten befanden. Vielmehr wurden auch weitere rassisch, politisch oder anderweitig Verfolgte hierhin deportiert und festgehalten. Obwohl einige aus den Lagern fliehen konnten, auswandern durften oder aufgrund ihres Alters beziehungsweise ihres Gesundheitszustandes nicht weiterdeportiert wurden, überlebten die meisten Inhaftierten die Strapazen dieses Lagersystems nicht und verstarben noch vor Ort oder in den Vernichtungslagern Majdanek und Auschwitz.

  • (Le) Vernet (Straflager)              

  • Aix-en-Provence (siehe Les Milles)        

  • Alboussiere (ehemaliges Hotel, Lager vor allem für Alte)         

  • Annecy (Arbeitskommando im Stahlwerk und Sammellager)           

  • Annemasse (Gefängnis und Transitort in die Schweiz)

  • Aspet (Kinderheim/Waisenhaus)       

  • Baldes-les-Bains            

  • Boussac (Sammellager)             

  • Brens (Internierungslager)                      

  • Cadouin (ehemaliges Zisterzienserkloster)         

  • Château de Chabannes (Waisenhaus der OSE)               

  • Chateau de Tombebouc (Arbeitslager)              

  • Château des Masgelier (Kinderheim der OSE)                

  • Château le Roc (bei Perigueux)               

  • Cours Dillon (Krankenhaus in Toulouse)             

  • Douadic (Centre d´accueil, Sammellager)           

  • Drancy (Sammel- und Durchgangslager für sog. „Osttransporte“)            

  • Gan (Internierungslager)

  • Gurs (Internierungslager)        

  • Hotel du Levant; Hotel Bompard; Hotel Terminus in Marseille (Abschiebestation in die USA)

  • Izieu (Kinderheim)        

  • La Colline (Altersheim, Nizza)   

  • La Guiche (Sanatorium für Tuberkulosekranke)       

  • La Meyze          

  • Lannemezan (Psychiatrische Klinik)         

  • Le Grand Bourg            

  • Les Milles (ehemalige Ziegelei in Aix-en-Provence)                

  • Lestelle-Betharram (Flüchtlingslager)  

  • Limoges (Kinderheim) und Route de Limoges (Richtung Poitiers) 

  • Limoux (psychiatrische Heilanstalt)

  • Lons-le-Saunier           

  • Mâcon (Hospiz)           

  • Masseube (Lager für Angehörige der Zwangsarbeiter)

  • Meillon (kleine Ortschaft, die einen Zufluchtsort für Verfolgte bot [Bürgermeister Paul Mirat])

  • Mirepoix (Internierungslager)   

  • Montauban (Hospiz) 

  • Montrem (Internierungslager)    

  • Morlaàs         

  • Nexon (ehemaliges Flüchtlingslager, dann Straf- und Internierungslager)

  • Noé (Kranken- und Altenlager)              

  • Palavas-les-Flots (Sanatorium und Kinderheim der OSE)       

  • Paris (Hospiz/Hospital Rothschild – als Gefängnis für Kranke aus Drancy genutzt)

  • Pau (Lagerleitung und Präfektur von Gurs)  

  • Perpignan (Hospital St. Louis) 

  • Pithiviers (Sammel- bzw. Durchgangslager)     

  • Pont de Manne (Ehemaliges Bauern-Gehöft)              

  • Portet sur Garonne (hiermit ist wahrscheinlich Récébédou gemeint)     

  • Rabes (Altenheim in Cornil)      

  • Récébédou (Kranken- und Altenlager)  

  • Rivesaltes (Familienlager)    

  • Romans-sur-Isere (Kranken- und Armenhaus)

  • Saint Aubin (lässt sich nicht eindeutig zuordnen, da der Name sehr häufig vorkommt)

  • Saint rambert sur loire (Saint-Just-Saint-Rambert)      

  • Saint Simon (Portet-Saint-Simon)    

  • Saint-Leonhard-de-Noblat 

  • Septfonds (Internierungslager für „gefährliche Personen“)

  • Sereilhac („Aufnahmestation“ bei Limoges – evtl. gleiches Lager?)   

  • St. Maurice (Nervenheilanstalt „Hospiz zu Charenton“) 

  • St. Rambert (Hospiz)       

  • Vénissieux (Internierungslager in ehemaligen Eisenbahn-Baracken)

  • Villefranche-de-Lauraguais    

  • Villeneuve-sur-Lot 

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