Eberhard Schmidt

„Wir hinterm Draht“ - Eberhard Schmidt

Der 1907 in Schlesien geborene Komponist Eberhard Schmidt studierte Klavier und Cello in Berlin. Er engagierte sich ab 1930 für die Kommunistische Partei und schrieb politische Kabaretttexte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh er mit seiner jüdischen Frau nach Paris. Dort komponierte er unter anderem ein Ballett für jüdische Kinder. 1936 engagierte er sich an der Seite der spanischen Bürgerkriegskämpfer, 1939 wurde er an der französischen Grenze verhaftet, 1940 kam er ins Lager Gurs. Er gründete Häftlingschöre, dirigierte eines der Orchester im Lager und komponierte weitere Lieder, so unter anderem „Zwischen Meer und Stacheldraht“, „Salud mein Kamerad“ und „Wir hinterm Draht“. Auf Befehl der Gestapo wurde er 1941 ins KZ-Sachsenhausen deportiert. Sogar dort komponiert er weiter Lieder, gründete Chöre und spielte in einem Quartett Cello. Er überlebte, wurde 1945 befreit und spielte später eine wichtige Rolle im Musikleben der DDR.

Bariton: Christian Wagner, Akkordeon: Marina Hernaez

„Interbrigade“ - Eberhard Schmidt

Eberhard Schmidt komponierte auch Marschlieder zur Unterstützung der spanischen Bürgerkriegskämpfer und insbesondere zur Stärkung der Brigadisten, die aus über 60 Ländern in Gurs interniert waren. Dazu zählt das Lied „Interbrigade“, das 1939 für einen Männerchor komponiert wurde. Die Texte zu den Liedern schrieb ebenfalls Eberhard Schmidt.

Bariton: Christian Wagner, Klavier: Mélina Burlaud

„Salud, mein Kamerad“ - Eberhard Schmidt

Ab April und Mai 1939 wurden fast 7.000 Freiwillige der internationalen Brigaden aus 60 verschiedenen Ländern in Gurs interniert. Sport, Kultur und Kunst spielen eine wesentliche Rolle in ihrem Leben als Internierte. Ein rumänischer Musiker, der Mitglied der Internationalen Brigaden war, sagte: „Mit dieser Waffe, der Kultur, haben wir es geschafft, unsere Einheit und Solidarität zu stärken... Das war der Anfang. Viele weitere Musikabende folgten, bei denen Tausende von Männern in einer emotionalen Stille zuhörten.“ Der Berliner Komponist Eberhard Schmidt komponierte in Gurs mehrere Lieder und Hymnen, unter anderen 1939 das Lied „Salud, mein Kamerad“, in dem er von einem im spanischen Bürgerkrieg gefallenen Kameraden berichtet und trotz allem die Hoffnung an den Sieg der Antifaschisten nicht aufgibt.

Bariton: Christian Wagner, Akkordeon: Marina Hernaez

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