Breisach
von Johannes Krämer
Die Stadt am Rhein erlebte mit Beginn des 13. Jahrhunderts und vermehrt in dessen zweiter Hälfte unter der Stadtherrschaft des Basler Bischofs und des späteren Königs Rudolf von Habsburg (1273–1291) einen wirtschaftlichen Aufschwung als lokales Handelszentrum. Diese Entwicklung schlug sich in Stadterweiterungen, umfangreichen Bautätigkeiten an der Stadtpfarrkirche, dem Breisacher Münster, sowie in der Gründung mehrerer religiöser Gemeinschaften nieder. Innerhalb von 40 Jahren ist die Gründung von dreien in der Stadt nachweisbar. 1265 beantragte der Stadtherr, der Basler Bischof Heinrich von Neuenburg (1263–1274), die Aufnahme der Gemeinschaft Marienau (1) in den Zisterzienserorden, nachdem an diesem Ort zuvor religiöse Frauen ohne feste Regel gelebt hatten. Wenig später, 1271, stellte derselbe Basler Bischof die bei dieser Gelegenheit erstmals erwähnten Augustinereremiten (2) unter seinen Schutz. 1273 ging die Stadtherrschaft vom Basler Bischof auf den König Rudolf von Habsburg über und Breisach wurde Reichsstadt. 1302 folgte die Stiftung des Franziskanerklosters (3) durch eine lokale Patrizierfamilie. Ähnlich wie bei Marienau sind auch hier ältere Vorläufergemeinschaften anzunehmen. Für ein reges religiöses Leben in der Stadt, die seit 1330 Teil der von den Habsburgern beherrschten österreichischen Vorlande war, spricht, dass bis zum Ende des Mittelalters noch eine Vielzahl an kleineren Schwestersammlungen und Bruderhäusern (4–11) fassbar sind.
Die Reformation und vor allem der Bauernkrieg zogen die Breisacher Gemeinschaften und ihre Besitzungen außerhalb der Stadt zu Beginn des 16. Jahrhunderts in Mitleidenschaft. Das Kloster Marienau wurde 1525 ohne weitere Rücksprache mit weltlichen oder geistlichen Obrigkeiten durch den Stadtrat aufgehoben.
1624 wurde in Breisach ein Kapuzinerkloster (12) errichtet. 1731 kam es auf Initiative der Stadt noch einmal zu einer Neugründung, als drei Augustinerchorfrauen der Kongregation Notre-Dame, die aus dem Elsass und Lothringen kamen, ein Kloster (13) mit Schulhaus und Internat errichteten.
Obwohl Breisach seit dem Rastatter Frieden von 1714 wieder Teil Vorderösterreichs war, trafen die Klosteraufhebungen während des Josephinismus die Stadt weniger. Lediglich das Kapuzinerkloster wurde 1785 aufgehoben. Deutlich einschneidender war das Bombardement Breisachs durch die französischen Revolutionstruppen 1793, bei dem die Stadt zu weiten Teilen zerstört wurde. Ihm fielen die Gebäude sämtlicher religiöser Gemeinschaften zum Opfer, die nicht wieder errichtet wurden.
Nicht belegbar ist die Existenz eines St. Stephanstiftes im frühen und hohen Mittelalter am Breisacher Münster.
Zitierhinweis: Johannes Krämer, Breisach, in: Badisches Klosterbuch, URL: […], Stand: 31.03.2025.

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