Großingersheim - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0771 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Links vom Neckar, an einem nach Osten zum Fluß geneigten Hang des Tals. Seit 1950ff. säumen neue Wohngebiete südlich, nordöstlich und westlich das Dorf in den Bereichen »Unter dem Schafweg«, »In den Beeten« und »Kettenäcker«. Industrie ließ sich 1968ff. östlich des Ortes im Neckartal nieder.
Historische Namensformen:
  • Ingenesheim 0771 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]
  • Ingiheresheim 0779 [779 (Kopialüberlieferung 9. Jahrhundert) und 972]
  • Ingrihesheim 0884 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]
Geschichte: 771 (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert) Ingenesheim, 779 (Kopialüberlieferung 9. Jahrhundert) und 972 Ingiheresheim, 884 (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert) Ingrihesheim (Personenname). Als Siedlung spätestens des 6. Jahrhunderts durch Reihengräberfriedhof am Nordrand und Einzelgrab am Nordostrand des Ortes bezeugt. Aus der großen Markung scheint die Markung von Kleiningersheim herausgeschnitten zu sein. Sitz und Gerichtsstätte der Grafen des Murrgaus, der späteren Grafen von Calw. Im 8. Jahrhundert erhielt Kloster Fulda Besitz, 844 Kloster Lorsch, um 1150 das (Anfang 14. Jahrhundert erloschene) Frauenkloster Zwiefalten, ebenfalls im 12. Jahrhundert Kloster Hirsau und vor 1245 Stift Backnang. Wohl als Erben der Grafen von Calw setzten sich die Markgrafen von Baden in Ingersheim fest, verpfändeten aber ihren hiesigen Besitz wiederholt (u.a. an die Sturmfeder, die Zollern und die von Sachsenheim). 1463 nach dem pfälzischen Krieg trat Kurpfalz in die badischen Rechte ein. Seit 1488 gehörte Großingersheim wie das benachbarte Kleiningersheim zur Grafschaft Löwenstein. 1504 nahm Herzog Ulrich von Württemberg beide Orte in Besitz und verleibte sie dem Amt Bietigheim ein. Badische Lehen blieben bis 1807 zwei von den von Yberg an die Sturmfeder verkaufte Höfe. Beide Ingersheim, die bis 1829 eine gemeinsame Gemeinde bildeten, seit 1808 beim Oberamt Besigheim, seit 1938 beim Landkreis Ludwigsburg. Im Lager bei Großingersheim schloss Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg 1693 zur Schonung seines Landes mit dem französischen Dauphin einen Brandschatzungsvertrag, in dem er sich zur Zahlung von 400 000 Reichstalern verpflichtete. Bei einem Luftangriff am 16.12.1944 wurde ein Drittel des Dorfes zerstört, 20 Einwohner getötet. In Großingersheim wahrscheinlich geboren: der württembergische Kartograph Andreas Kieser (gestorben um 1688).

Ersterwähnung: 1200 [13. Jahrhundert]
Kirche und Schule: Das Patronat an der Martinskirche (seit der Reformation evangelische Pfarrkirche) hatten im 13. Jahrhundert die Markgrafen von Baden inne, seit etwa 1465 das Stift Baden, das die Inkorporation der Kirche erreichte. Abgegangene Kapelle am Bietigheimer Tor. Die Martinskirche in ihrer heutigen Gestalt eine spätgotische Westturmanlage mit kreuzrippengewölbtem Chor, Schiff 1606/07 umgebaut. Katholische Christ-König-Kirche 1970 erbaut; zur Pfarrei Pleidelsheim gehörig.
Patrozinium: St. Martin
Ersterwähnung: 1200 [13. Jahrhundert]

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