Margarete Renner (geb. um 1475, gest. 1535)
von Tabea Vogel
Margarete Renner, auch genannt die „Schwarze Hofmännin“, war eine der wenigen Frauen, die in Verbindung mit dem Bauernkrieg namentlich bekannt ist.
Geboren wurde sie um das Jahr 1475 in Böckingen nahe Heilbronn. Sie war Leibeigene der Brüder Georg, Philipp und Eberhard von Hirschhorn, ihre Eltern bewirtschafteten dort den Hof Rosenberger. Bis 1520 ist nur wenig über sie bekannt. Sie heiratete den Hofmann Peter Albrecht und bewirtschaftete mit ihm einen Hof des Deutschordens. Gemeinsam hatten sie einen Sohn, den sie auf den Namen Thomas taufen ließen.
Im Jahr 1520 wurde Peter Albrecht inhaftiert, da er sich weigerte, die Schatzung zu zahlen. Margarete Renner wandte sich an ihren Leibherrn, um ihn um Unterstützung für die Freilassung Albrechts zu bitten. Trotz dieser Bemühungen kam Albrecht nicht frei und verstarb drei Jahre später in Haft. Fortan weigerte sich Margarete Renner ebenfalls, die Schatzung zu zahlen. Darüber hinaus weigerte sie sich, Frondienste zu leisten.
Als sich Anfang April 1525 die Bauern im Raum Heilbronn unter der Führung des Jakob, genannt „Jäcklin“, Rohrbach aus Böckingen zusammentaten, hatte sich ihnen Margarete Renner noch nicht angeschlossen. Erst als der Neckartaler Haufen unter der Führung Rohrbachs in Sontheim angekommen war, soll Margarete Renner sich ihnen angeschlossen haben. Ihre Funktion innerhalb des Haufens war eher eine moralisierende. Sie wird oft als Ratgeberin und Vertraute Jakob Rohrbachs beschrieben, predigte dem Bauernhaufen unterwegs und soll vor Stürmungen zu Gewalttaten aufgerufen haben. Bei der Stürmung des Klosters Lichtenstern, nachdem sich der Neckartaler mit dem Odenwälder Haufen zusammengeschlossen hatte, war Renner ebenfalls mit dabei.
Eine besondere Rolle wird Margarete Renner in Verbindung mit der Weinsberger Bluttat am 17. April 1525 zugeschrieben. Nachdem der Graf Ludwig von Helfenstein mit weiteren Adligen von den Aufständischen durch die Spieße getrieben worden war, soll Margarete Renner ihm mit einem Messer den Bauch aufgeschlitzt und sich mit seinem Bauchfett die Schuhe eingerieben haben. Anderen Erzählungen zur Folge habe sie lediglich die anderen dazu aufgerufen, dies zu tun.
Nach der Weinsberger Bluttat und dem Auseinanderbrechen des Neckartaler Haufens ist nicht viel über den Verbleib Margarete Renners bekannt. Ob sie mit den Bauernhaufen weiterzog oder direkt nach Heilbronn heimkehrte, lässt sich anhand der Quellen nicht mehr konstruieren.
Greifbar wird sie erst wieder einige Monate später. Für ihre Beteiligung an den Aufständen wurde Margarete Renner im Gefängnis in Heilbronn inhaftiert. Von dort aus kontaktierte sie im August 1525 ihren Leibherrn Georg von Hirschhorn, um ihn abermals um Unterstützung, diesmal für ihre eigene Freilassung zu bitten. Georg von Hirschhorn kam dieser Bitte nach und bat den Heilbronner Rat um die Freilassung Margarete Renners. Als Begründung brachte er an, sie habe zwar ein „onverhutten mont“[1], also ein loses Mundwerk, aber im Aufstand außer bösen Worten nichts weiter angerichtet.
Margarete Renner wurde frühzeitig freigelassen, kehrte auf ihren Hof zurück und starb im Jahr 1535 eines natürlichen Todes.
Anmerkungen
[1] Urkundenbuch der Stadt Heilbronn, Band 4, S. 199.
Quellen
- Stadtarchiv Heilbronn, „Handlung der Schwarzen Hofmännin“, URL: https://stadtarchiv.heilbronn.de/stadtgeschichte/geschichte-a-z/r/renner-margarethe/quellentext.html (aufgerufen am: 17.04.2025).
- Urkundenbuch der Stadt Heilbronn, Bd. 4, Stuttgart 1922, S. 198 f.
Literatur
- Wanner, Peter, Zwei rebellische Böckinger. Margarete Renner (um 1490 – 1535?) und Jäklein Rohrbach (um 1495 – 1525), in: Heilbronner Köpfe, Bd. 5: Lebensbilder aus fünf Jahrhunderten, hg. von Christhard Schrenk, Heilbronn 2009, S. 171-186.
- Stadtarchiv Heilbronn, Margarethe Renner, „die schwarze Hofmännin“, URL: https://stadtarchiv.heilbronn.de/stadtgeschichte/geschichte-a-z/r/renner-margarethe.html (aufgerufen am: 17.04.2025).
Zitierhinweis: Tabea Vogel, Margarete Renner (geb. um 1475, gest. 1535), in: Bauernkrieg, URL: […], Stand: 07.06.2024.

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