„… wären auch wir still geblieben?“

Film über die Delegationsreise zum Deportiertenfriedhof in Gurs

Ein Film von Boris Burghardt

24 min

Am 2. März 2026 zeigten die Stadt Karlsruhe und die Fachschule für Sozialpädagogik Agneshaus den Film „…wären auch wir still geblieben?“ von Boris Burghardt. Mit der Vorführung in der Fachschule wurde ein Projekt zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewürdigt.

„Mit dem Dokumentarfilm haben wir etwas Nachhaltiges und Dauerhaftes geschaffen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Mentrup. Er lobte das Engagement der Schule für ihre jahrelange Gedenkarbeit zur Deportation der Karlsruher Jüdinnen und Juden.

Neben Schülerinnen und Schülern nahmen auch Zeitzeugen der zweiten Generation, Rita Althausen und Rolf Meyer, an der Veranstaltung teil. Meyer, Sohn der Zeitzeugin Hanna Meyer-Moses, die auch die Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe trug, zeigte sich tief bewegt. „Es geht um das Mitmenschliche und das Zusammenleben“, erklärte er in der anschließenden Diskussion.

Initiiert wurde das Projekt durch das städtische Hauptamt. Zum 85. Jahrestag der Deportation der badischen und saarpfälzischen Juden vom 22. Oktober 1940 reiste eine Delegation im Oktober 2025 in die Gemeinde Gurs in Südfrankreich. Der Film des städtischen Videografen dokumentiert die Reise. Über 6.500 jüdische Menschen aus Baden, der Pfalz und dem heutigen Saarland wurden nach Frankreich deportiert. Dort kamen sie auf Weisung des Vichy-Regimes im Oktober 1940 ins Camp de Gurs. Das Lager war von Stacheldraht eingezäunt und bestand aus primitivsten Baracken, in denen jeweils bis zu 60 Personen untergebracht waren. Viele, vor allem ältere Menschen starben, nur wenigen gelang die Flucht.