Deutschlandfahrt 1949

Deutschlandfahrt 1949, Teilnehmer in Freiburg
Teilnehmer der Deutschlandfahrt bei der Durchfahrt durch Freiburg, 1949. Quelle: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Bildarchiv Südbaden

Das Foto aus dem Bildarchiv Südbaden des Badischen Landesmuseums zeigt Teilnehmer in Freiburg beim wichtigsten deutschen Etappenrennen im Radsport. Das Rennen, das sich an den großen Vorbildern Tour de France und Giro d’Italia orientiert, wird seit 1911 unregelmäßig ausgetragen. 1949 fand es unter dem damaligen Namen „Quer-durch-Deutschland-Fahrt“ unter erschwerten Bedingungen der Nachkriegszeit statt. Deutschland war geteilt und die Ausrichtung eines internationalen Wettbewerbs nicht gestattet. Trotzdem gelang es dem Organisator Hermann Schwartz eine Nord-Süd-Fahrt durch Westdeutschland auf die Beine zu stellen. Auf die Fahrer warteten rund 3.000 km in 13 Etappen von Hamburg nach München. Dabei führte die Tour auch über Freiburg in die damalige badische Landeshauptstadt.

Von der Deutschlandfahrt vier Jahre nach Kriegsende erhofften sich die Fahrradfirmen einen Werbeeffekt für die gesamte Branche.

Für alle Radsport-Fans: Auf LEO-BW finden Sie hier eine Aufnahme von der Deutschland-Tour 30 Jahre später, 1979, bei der Durchfahrt durch Karlsruhe.

Schritt für Schritt

Schrittzähler in Taschenuhrenform, 17. Jahrhundert
Schrittzähler in Taschenuhrenform, 17. Jahrhundert. Quelle: Landesmuseum Württemberg

Heute schon die 10.000 Schritte geschafft?

Mit diesem Schrittzähler aus der Uhren- und Instrumentensammlung des Landesmuseums Württemberg ging es allerdings weniger darum, die tägliche Bewegung zu kontrollieren und zu optimieren. Das Instrument kam als Hilfsmittel bei der geometrischen Messung von Entfernungen zum Einsatz. Das hierbei gewonnene Wissen war für die Erschließung und wirtschaftliche Entwicklung einer Region wichtig.

Während man bei größeren Distanzen Reisezeiten auswertete, nutzten Landmesser bei kürzeren Strecken unter anderem Schrittzähler zum direkten Bestimmen der Entfernung. Dazu wurde das Instrument, das über eine Zugverbindung zum Bein verfügt, am Körper des Vermessers befestigt und die festgelegte Strecke abgeschritten. Im Vergleich zu den im 16. und 17. Jahrhundert üblichen Methoden zur Streckenmessung mit Messketten und Messstangen waren Schrittzähler weitaus komfortabler und einfacher in der Handhabung.

 

Was für ein entzückendes Kleinod!

Gartenhaus Forchtenberg
Gartenhaus in Forchtenberg, 2019, fotografiert von Martin Hahn aus unserer Landauf, LandApp

Dieses barocke Gartenhaus befindet sich in Forchtenberg am Kocher. Der hohenlohische Amtmann Christian Friedrich Wibel ließ es um 1700 in seinem Amtsgarten errichten. Garten und Gartenhaus zeugen von seiner gehobenen gesellschaftlichen Stellung innerhalb des Ortes. In den 1970er Jahren war das Häuschen stark zerfallen und wurde ab 1975 saniert. Heute steht es unter Denkmalschutz und wird unter anderem für standesamtliche Trauungen genutzt.

Ein Beitrag aus unserer Landeskunde-App "Landauf, LandApp"https://www.spotteron.com/landappbw/spots/132403

Vielleicht haben Sie ja auch Lust mitzumachen und Ihre Entdeckungen und Lieblingsorte auf der interaktiven BW-Karte einzutragen? Die App gibt es kostenlos für Android und iOS.

Juli 1944: Luftangriffe auf Stuttgart

Stiftskirche Stuttgart nach Luftangriff
Stiftskirche in Stuttgart nach Luftangriffen Ende Juli 1944. Quelle: Staatsarchiv Ludwigsburg, EL 228 a III Nr 1859

Zerstörtes Stadtzentrum: Vor genau 75 Jahren, am 25. Juli 1944, begann das bis dahin schwerste alliierte Bombardement auf Stuttgart. Als Großstadt mit über 450.000 Einwohnern und aufgrund kriegswichtiger Industriebetriebe wurde die württembergische Landeshauptstadt während des Zweiten Weltkriegs insgesamt 53 Mal zum Ziel von Luftangriffen. Die vier Nachtangriffe Ende Juli 1944 (25., 26., 28. und 29.) waren ein Vergeltungsschlag für den deutschen V-1-Raketenbeschuss Londons. Die Wahl fiel auf Stuttgart, da hier Einzelteile für die V-Waffen hergestellt wurden.

Die Luftangriffe galten vorwiegend der Innenstadt. Das Ausmaß der Schäden hielt der Journalist Hermann Werner unmittelbar danach fest:

„Vom Schlossplatz bis Wilhelmsbau, von der Hauptstätter Straße bzw. schon von der Leonhardskirche und dem Sieglehaus bis über die Schloss- und Rosenbergstraße und zum Katharinenhospital ist eine einzige, fast totale Zerstörung.“

Die traurige Bilanz waren 884 Tote, 1916 Verwundete, 14 Vermisste und 63 000 Obdachlose. Lediglich der Bombenangriff in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1944 kostete noch mehr Menschenleben. Doch trotz furchtbaren Bombardements: Im Vergleich zu anderen südwestdeutschen Städten wie Heilbronn und Pforzheim kam Stuttgart - gemessen an den Opferzahlen - beinahe glimpflich davon.

Einen Beitrag von Heinz Bardua zu den Kriegsschäden im deutschen Südwesten finden Sie hier.

1200 Jahre Asperg

Asperg, Kiesersche Ortsansicht, 1682
Asperg im Forstlagerbuch von Andreas Kieser, 1682. Quelle Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Im Ländle steht dieser Tage eine Reihe von Ortsjubiläen an: Weilheim an der Teck feiert seine erste urkundliche Erwähnung vor 1250 Jahren und in Gernsbach im Murgtal jährt sich der Stadtgeburtstag zum 800. Mal. Zu den Geburtstagskindern gehört auch Asperg, das im Jahr 819 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Die Geschichte Aspergs ist eng mit dem markanten Hohenasperg im Norden der Stadt verbunden, der bereits in vorgeschichtlicher Zeit Sitz einer Fliehburg wurde und im Lauf der Jahrhunderte unterschiedlichsten Herrschaften - spektakulär die archäologischen Funde aus der Zeit keltischer Besiedlung - als Machtzentrum diente. Dem mittelalterlichen Städtchen auf dem Berg verlieh Herzog Ulrich 1510 ein Stadtrecht nach Tübinger Vorbild. Mit dem Ausbau des Hohenaspergs zur Landesfestung in den 1530er Jahren wurde die Siedlung an den Fuß des Bergs verlegt und mit dem Dorf Weihenberg zu Unterasperg verbunden. Wegen seiner exponierten Lage, der Verwicklung in kriegerische Auseinandersetzungen und auch als "Deutsches Gefängnis" erlangte der Ort Bekanntheit. Über die prominenten, früher teils aus politischen Gründen einsitzenden Häftlinge informiert das gleichnamige Museum. Mit der Gründung von Ludwigsburg verlor Asperg im 18. Jahrhundert seine Bedeutung und wurde erst 1875 wieder zur Stadt erhoben.

Dass Urkunden, die als Beleg für eine stadtgeschichtliche Ersterwähnung herangezogen werden, nicht immer ganz unproblematisch sind, zeigt das Archivale des Monats im Landesarchiv.

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