Hardt 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.gemeinde-hardt.de
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Einwohner: 2515
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 237.0
Max. Höhe ü. NN (m): 834.32
Min. Höhe ü. NN (m): 591.4
PLZ: 78739

Hardt liegt im Südwesten des Landkreises Rottweil. Das 10,17 qkm umfassende Gebiet befindet sich vollständig im Naturraum Mittlerer Schwarzwald und verteilt sich auf die Einheiten Quelltäler der Kinzig (Kirnbach und Schleifenbach), Randplatten des Mittleren Schwarzwalds (Hochfläche um den Ortskern) und Königsfelder Randhöhen (im Süden). Aufgrund seiner Lage auf einer Hochfläche zwischen 730 und 830 m NN ist Hardt im Regionalplan als Berggebiet und benachteiligtes Gebiet eingeordnet worden. Den tiefsten Punkt markiert der nach Norden in die Schiltach entwässernde Kirnbach an der Grenze zu Schramberg auf rd. 597 m NN; im äußersten Südwesten erreicht das Gelände auf etwa 834 m NN im Hochwald das Höhenmaximum. Seit den 1980er Jahren dehnte die Gemeinde ihre Siedlungsfläche vorrangig nach Südosten und Südwesten aus. Die Gemeinde hat am Oberhang des Bernecktales nördlich des Kalkhofs Anteil an dem 1953 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet Bernecktal. Fast die gesamte Gemarkung wurde unter Wasserschutz gestellt. Der Landesentwicklungsplan verortet die Gemeinde im Ländlichen Raum im engeren Sinn. Mit der Mediatisierung der Herrschaft Schramberg 1805/06 fiel Hardt an Württemberg und wurde dem Oberamt Hornberg zugewiesen. Nach dessen Auflösung durch den Grenzvertrag vom 2. Oktober 1810 mit Baden wechselte Hardt zu dem neu gegründeten Oberamt Oberndorf. Mit dessen Liquidation zum 1. Oktober 1938 gelangte die Gemeinde zum Landkreis Rottweil.

Die Gemeinde Hardt liegt am Südrand des Landkreises. Sie wird mit Tennenbronn dem Verflechtungsbereich Schramberg zugeordnet. Die nächste Straßenverbindung zum Mittelzentrum Schramberg beträgt 5 bis 6 Kilometer, zum Nachbarort Tennenbronn (Luftlinie 4 Kilometer) 12 Kilometer. Zum Kreishauptort Rottweil sind es 18 Kilometer, zum Oberzentrum Villingen-Schwenningen 17 Kilometer; St. Georgen, das nächste Unterzentrum im Schwarzwald-Baar-Kreis, ist 9 Kilometer entfernt. Wegen seiner Lage auf einer Hochfläche zwischen 730 und 830 Meter über Normalnull ist es im Regionalplan als Berggebiet und benachteiligtes Gebiet eingestuft worden. Der Ort ist staatlich anerkannter Erholungsort. Die Markung liegt im Naturraum Mittelschwarzwald und hat teil an gleich drei verschiedenen naturräumlichen Einheiten: Der Einzugsbereich von Kirnbach und Schleifenbach gehört zu den Quelltälern der Kinzig, die zentrale Hochfläche zwischen Friedrichsberg, Ortsmitte Hardt, Hugswald und Heiligenwald zu den Randplatten des Mittleren Schwarzwaldes und der südliche Teil mit Moos, Hochwald (nahe Sieh-dich-für), Ulrichsmoos bis Nägelesee zu den Königsfelder Randhöhen, die sich weit nach Süden im Schwarzwald-Baar-Kreis fortsetzen. Allerdings sind die naturräumlichen Grenzen, abgesehen von den tiefen Taleinschnitten von Kirnbach und Schleifenbach, nicht sonderlich deutlich. Nahezu die gesamte Gemarkung liegt im Oberen Buntsandstein. Nur im Schleifenbach reicht das Grundgebirge mit Triberger Granit bis etwa 760 Meter über Normalnull herauf, und im Kirnbach hat sich das Rotliegende im Bereich des Schramberger Troges erhalten und ist bis etwa 730 Meter über Normalnull hinauf anzutreffen. Diese beiden tiefen Talkerben mit ausgesprochenem Steilrelief sind die eindrucksvollen Zeugen der von der Kinzig und Schiltach her heraufgreifenden jungen Erosion im Bereich der Quelltäler der Kinzig. Die große Hauptverwerfung des Schramberger Grabens setzt sich von Tischneck nach Süden über Moos und am Westrand vom Ulrichsmoos nach Mühllehen fort, tritt aber morphologisch nicht hervor und wird nur am Hang westlich des Kirnbachs und bei Mühllehen an Verschiebungen des Schichtenstoßes im Mittleren und Oberen Buntsandstein erkannt. Somit bleibt die ganze Hochfläche ohne auffallende Skulpturierung und fällt vom Sieh-dich-für (830 Meter über Normalnull) und Tischneck (803 Meter über Normalnull) sanft nach Osten zum Friedrichsberg auf 764 Meter über Normalnull und im Südosten im Heiligenwald bei Neuwelt auf rund 745 Meter über Normalnull. Flache, höchstens 15 bis 20 Meter eingetiefte Talzüge ziehen von der Kläranlage zum Weißwald und am Hugswald zum Kirchenmoos, wo sie sich zum Reutenbach vereinigen. Auffallend ist allenfalls die knapp 20 Meter in den Plattensandstein eingetiefte rundliche Wanne des Ulrichsmooses, eine in den Kaltzeiten aktive Schneegrube, welche heute ein kleines Feuchtgebiet einschließt. Die Wasserversorgung der Gemeinde beruht auf drei Quellen und drei Tiefbrunnen. Die am Schleifenbachhang gelegenen Kalkhofquelle, Fleigquelle und Haldenquelle liefern zusammen 15 bis 40 Kubikmeter pro Hektar; die Tiefbrunnen bei Großmoos, Hugswald und südlich von Burschachen nochmals maximal 18 Kubikmeter pro Hektar. Das über die Pumpwerke Schleifenloch und Hugswald zum Hochbehälter im Hochwald gepumpte Rohwasser muss wegen des zu niedrigen pH-Werts und der Gefahr von Trübungen durch Starkregen und Schneeschmelzen entsäuert und desinfiziert werden. Wegen der Gefährdung der Quell- und Grundwasservorkommen wurde nahezu die gesamte Gemarkung als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Langfristig ist eine Verbundleitung mit der Eberbachgruppe und Bezug von Kinzigwasser vorgesehen. Die Gemarkung ist nur zu 33 Prozent bewaldet. Auf den von Natur aus gut dränierten sandigen Böden des Karneolhorizontes und Plattensandsteins sind bei jährlichen Niederschlägen von rund 850 Millimetern sowohl Grünland als auch Ackerbau möglich. Die Waldungen liegen hauptsächlich in den steilen und tiefen Taleinschnitten sowie an den Rändern der Hochfläche, vorzugsweise dort, wo die Konglomerate des Mittleren Buntsandsteins zutage treten. Nur Hochwäldle, Großmoos und Heiligenwald stocken auf etwas tonigen, zur stagnierender Nässe neigenden Lagen des Oberen Buntsandsteins. Die Baumarten werden zu nahezu 100 Prozent von den Nadelbäumen gestellt, wobei die Fichte allein 60 Prozent in Anspruch nimmt, gefolgt von der Kiefer mit 22 Prozent und der Tanne mit 18 Prozent. Die natürliche Vegetation sähe etwas anders aus. Aus forstlich-standortskundlicher Sicht wäre hier, im Grenzbereich der Einzelwuchsbezirke Schwarzwaldrand bei Winzeln und Baar-Schwarzwald, montaner Buchen-Tannenwald und/oder Tannen-Fichten- Kiefern-Wald mit Buche als naturnah anzusehen. Ersterer wäre sicher an den Talhängen von Kirnbach und Schleifenbach aber auch im Hochwäldle zu erwarten, während gegen Burschachen-Katzenmoos zu und im Großmooswald eher mit einem Mischwald mit mehr Fichten zu rechnen wäre. Pflanzensoziologisch betrachtet wären das vorwiegend Standorte für den Preiselbeer-Tannenwald und auf etwas besseren Böden der Labkraut-Tannenwald mit Beteiligung der Buche. Das Ulrichsmoos würde wahrscheinlich einen Spirken-Kiefernwald tragen. Naturschutzgebiete bestehen auf der Gemarkung nicht. Der obere Teil des Landschaftsschutzgebietes Bernecktal betrifft nur den Oberhang des Bernecktales nördlich vom Kalkhof. Von besonderer Bedeutung ist das Ulrichsmoos wegen der hier lebenden bedrohten Pflanzen- und Tierarten und ist deshalb im Regionalen Landschaftsrahmenplan als landschaftlich wertvoller Bereich geführt.

Als 1805 die Herrschaft Schramberg von Württemberg als neues Oberamt übernommen wurde, wechselte damit auch der Stab Mariazell und mit ihm der Schulbezirk Hardt den Landesherrn. Zwischen 1807 und 1810 waren die Orte dem Oberamt Hornberg unterstellt. Als dieses aufgelöst wurde, gerieten Mariazell und Hardt an das neugeschaffene Oberamt Oberndorf. Seit 1938 gehört Hardt zum Landkreis Rottweil. Der Stab Mariazell bestand 1806 aus zwei Verbänden von je 15 Höfen mit jeweils eigener Herrschaftsgeschichte. Dabei wurde der Stabsvogt, Vorsteher des gesamten Gemeinwesens, aus den Besitzern der Mariazeller Meierhöfe genommen, zum Beivogt dagegen wurde ein Hardter Bauer ernannt. Nach neuwürttembergischer Regel trat in der nunmehrigen Gemeinde Mariazell an die Stelle des Stabsvogts ein Schultheiß. Um die Zeit des Herrschaftswechsels setzte die Zerstückelung großer Hardter Höfe durch schlechte Haushälter ein. Die dabei entstandene Vielzahl kleiner Hofstellen führte zu erheblicher Bevölkerungszunahme in diesem Gemeindeteil. Verschiedene Aufgaben und Lasten, die überwiegend Mariazell zugute kamen, wurden aber wie bisher nach Köpfen oder nach Häusern auf die gesamte Gemeinde umgelegt. Die Bewohner von Hardt fühlten sich deshalb übervorteilt und verlangten die politische und kirchliche Trennung von Mariazell. Während die Stiftungspflege die kirchliche Trennung verweigerte, erhoben für den weltlichen Bereich weder die grundherrlichen noch die staatlichen Behörden prinzipielle Einwände. Die Gemeindevertreter von Mariazell verlangten nur eine angemessene Aufteilung der heimatlosen Personen. Vermögen und Schulden sollten entsprechend der Steuerleistung geschieden werden. Vom Oberamt wurden die Hardter auf erhebliche Investitionen für die verwaltungstechnische und polizeiliche Grundausstattung hingewiesen. Am 13. Mai 1840 sprachen sich Bürgerversammlungen beider Orte mit klarer Mehrheit für die Trennung aus. Auf einen Bericht des Oberamts hin billigte die Kreisregierung die Konstituierung einer selbstständigen Gemeinde Hardt. Bei der ersten Versammlung der 70 Bürger der neuen Gemeinde am 23. November 1840 wurde Wangerbauer Ignaz Ganter mit 61 von 64 abgegebenen Stimmen zum Schultheiß, der Weber Baltas Ginter zum Obmann des Bürgerausschusses gewählt. Gemeinderat und Ausschuss hatten je sechs weitere Mitglieder. Die junge Gemeinde wurde durch die Ablösung der Feudalabgaben belastet. Diese gestaltete sich zum Teil wegen der Aufsplitterung des Grundbesitzes sehr schwierig. Bezüglich verschiedener Abgaben, auf die der Graf von Bissingen-Nippenburg Anspruch hatte, schloss dieser 1842 mit der Gemeinde einen Ablösungsvertrag. Unter dem Eindruck der Ereignisse der Jahre 1848/49 entschieden Gemeinderat und Ausschuss mit Zustimmung des Ablösungskommissars alle noch auf der Gemarkung liegenden Zehnten und Lasten auf die Gemeinde zu übernehmen. Die Raten für Zins und Tilgung des Ablösungskapitals musste dann ein besonders bestellter Zehntpfleger einziehen. Der damalige Schultheiß, Baschisbauer Johann Georg Klausmann, ließ sich durch auswärtige Ereignisse oder fremde Ideen wohl nicht beeindrucken und besaß in der Gemeinde offenbar unumstrittene Autorität. Jedenfalls griff man in Hardt wegen des »Franzosenlärms« nicht zu den Waffen und unter dem Einfluss des Schultheißen beteiligte sich auch niemand aus der Gemeinde am revolutionären Zug von Schrambergern nach Cannstatt. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung gerieten die gesellschaftlichen Verhältnisse in Bewegung: Von den zehn Schultheißen und zwei Amtsverwesern, die 1840–1887 die Gemeindeverwaltung leiteten, waren nur noch fünf Hofbauern, die übrigen aber Handwerker, Taglöhner und ein Wirt. Sozialistische Ideen fanden im 19. Jahrhundert hier dennoch keinen Zuspruch. Selbst ein Hirsch-Dunkerscher Gewerkverein konnte sich in der katholisch geprägten Gemeinde 1889/91 nur vorübergehend halten. Bis Ende der 1920er Jahre blieb die dominierende Stellung des Zentrums unangetastet. Die aus der wirtschaftlichen Not herrührende Radikalisierung brachte kurzzeitig auch der politischen Linken Zulauf, ehe die Nationalsozialisten in Hardt die Oberhand gewannen und jede abweichende Meinung unterdrückten. Mehrere im Gemeindedienst Beschäftigte wurden 1934 mit unterschiedlichen Begründungen gegen andere Personen ausgetauscht. Pfarrer Raiber durfte 1937 nicht länger unterrichten und Ordensschwester Idaberga wurde als Handarbeitslehrerin entlassen. Ab 1941 wurden französische Kriegsgefangene auf den Höfen zur Landarbeit eingesetzt. Auch die Schramberger Betriebe, die in Hardter Wirtschaftssälen produzierten, beschäftigten nicht nur einheimische Arbeitskräfte. Zunehmend waren Evakuierte, vor allem aus dem Ruhrgebiet, unterzubringen. Am 20. April 1945 besetzten französische Soldaten den Ort. Auf Anordnung der Militärregierung wurde das die Gemeinde verwaltende Gremium mehrfach umgebildet, ehe am 15.9.1946 provisorische Gemeindewahlen stattfanden. Neben sechs als unbelastet eingestuften Gemeinderäten wurde auch der seit 1930 durchgängig amtierende Bürgermeister Gregor Haberstroh gewählt. Die Beteiligung an Bundestagswahlen sank bisher nicht unter den Wert von 74,2 Prozent, der bei der Wahl von 1949 erreicht wurde. Die CDU rutschte 1961 um fast ein Viertel auf circa 60 Prozent der gültigen Stimmen ab; diesen Verlust konnte sie nie völlig ausgleichen, obwohl sie 1976 und 1983 nochmals deutlich über 70 Prozent lag. 1998 verzeichneten die Christdemokraten mit 45,7 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis. Für die Sozialdemokraten zahlte sich 1961 ihr Godesberger Programm mit einem zweistelligen Plus aus. Die besten Resultate erzielte die SPD 1969 und 1998 mit jeweils circa 32 Prozent. Weder die FDP noch die Grünen konnten jemals deutlich über 10 Prozent gewinnen. Die Beteiligung an Landtagswahlen war meist geringer, sank aber nie unter 63,4 Prozent (2001). Die CDU, die bis 1988 stets mehr als zwei Drittel der Wähler hinter sich hatte, erholte sich 2001 von einem Tief knapp über 50 Prozent. Die SPD müht sich seit 1964 erfolglos ihren Anteil dauerhaft über 20 Prozent zu steigern. Sonst näherten sich am ehesten noch FDP und Republikaner dem zweistelligen Bereich. Bei Gemeindewahlen bewarben sich nur Wählervereinigungen. An den Europawahlen zeigten die Hardter geringes Interesse. Die höchste Beteiligung wurde 1994 mit 71,8 Prozent erreicht, fiel jedoch bei der folgenden Wahl auf den niedrigsten Wert, der je bei einer Wahl seit 1945 verzeichnet wurde (noch 35 Prozent). Die Gemeinde Hardt konnte bei der Gemeindereform im Rahmen einer zum 1.1.1975 mit Schramberg vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft ihre Selbstständigkeit behalten.

Wappen von Hardt

In Silber (Weiß) auf grünem Boden zwei grüne Tannen, dazwischen schwebend ein blauer Schild, worin auf goldenem (gelbem) Dreiberg stehend ein goldener (gelber) Hirsch.

Beschreibung Wappen

Hardt wurde erst im Jahre 1839 infolge der Trennung von Mariazell selbstständige Gemeinde. In den 1930er Jahren gebrauchte die Gemeinde ein Schultheißenamtssiegel, das in einem von zwei Palmzweigen umgebenen Schild zwei Tannen auf ebenem Boden zeigt. Da eine Tingierung nicht bekannt ist, kann von einem vollgültigen Wappen jedoch nicht gesprochen werden. Erst seit 1953 führt Hardt das heutige Wappen. Die beiden Tannen machen es redend (Hard = Wald). Wohl zur Unterscheidung von anderen Tannenwappen wurde das Wappenschildchen hinzugefügt. Es handelt sich um das Wappen der Herren von Falkenstein. Sie hatten im 14. und 15. Jahrhundert die Herrschaft Schramberg inne, zu der Hardt bis 1806 gehörte. Allerdings ist hier fälschlich das Wappen der jüngeren Linie von Falkenstein zu Rimsingen (ab 17. Jahrhundert) verwendet worden.