Wildenstein - Wohnplatz 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Wohnplatz
Liegt auf Gemarkung: Leibertingen
Ersterwähnung: 1077

Geschichte: Die 1077 erstmals genannte Burg auf einem steil ins Donautal abfallenden Felsen war namengebender Sitz eines Hochadelsgeschlechts. Diese Familie wurde ab 1263 im Besitz der Burg von einem Seitenzweig des Hauses Justingen abgelöst, der sich fortan ebenfalls nach ihr nannte. 1319 wurde die Burg an die Herren von Ramsberg verkauft, die sie 1362 von Kaiser Karl IV. zu Lehen nahmen und 1393 an Burkhard von Lichtenstein und Wilhelm Schenk von Stauffenberg verkauften. In dessen Fehde mit Pfalzgraf Ruprecht wurde sie 1395 erobert und ging an diesen über, während Burkhard von Lichtenstein auf seine Rechte verzichtete. Der Pfalzgraf gab die Burg 1398 Hans von Zimmern zu einer Hälfte als Lehen, zur anderen in Amtsweise. Die als Lehen erhaltene Hälfte der Burg wurde Hans von Zimmern 1415 von Pfalzgraf Ludwig übereignet, die andere Hälfte mit zugehöriger Herrschaft kaufte er 1425 von der Stadt Rottweil, an die sie von Pfalzgraf Otto gelangt war. Die halbe Burg befand sich 1429 bis 1461 im faktischen Besitz der Herren von Bodman, doch blieb sie trotzdem im Eigentum der von Zimmern, unter denen sie ihre Glanzzeit erlebte und ihre bis heute erhaltene Gestalt bekam. Die Burg ist durch einen ersten und einen zweiten sehr tiefen Hals­graben von der Hochfläche abgetrennt. Zwischen beiden Gräben eine durch Rundtürme flan­kierte gerade Mauer. Der Grundriss der Hauptburg ist bestimmt durch ein der Landseite zugewendetes, von mächtigem Rundturm flankiertes Bollwerk und den einfachen Giebelbau des Palas auf der abgewendeten Seite. Alle Befestigungen aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert. Spätgotische Burgkapelle. Nach dem Aussterben der Grafen von Zimmern (1594) gelangte die Burg über die Helfenstein an Fürstenberg (1627). 1642 konnten sie die Schweden durch Unachtsamkeit des Burgvogts einnehmen. Im 17. Jahrhundert diente sie vorwiegend als Waffenarsenal, im 18. Jahrhundert als fürstenbergisches Staatsgefängnis. Seit 1972 ist die Burg im Besitz des Deutschen Jugendherbergswer­kes und als Jugendherberge genutzt.

Name: Burg Wildenstein
Datum der Ersterwähnung: 1077

GND-ID:
  • 4119114-6
Suche
Average (0 Votes)