Pfedelbach 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.pfedelbach.de
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Einwohner: 8975
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 217.0
Max. Höhe ü. NN (m): 477.79
Min. Höhe ü. NN (m): 229.21
PLZ: 74629

Mit ihren fünf Stadtteilen erstreckt sich die Gemeinde Pfedelbach im südlichen Hohenlohekreis über 4128 ha Fläche.Die Gemarkung reicht vom südlichen Teil der Hohenloher Ebene über den Stufenrand weit ins Keuperbergland hinein. Die niedrigen Gipskeuperrücken und flachwelligen Ausläufer der hier mit Lehm bedeckten Öhringer Ebene prägen die nördliche Gemarkung. Die Höhen reichen von 229 m über NN im Norden bis zu fast 478 m im südlichen Gemarkungsteil. 1806 kamen kamen die heutigen Teilorte zum Königreich Württemberg. Das vormals hohenlohisch-bartensteinische Amt Pfedelbach wurde zunächst dem Oberamt Neuenstein, ab 1810 dem Obeamt Öhringen zugeteilt, aus dem 1938 der Landkreis Öhringen hervorging, der wiederum 1973 Teil des neugebildeten Hohenlohekreises wurde. Zwischen 1971-1973 erfolgten die Eingemeindungen von Oberohrn, Windischenbach, Harsberg, Untersteinbach, Heimaten und Schuppach, denen 1989 noch Buchhorn, Gleichen und Heuberg folgten. Die Siedlungsfläche des Hauptortes hat sich seit 1945 stark vergrößert. Bis 1966 entstanden größere Neubaugebiete im Norden, Westen und Südosten des Ortskerns, die die Fläche in etwa verdoppelten. Bis 1977 wuchs ein weiteres großes Siedlungsgebiet an der östlichen Ortsgrenze heran. Der Kernort lag schon in früher Zeit vergleichsweise verkehrsgünstig, wohingegen die Teilorte eher schlecht erreichbar waren. Indes wurden die Straßen erst Ende des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Einen Schub erhielt die Verkehrssituation durch den ab 1979 beginnenden modernen Ausbau der Landes- und Kreisstraßen sowie der Ortsdurchfahrten.

Die Gemeinde Pfedelbach liegt etwa 25 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Künzelsau und unmittelbar südlich von Öhringen; über die Landesstraße 1050 ist sie mit der Nachbarstadt und der Autobahn verbunden. Ringsum liegen im Uhrzeigersinn von Norden nach Westen die Städte und Gemeinden Öhringen, Waldenburg, Michelfeld und Mainhardt (beide im Landkreis Schwäbisch Hall) sowie Bretzfeld. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort die Ortsteile Buchhorn, Gleichen, Harsberg, Heuberg, Oberohrn, Untersteinbach und Windischenbach. Seinen höchsten Punkt erreicht das Gemeindegebiet mit knapp 470 Meter über Normalnull bei Obergleichen. Die Gemarkung erstreckt sich vom südlichen Teil der Hohenloher Ebene über den Stufenrand weit ins Keuperbergland, das hier mit spornartigen Ausläufern zwischen der Brettach und der Ohrn in nördlicher Richtung vorstößt. Niedrige Gipskeuperrücken und flach gewellte Ausläufer der in diesem Bereich mit Lehm bedeckten Öhringer Ebene prägen den nördlichen Teil der Gemarkung. Der Lettenkeuper streicht im Ohrntal zwischen Öhringen und Oberohrn sowie östlich anschließend im Söllbachtal – bereits auf der Gemarkung von Neuenstein – bei Obersöllbach und im Eschelbachtal bis kurz unterhalb von Eschelbach zutage aus. Die Obergrenze gegen den Gipskeuper tritt auch in der Talmorphologie hervor. Die Täler zeigen im Lettenkeuper einen relativ engen Querschnitt, der sich talauf beim Eintritt in die Subrosion des tieferen Gipskeupers weitet. Ein wichtiger Leithorizont ist die trotz relativ geringer Mächtigkeit morphologisch deutlich hervortretende Engelhofer Platte, eine quarzitische Bank beziehungsweise Bankgruppe an der Grenze zwischen Mittlerem Gipshorizont und Estherienschichten. Sie besteht aus einem oder mehreren sandigen, quarzitisch, zum Teil auch dolomitisch gebundenen Bänkchen, die teilweise durch dunkelrote Mergel voneinander getrennt sind oder auch als 50 bis 80 Zentimeter mächtiger kompakter Komplex auftreten. Infolge ihrer Widerständigkeit gegen Abtragung bildet sie häufig Verebnungen und Terrassen im Gipskeuperhang, etwa 40 Meter unterhalb des ausstreichenden Schilfsandsteins. Beispiele sind der Nord- und Osthang des Charlottenbergs südlich von Pfedelbach, wo die Bank häufig bis in Höhen um 300 Meter über Normalnull aufgeschlossen ist. In Bachrissen bildet sie kleine Wasserfälle. Sie findet sich auch südlich von Untersteinbach im Hohlweg von Bühl in Richtung des Walddistrikts Fällriegel. Etwa 800 Meter östlich von Untersteinbach bildet sie am Wasserbehälter eine Bergnase. Auch die Zeugenberge in Höhen um 320 Meter über Normalnull östlich des Ohrntals bei Heuholz – Spielbühl, Ranzenberg und Ebenrain – werden wohl von der Engelhofer Platte getragen. Gipsvorkommen finden sich beispielsweise am Westhang des Wilfersbergs, östlich oberhalb von Heuholz. In Abhängigkeit von der Reinheit des Materials kann der hier gewonnene Gips nach Trocknung und Pulverisierung zum Aufkalken von Äckern gegen Bodenversauerung und unter Umständen auch zum Mergeln im Obst- und Weinbau verwendet werden. Der Pfedelbach und seine verschiedenen Nebenbäche fließen in breiten Muldentälern. In südlicher Richtung steigt das Gelände über einen Hangfuß aus Gipskeuper rasch und relativ steil in den Schilfsandstein, der hier eine Terrasse bildet, und über die Bunten Mergel bis zum Kieselsandstein an. Weite Gebiete am Fuß der Keuperschichtstufe, die sich von Pfedelbach gegen Waldenburg hinzieht, sind mit Löss und Lösslehm vermengt sowie mit Keuperfließerden bedeckt. Die zwischen den Bergspornen gelegenen Täler verengen sich in ihren hinteren Teilen zu steil eingeschnittenen Klingen. Der Stubensandstein bildet in den umgebenden Höhenlagen bei Gleichen im Mainhardter Wald ein weiteres, noch höheres Stockwerk. Der nordwestlich des Hauptorts gelegene Lindelberg (334 Meter über Normalnull) mit seiner Schilfsandsteindecke ist als Zeugenberg des Mainhardter Waldes anzusprechen. Die Ohrn durchzieht mit zahlreichen Schlingen den östlichen Teil des Gemeindegebiets von Süden nach Norden. Ihr Tal bildet den Übergang von der weitflächigen, überwiegend ackerbaulich genutzten Hohenloher Ebene im Norden zum bewaldeten Keuperbergland zwischen Mainhardter Wald und Waldenburger Bergen. In den weniger steilen Hanglagen im Gipskeuper findet sich vorwiegend Obst-, aber auch noch etwas Weinbau. Der Hauptort Pfedelbach liegt als langgezogene, leicht nach Süden am Hang ansteigende Siedlung im Tal des gleichnamigen Bachs. Im Kern ist das Ortsbild noch weitgehend von der einstigen Burgsiedlung und zeitweiligen hohenlohischen Residenz geprägt. Dazu gehören mehrere Wohnplätze in zum Teil exponierter Lage. Buchhorn liegt am Hochflächenrand über der steil eingetieften Lohklinge. Charlottenberg wurde als Schlösschen auf der Spitze eines Vorsprungs am Keuperstufenrand gegründet. Der Weiler Griet liegt am Osthang des Bergsporns zwischen Brettach und Ohrn. Harsberg, südöstlich des Hauptorts, erstreckt sich am linken Rand der Talaue parallel zur Ohrntalstraße; dazu gehören zahlreiche Wohnplätze in Talrand- oder Hanglage. Oberohrn ist ein langgezogenes Dorf östlich von Pfedelbach mit zwei gegeneinander verschobenen, beiderseits der Ohrn gelegenen Siedlungskernen. Untersteinbach, ursprünglich ebenfalls ein Reihendorf, erstreckt sich an der Einmündung des Steinbachtals in das obere Ohrntal entlang der Ohrntalstraße. Südlich schließt sich links der Ohrn der Weiler Bühl an. In Windischenbach, unmittelbar westlich von Pfedelbach, sind in Tal- und leichter Hanglage noch die beiden ursprünglichen Siedlungskerne zu erkennen.

Am 6. Oktober 1806 leisteten die Untertanen der Ämter Pfedelbach, Mainhardt und Sindringen sowie jene aus dem Burgfrieden von Maienfels im Hof des Pfedelbacher Schlosses ihren Huldigungseid auf den König von Württemberg. Das zuvor hohenlohe-bartensteinische Amt Pfedelbach wurde dem nunmehrigen Oberamt Neuenstein zugeteilt; 1810 kam Pfedelbach zum Oberamt Öhringen (seit 1938 Landkreis Öhringen). Zum Amt Pfedelbach zählten Oberohrn und Windischenbach. Die bisher hohenlohe-schillingsfürstischen Orte Harsberg (Amt Ohrntal) und Untersteinbach, Sitz des gleichnamigen Amts, wechselten 1810 vom Neuensteiner zum Öhringer Oberamt. Bis zum Ende der 1820er Jahre waren die Umgliederungen von Weilern und Höfen im Gebiet der heutigen Gemeinde Pfedelbach im wesentlichen abgeschlossen. 1828 wurden aus der damaligen Gemeinde Untersteinbach die Weiler Ober- und Untergleichen an Pfedelbach abgetreten, 1911/12 desgleichen Vorderespig. Das häufig veränderte Gemeindegebiet von Untersteinbach gewann 1828 durch die Abtrennung von Harsberg samt zugehörigen Weilern und Höfen und 1973 mit dem Anschluss von Heimaten und Schuppach (zuvor bei Geißelhardt) seine heutige Gestalt. Zu Oberohrn kam 1894 von Eckartsweiler her der Hof Stegmühle. Zum 1. Januar 1971 wurde Oberohrn im Zuge der baden-württembergischen Kommunalreform nach Pfedelbach eingemeindet; zum 1. Juli 1971 folgte Windischenbach samt dem erst 1968 entstandenen Wohnplatz Goldberghöfe, zum 1. Dezember 1971 Harsberg, zum 1. Januar 1972 Untersteinbach, und zu Beginn des Jahres 1973 schlossen sich die bisher nach Geißelhardt gehörigen Ortsteile Heimaten und Schuppach an. Nach der Neubildung der Gemeinde wurde eine Ortschaftsverfassung eingeführt; Ortschaftsräte erhielten derart Harsberg, Oberohrn, Untersteinbach und Windischenbach; 1989 folgten diesem Beispiel noch Buchhorn, Gleichen und Heuberg. Am 1. Juli 1975 wurde von Pfedelbach eine Verwaltungsgemeinschaft mit Öhringen und Zweiflingen vereinbart. Die Große Kreisstadt Öhringen übernimmt seit dem 1. Januar 1976 die Funktion der unteren Verwaltungsbehörde. Nach dem Anschluss an Württemberg erhielt Pfedelbach ein Amtsgericht; das dazugehörige Gefängnis war im Langen Bau untergebracht. Das Gericht wurde allerdings noch vor 1835 wieder aufgehoben. In der Revolution von 1848/49 kam die Unzufriedenheit mit den Modalitäten der Grundlastenablösung zum Ausbruch. Am 7. März 1848 trugen Einwohner von Heuberg ihr Verlangen nach Befreiung von der doppelten Belastung mit Abgaben an die Standesherrschaft und an das Königreich Württemberg vor; achtzehn Heuberger hatten den Aufruf unterzeichnet. Rückhalt fanden sie beim Ministerium des Inneren, das dem Oberamt Öhringen bedeutete, in diesem Punkt einzulenken. Am 10. März wurde der hohenlohe-waldenburg-bartensteinischen Domänenkanzlei berichtet, Pfedelbacher Einwohner wollten vom Fürsten empfangen werden. Einen Tag später versammelten sich Heuberger und Pfedelbacher und verlangten vom Domänenamt Zugang zur fürstlichen Kellerei und zu der dort vermuteten Rentamtsregistratur. Die gesuchten Unterlagen befanden sich aber inzwischen im Schloss, und der Schlüssel war dem Gemeindepfleger übergegeben worden. Gleichwohl verschaffte sich die Menge Zutritt zur Kellerei und öffnete die leeren Fässer. Fürst Ludwig Albrecht zu Hohenlohe-Bartenstein kam am 13. März nach Pfedelbach, um die Bürgerwünsche anzuhören. Die Stimmung eskalierte, weil das Domänenamt zur Sicherung des fürstlichen Eigentums und zur Wahrung der öffentlichen Ordnung am 14./15. März aus Öhringen ein Militärkommando anforderte; von weiteren Militäraktionen wurde deshalb abgesehen. Schließlich griff Eduard Schlatter, ein in Pfedelbach ansässiger Ökonom aus St. Gallen in der Schweiz, vermittelnd ein. Am 5. April 1848 informierte er das Schultheißenamt über die Bildung eines Vereins zur Erörterung der Lage. An wöchentlich zwei Tagen versammelten sich fortan die politisch Interessierten zur Diskussion über die Feudallastenablösung, die Tätigkeit des Gemeinderats und die Entlassung der auf Lebenszeit bestellten Gemeinderatsmitglieder sowie über die Volksbewaffnung. Schlatters Initiative traf jedoch beim Gemeinderat auf Ablehnung; man beschloss seine Ausweisung aus der Gemeinde. Immerhin verzichteten zwei Gemeinderäte auf ihr Amt. Am 13. Juni 1849 zogen von Windischenbach und Oberohrn Bürgerwehren aus mit dem Ziel, den von württembergischem Militär bedrängten Heilbronnern beizustehen, kehrten aber nach einer Versammlung in Öhringen wieder um. Eine sogenannte Sensenmänner Compagnie zog bis Neuenstadt, lenkte aber ebenfalls unverrichteter Dinge ein. Die Namen der Beteiligten waren notiert worden; 1850 erfolgte eine Nachuntersuchung mit Verweisen an Gemeinderäte in Oberohrn und Windischenbach. Die mit der Aufhebung der Zehnten nutzlos gewordene Zehntscheune der Standesherrschaft erwarb 1857 die Gemeinde und baute sie zu einem Rathaus um. 1855 wurde Pfedelbach unter Staatsaufsicht gestellt. Die desolate wirtschaftliche Lage und die Hilflosigkeit der Ortsverwaltung in dieser Situation hatten zur Zerrüttung des Gemeinwesens, zu übermäßiger Verschuldung und zum Überhandnehmen von Bettel und sonstigen Beanstandungen geführt. In der Presse fand Pfedelbachs Lage Aufmerksamkeit, es wurde zu Spenden aufgerufen. Die Not suchte ein bereits 1843 ins Leben gerufener, und 1852 neugegründeter Armenverein mit Hilfe einer Suppenanstalt zu lindern. Eine Wollstrickerei für Arme, 1855/56 im Schloss eingerichtet, sollte Verdienstmöglichkeiten für die Ärmsten schaffen. Die Gründung einer Viehleihkasse (1856) flankierte andere Bemühungen um die Sanierung der örtlichen Verhältnisse. Schultheiß von Olnhausen trat nach den staatlichen Zwangsmaßnahmen zurück und wanderte 1857 nach Amerika aus; auch der Ratsschreiber musste sein Amt niederlegen. 1865 wurde, nachdem die Verhältnisse sich gebessert hatten, die Gemeinde wieder aus der Zwangsverwaltung entlassen. Vor die Alternative zwischen nationalliberaler Deutscher Partei oder linksliberaler Volkspartei gestellt, entschieden sich die Wähler 1893 in allen Teilgemeinden mehrheitlich für letztere. Das Zentrum fand bei den Reichstagswahlen nur in Pfedelbach Interesse, wo der Katholikenanteil 1895 bei 15 Prozent lag, erzielte aber in der Regel doch nur einstellige Ergebnisse. 1898 trat der Bund der Landwirte auf und blieb fast bis zum Ende der Weimarer Republik im Durchschnitt die erfolgreichste Partei; weniger freilich in Untersteinbach, einem Ort mit ausgeprägtem Kleingewerbe und einem gewissen zentralörtlichen Charakter. Die SPD konnte sich dort und in Pfedelbach die besten Chancen ausrechnen und errang in den Wahlen zur Zeit des Kaiserreichs fast immer beachtliche zweistellige Ergebnisse. Die Wählervoten zum Reichstag in der Weimarer Republik beließen dem Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbund (in Fraktionsgemeinschaft mit der Bürgerpartei als Regionalvertretung der Deutschnationalen Volkspartei) seine Dominanz in den ländlichen Gemeinden. In der ersten Reichstagswahl des Jahres 1932 (Juli) überrundete die NSDAP den WBWB nur im Durchschnitt der Ergebnisse. Allein in Windischenbach konnte der WBWB noch an seine alten Erfolge anknüpfen (66 Prozent), gefolgt von Oberohrn (47,1 Prozent). Das stärkste Interesse fand die NSDAP damals in Untersteinbach mit 73,5 Prozent und in Harsberg mit 60,6 Prozent. Im zweiten Wahlgang 1932 (November) erschien der WBWB nochmals als ernsthafter Konkurrent der NSDAP. Windischenbach (76,5 Prozent) und Oberohrn (66,3 Prozent) standen weiterhin eindeutig zum WBWB. In Pfedelbach suchten 20,3 Prozent der Wähler einen Ausweg in der Wahl der KPD; 11,2 Prozent entschieden sich dort für die SPD. Die Reichstagswahl im März 1933 bestätigte den Durchbruch der NSDAP. Windischenbach versagte weiterhin die Gefolgschaft und gab mehr als die Hälfte seiner Stimmen der Deutschen Wirtschaftspartei (DWP) statt dem untergehenden WBWB; auch Oberohrn und Harsberg suchten mit rund 28 und 17 Prozent Zuflucht bei der DWP. Nur Pfedelbach stärkte die SPD mit 20,7 Prozent. Das nationalsozialistische Regime nahm im Gebiet der heutigen Gemeinde Mitte April 1945 ein Ende. Oberohrn wurde am 13. April von amerikanischen Truppen eingenommen, Pfedelbach und Windischenbach am 15., Harsberg am 16. und Untersteinbach am 17. April. Alliierter Artilleriebeschuss und Luftangriffe sowie Rückzugsgefechte deutscher Truppen forderten Menschenleben und hinterließen Gebäuderuinen. In Oberohrn kamen vier Zivilisten ums Leben. Der Ortsteil Rain wurde von den Amerikanern in Brand gesteckt, konnte aber durch rasches Eingreifen vor Schlimmerem bewahrt werden; zehn Gebäude wurden ganz zerstört. In Pfedelbach starben zwei Einwohner; zwei Wohnhäuser und eine Scheune wurden zerstört, die evangelische Kirche schwer beschädigt. Das Schlösschen Charlottenberg, durch Artilleriebeschuss beschädigt, brannte aus. Luftangriffe vernichteten in Buchhorn und Heuberg vier Häuser und fünf Scheunen. Windischenbach hatte den Tod von sieben Mitbürgern zu beklagen; zwei Wohnhäuser und zwei Scheunen brannten nieder, die evangelische Kirche erlitt Schäden. In Harsberg fielen den Kampfhandlungen zehn Wohnhäuser und fünfzehn Scheunen zum Opfer. In einem Gefecht bei Baierbach fanden acht deutsche Soldaten den Tod. In Untersteinbach und Mittelsteinbach starben fünf Menschen; vier Wohnhäuser und zwölf Scheunen, darunter das einstige Bandhaus, wurden zerstört, ebenso das alte Amtshaus. Für Pfedelbach und Oberohrn bestand vor dem Krieg eine gemeinsame Bürgermeisterei, die hernach fortgeführt wurde. Der im März 1948 durch die erste freie Wahl bestellte Bürgermeister Erich Fritz wurde 1986 nach 38jähriger Amtszeit in den Ruhestand verabschiedet. Seine Aufstellung in Pfedelbach war seinerzeit auf Wunsch der Gemeinde geschehen, die den damaligen Welzheimer Stadtpfleger für den geeigneten Bürgermeisterkandidaten hielt. Als Oberhaupt der Gemeinden Pfedelbach und Oberohrn erwarb er das Vertrauen der Bevölkerung in beiden Gemeinden und Ansehen weit darüber hinaus. 1954 wählten ihn auch die Harsberger zu ihrem Bürgermeister, desgleichen 1966 die Windischenbacher. Durch seine Tätigkeit in den vier damals noch selbständigen Gemeinden legte er das Fundament für die Bildung der nachherigen Großgemeinde Pfedelbach. Über sein erfolgreiches Wirken als Kommunalpolitiker hinaus bekleidete Fritz Ämter auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt er den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und die Ehrenbürgerwürde seiner Gemeinde Pfedelbach. Sowohl bei Bundestags- als auch bei Landtagswahlen entscheiden sich die Bürger im Bereich der Gemeinde Pfedelbach mehrheitlich für die CDU. Seit 1964 war die Union bei den Landtagswahlen unbestrittener Favorit, seit 1957 auch bei den Bundestagswahlen, jedoch mit Ausnahme der Wahl von 1998, bei der die SPD (33,6 Prozent) der CDU (31,8 Prozent) den ersten Rang abnahm. Bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung am 30. Juni 1946 begann die CDU mit 46,4 Prozent vor der SPD mit 36,1. Das sehr respektable Ergebnis der SPD im ganzen beruhte auf Ergebnissen von jeweils mehr als 40 Prozent in Pfedelbach und Untersteinbach, wo die Sozialdemokraten schon in der Vergangenheit stark gewesen waren. In der Landtagswahl vom 24. November 1946 setzte sich die SPD (34,7 Prozent) mit einem leichten Vorsprung vor die CDU (33,9 Prozent), an dritter Stelle folgte die liberale DVP (28,2 Prozent). Aus der Bundestagswahl 1949 und der Landtagswahl 1952 gingen die Liberalen als unbestrittener Sieger hervor (42,4 Prozent und 41,6 Prozent). Die Wählervereinigung der Heimatvertriebenen und Kriegsgeschädigten erreichte in der Bundestagswahl 1949 mit mehr als 18 Prozent ihr bestes Ergebnis und fiel in der Folgezeit zurück. Die FDP rutschte in der Bundestagswahl 1965 und der Landtagswahl 1972 unter die 20-Prozent-Marke und blieb seither mit großem Abstand hinter der CDU und der SPD. Bei der Landtagswahl 1992 überraschte die Partei der Republikaner mit 19,3 und 1996 noch mit 13,7 Prozent, blieb aber ansonsten bei einstelligen Ergebnissen. Die Grünen schafften es nie über die 10-Prozent-Marke. Die Wahlen zum Europaparlament bestätigten durchweg die Christdemokraten auf ihrem ersten Platz. Seit 1990 unterhält Pfedelbach eine Städtepartnerschaft mit Zabeltitz in Sachsen.

Wappen von Pfedelbach

In Silber (Weiß) ein gebogenes rotes Steinbockshorn.

Beschreibung Wappen

Einem Vorschlag der Archivdirektion Stuttgart vom 29. März 1927 folgend, nahm die Gemeinde das Wappen des ehemaligen Ortsadelsgeschlechtes der Herren von Pfedelbach an. Dieses Wappen wird spätestens seit dem Jahre 1930 in den Gemeindedienstsiegeln geführt. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat die vom Wappen abgeleitete Flagge am 28. Januar 1980 verliehen.