Leinfelden-Echterdingen 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.leinfelden-echterdingen.de
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Einwohner: 37224
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 1.245
Max. Höhe ü. NN (m): 498.37
Min. Höhe ü. NN (m): 341.3
PLZ: 70771, 71144

Die Große Kreisstadt, gebildet aus vier vor 1975 eigenständigen Gemeinden, liegt im äußersten Nordwesten des Landkreises Esslingen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtkreis Stuttgart, mit dem sie stark verzahnt ist. Das Stadtareal greift von den bewaldeten Glemswald-Schönbuchhöhen im Westen auf die tektonisch abgesenkte, durch Lößlehmauflagen äußerst fruchtbare, offene Schwarzjuraebene der Fildern aus. Die Durchschnittshöhe erreicht dort etwa 400 m über NN, steigt im Schönbuch auf maximal 498 m an und fällt im tiefeingeschnittenen Reichenbachtal (ebenfalls Schönbuch) auf 342 m ab. Die Waldhänge und Wiesenmatten dieses Tals stehen unter Naturschutz (‚Siebenmühlental‘), genauso wie Streuobst- und Magerwiesen am Schönbuchrand (‚Musberger Eichwald‘). Zum Kern des Verdichtungsraums Stuttgart gehörend, erlebte die Stadt ein enormes Bevölkerungs- und Siedlungswachstum. Die Dörfer nähern sich raumzersiedelnd bis auf Sichtweite. Auf große Industrie- und Gewerbeareale an den Siedlungsrändern siedelten sich namhafte Unternehmen an, die Dorfkerne wandelten sich zu Wohn- und Geschäftszentren. Hervorragende Verkehrsanbindungen unterstützen diese Entwicklung. Die A8 verläuft entlang der nördlichen Stadtgrenze, mit direktem Anschluss über die neue, vierspurig ausgebaute B27, die das Stadtgebiet von Nord nach Süd quert. Mit S- und U-Bahnlinien ist die Stadt direkt in das Nah- und Fernverkehrsnetz der Landeshauptstadt eingebunden. Die Verkehrslinien ermöglichen den Zugang zum Landesflughafen Stuttgart-Echterdingen, dessen Hauptzugang mit den Abfertigungshallen im Stadtgebiet liegt, sowie zum unmittelbar benachbarten Gelände, der 2007 eröffneten Neuen Messe. Sämtliche Stadtteile gehörten bis 1938 zum Amt bzw. Oberamt Stuttgart. Dann kamen Echterdingen und Stetten zum Landkreis Esslingen, Leinfelden und Musberg zum Landkreis Böblingen. Erst 1972 kamen auch sie zum heutigen Landkreis.

Leinfelden-Echterdingen liegt am nordwestlichen Rand des Landkreises Esslingen vor den Toren der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Große Kreisstadt, zu der auch Musberg und Stetten auf den Fildern zählen, erstreckt sich über eine Fläche von 29,89 Quadratkilometer von der A 8 im Norden bis zum Siebenmühlental im Südwesten und vom Flughafen im Osten bis nach Musberg im Westen. Dort grenzt bereits der Landkreis Böblingen an, zu dem vor der Kreisreform auch Leinfelden und Musberg gehörten. Messegelände, Flughafen, ausufernde Bebauung aber auch die Laubwälder an den Hängen und auf den Höhen von Schönbuch und Glemswald sowie das beschauliche Siebenmühlental sind markante Kennzeichen des stark nach Stuttgart orientierten Stadtgebiets und weisen auf den kaum zu überbietenden Kontrast zwischen dessen dicht besiedelter Nordosthälfte und dem bewaldeten Südwesten hin. Die Stadt ist nach dem Landesentwicklungsplan unmittelbarer Teil des Verdichtungsraumes Stuttgart. Der angesprochene Gegensatz basiert auf dem Zusammentreffen zweier sehr unterschiedlicher Naturräume. Im Norden und Osten hat das Stadtgebiet Anteil an den Fildern, deren namengebende »Felder« allerdings immer mehr durch Bebauung zurückgedrängt werden. Im Westen und Süden greift es auf Glemswald und Schönbuch mit ausgedehnten Wäldern und dem als Naherholungsgebiet hochgeschätzten Siebenmühlental aus. Die Grenze beider Naturräume folgt etwa der Linie Oberaichen–Stetten. Östlich davon sind die Filder in einem Nordwest-Südost streichenden Graben, dem Fildergraben, zum Teil über 100 Meter abgesenkt. Daher ist hier der Unterjura großflächig vor der Abtragung erhalten geblieben. Seine Tonsteine bilden den Untergrund, auf den während der Eiszeit Löss aufgeweht wurde und aus dem sich die fruchtbaren Löss- beziehungsweise Lösslehmböden vom Typ Parabraunerde entwickelten. Ihnen ist es zu verdanken, dass die Filder einen landwirtschaftlichen Gunstraum ersten Ranges darstellen. Dort, wo größere Tonanreicherungen auftreten, wie insbesondere in den Bachmulden, sind die Parabraunerden oft pseudovergleyt. Bäche sind allerdings auf den Fildern rar und aufgrund der starken Überbauung inzwischen häufig verdolt beziehungsweise gleichen wegen der intensiven landwirtschaftlichen Eingriffe oft begradigten Gräben (zum Beispiel Streitgraben beziehungsweise Erlenbrunnen östlich von Unteraichen/Leinfelden). Ursprünglich flossen auch sie in weiten, flachen Talmulden, wie dies noch die Oberläufe von Katzenbach und Flinsbach zeigen. Generell erfolgt die Entwässerung der Filder im Stadtgebiet nach Südosten, entsprechend dem flachen Einfallen der Filderebene. Ihr Höhenniveau liegt bei Unteraichen bei etwa 425 Meter über Normalnull und sinkt auf Gemarkung Stetten bis zur Grenze nach Filderstadt auf 395 Meter über Normalnull ab. Der Westrand des Fildergrabens macht sich durch eine bis zu 70 Meter hohe, bewaldete Stufe bemerkbar, die zum Naturraum Schönbuch überleitet. Seine markantesten Erhebungen im Stadtgebiet bilden die Weidacher Höhe bei Stetten beziehungsweise die Federlesmahd-Kuppe, die mit 495 Meter über Normalnull nur knapp unter dem Höhenmaximum Leinfelden-Echterdingens bleibt. Beide Erhebungen werden wiederum von Unterjuraplatten gebildet, die hier, außerhalb des Grabens, als Reste in ihrer ungestörten Lage erhalten geblieben sind. Eigentlich zusammengehörend, hat ein Seitenbach des Reichenbachs auch diese Deckschicht bereits in zwei Einheiten zerlegt. Auf der größeren, südlichen lössüberdeckten Platte lag einst innerhalb einer Rodungsinsel der Weiler Weidach, der heute vollkommen im Stadtteil Stetten aufgegangen ist. Nach Westen fällt das Gelände steil ins Siebenmühlental ab, wo der Reichenbach die einstige Unterjura-Deckschicht parallel zum Grabenrand vollständig durchsägt und sich mit einem relativ breiten, 50 Meter tiefen Sohlental inzwischen durch den Knollenmergel bis in den Stubensandstein eingeschnitten hat. Hier, unterhalb der Kochenmühle, erreicht das Stadtgebiet mit 342 Meter über Normalnull auch seinen tiefsten Punkt. Nördlich der Seebrückenmühle greift die Stadt weiter westwärts über den Reichenbach aus und trifft an der Hohenwart auf den gegenüberliegenden Teil der einstmals durchgängigen Unterjuraplatte. Dort, an der Hohenwart, liegt mit knapp 498 Meter über Normalnull der höchste Punkt der Stadt. Hohenwart und Federlesmahd-Kuppe markieren das nördliche Ende der Unterjurascholle. Im gesamten nordwestlichen Stadtgebiet fehlt sie. Die Waldberge erreichen hier noch Höhen von maximal 487 Meter über Normalnull (Oberaichener Höhe) und werden vom Stubensandstein aufgebaut. An seinem Oberlauf, bei Musberg, hat sich der Reichenbach tief in die Keuperschichten eingeschnitten und das Gelände zusammen mit seinen Nebenbächen in sich fingerförmig auffächernde Riedel zerlegt (zum Beispiel Eichberg). Der Reichenbach und seine Nebenbäche konnten ihren naturnahen Charakter weitestgehend bewahren. Der sehr wasserreiche Bach trieb früher einmal 13 Mühlen an, welche die reiche Kornernte der Filder vermahlen haben. Heute sind noch elf Mühlen erhalten, von denen sieben zu Leinfelden-Echterdingen gehören, aber zum Teil anderweitig genutzt werden. Leinfelden-Echterdingen weist einen hohen Verbrauch an Siedlungs- und Verkehrsflächen auf, der sich vor allem auf den Fildern niederschlägt. Die großen zusammenhängenden Waldgebiete im Schönbuch gleichen die Bilanz etwas aus, sodass die Siedlungsfläche insgesamt ein Drittel des Stadtgebiets ausmacht, je ein weiteres Drittel nehmen Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen ein. Von der Landwirtschaftsfläche entfallen gut ein Drittel auf Grünland, jedoch knapp zwei Drittel auf Ackerland, das nahezu ausschließlich auf den fruchtbaren Filderböden zu finden ist, die sich für den Getreide-, Gemüse- und Futterpflanzenanbau gleichermaßen eignen. Die Flächennutzung gibt vor, wo naturnahe Landschaft zu erhalten und zu schützen ist. So gehören sämtliche Waldgebiete von Leinfelden-Echterdingen einschließlich dem Siebenmühlental zum Landschaftsschutzgebiet Glemswald. Das Siebenmühlental ist außerdem in das Schutzgebietsnetz Natura 2000 einbezogen. Der Eichberg südlich von Musberg ist im Oktober 2007 wegen seiner Eichen, Hecken und Halbtrockenrasen und der herausragenden Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt unter Naturschutz gestellt worden. Im Schonwald Federlesmahd nördlich der Schlösslesmühle stehen die Pflege der strukturreichen Eichenmischwälder und der seltenen Elsbeeren, die Förderung höhlenbrütender Vogelarten und die Erhöhung des Totholzanteils im Vordergrund. Alle Schutzgebiete sind wichtige Naherholungsgebiete. Auf dem Skihang bei Musberg haben Generationen von Kindern das Skifahren erlernt. Durch das Siebenmühlental führt auf der Trasse einer früheren Schmalspurbahn ein stark frequentierter Rad- und Wanderweg. Die Mühlen werden zum Teil als Gaststätten bewirtschaftet, beherbergen Museen, ein Mundart-Theater und eine Kunstgalerie.

Wappen von Leinfelden-Echterdingen

In Gold (Gelb) ein blauer Ring, darin eine blaue Leiste, von der oben ein blauer Stab ausgeht (Sester).

Beschreibung Wappen

Das Wappen der am 1. Januar 1975 aus der Vereinigung von Echterdingen, Leinfelden, Musberg und Stetten auf den Fildern hervorgegangenen Stadt verbindet den allen ihren Vorgängerinnen gemeinsamen goldenen Schild mit dem auf die Stilisierung eines alten Getreidemaßes (Sester) zurückgeführten Echterdinger Fleckenzeichen in der Farbe des ehemaligen Leinfeldener Schildbildes. Das Regierungs-präsidium Stuttgart hat das Wappen und die Flagge am 22. März 1978 verliehen.

GND-ID:
  • 4035199-3