Das Ende der Monarchie 1918 und der Beginn der Weimarer Republik

Demonstration vor dem Offenburger Rathaus, 1919, (Quelle: Landesarchiv BW, GLAK N Geck Nr. 2537, 1, Bild 3)
Demonstration vor dem Offenburger Rathaus, 1919, (Quelle: Landesarchiv BW, GLAK N Geck Nr. 2537, 1, Bild 3)

Auf den Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918 folgte in Karlsruhe und Stuttgart rasch der Zusammenbruch der Monarchie. In den Wochen nach Unterzeichnung des Waffenstillstands kehrten die badischen und württembergischen Truppen zügig in die Heimat zurück.

Lange vor Kriegsende hatten die schärfer werdende Versorgungskrise, die langen Gefallenenlisten in den Zeitungen und der ersichtlich ungünstige Kriegsverlauf auch im Südwesten für wachsende Unruhe gesorgt. 1917 kam es zu ersten Demonstrationen, 1918 zu Streiks etwa in Mannheim und Unruhen in den Garnisonen Lahr, Offenburg, Rastatt und Karlsruhe. In Mannheim wurde am 8. November 1918 ein Soldatenrat gegründet, wenig später entstand ein solcher auch in der badischen Hauptstadt. Am 10. November kam es zur Bildung einer Vorläufigen Volksregierung. Bereits drei Tage später verzichtete der aus Karlsruhe nach Zwingenberg geflohene Großherzog Friedrich II. von Baden auf den Thron.

Am 9. November kam es auch in Stuttgart zu Unruhen und Massenprotesten gegen die Monarchie. Noch am selben Tag wurde die Republik ausgerufen und eine provisorische Regierung gebildet. Mit dem Thronverzicht König Wilhelms II. am 30. November endete auch in Württemberg die Monarchie.

Bis auf einen kleinen Rest wurde bis ins Frühjahr 1919 die Demobilmachung des deutschen Heeres durchgeführt. Die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags vom Juni 1919 verlangten die weitgehende Entmilitarisierung Badens. Hoch war die Zahl der Gefallenen aus den südwestlichen Teilen des Deutschen Reiches. Von den 14.000 Kriegsteilnehmern aus Hohenzollern kehrte beinahe jeder fünfte nicht zurück. Von den gut 250.000 aus Württemberg in den Krieg gezogenen Männern fielen etwa 83.000. Hinzu kamen knapp 63.000 tote Badener.

Andreas Neuburger

(Quelle: Schwarzmaier, Hansmartin (Hg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, Band 3: Vom Ende des Alten Reiches bis zum Ende der Monarchien, Stuttgart 1992.)