Die Salier

Obleybuch des Chorherrenstifts Öhringen, 1420 (HZAN Obleibuch des Stifts Öhringen o.S.)
Obleybuch des Chorherrenstifts Öhringen, 1420 (Landesarchiv BW HZAN Obleibuch des Stifts Öhringen o.S.)

Neben dem weitgehend landfremden schwäbischen Herzogshaus ragten in Südwestdeutschland während des 10.-12. Jahrhunderts vor allem drei große Familien, die Salier, die Welfen und die Zähringer, hervor. Die Salier sind die Nachkommen Konrads des Roten und Liutgards, der Tochter Kaiser Ottos I., vielleicht über die Mutter Konrads des Roten auch mit dem Konradinerhaus verknüpft. Sie stehen in einem sicheren, aber nicht eindeutig genealogisch rekonstruierbaren Zusammenhang mit dem alten Haus der Widonen, die zur fränkischen Reichsaristokratie gehörten und seit dem 7. Jahrhundert im Moselraum belegbar sind. Konrad der Rote war von seinem Schwiegervater König Otto mit der lothringischen Herzogswürde bedacht worden, diese wirkte auch nach seiner Absetzung wegen des Aufstandes von 953 nach. Konrads Sohn Otto übernahm die Rechte und Besitzungen in Franken. Es handelte sich um die Grafschaften im Nahe-, Worms- und Speyergau sowie die Grafschaft im Bereich von Kraich-, Elsenz- und Teilen des Enzgaues, möglicherweise auch die im Ufgau.

Mit dieser Urkunde schenkte König Heinrich IV. 1057 der bischöflichen Kirche zu Speyer das Gut Sülchen (GLA A 93)
Mit dieser Urkunde schenkte König Heinrich IV. 1057 der bischöflichen Kirche zu Speyer das Gut Sülchen (Landesarchiv BW GLAK A 93)

In diesen Grafschaften begegnen neben den Saliern immer wieder andere Grafen, die in engen Beziehungen zur Salierfamilie standen und wohl durch diese belehnt waren. Im Kraichgau war dies die zuletzt mit dem Salierhaus verwandte Familie der Zeisolf-Wolfram. Otto hatte für kurze Zeit und nur nominell überdies auch das Herzogtum Kärnten inne. Auch nach seinem Verzicht auf dieses Herzogtum nannte er sich in seiner rheinischen Position weiterhin Herzog, bald Herzog von Worms nach seiner bevorzugten Burg. Solche „Titelherzogtümer", deren erstes das der Salier war, sollten bis in die Stauferzeit immer häufiger zum Ansatzpunkt einer ganzen Reihe neuer Territorialfürstentümer werden. Aufgrund seiner Vogteirechte hat Herzog Otto dem Kloster Weißenburg einen großen Teil seiner Güter entfremdet und so bereits den Grund zu neuen territorialen Bestrebungen gelegt. Diese setzten sich fort, als 1002 König Heinrich II. den Saliern gegen die Aufgabe ihrer Wormser Burg den Königshof in Bruchsal mit dem zugehörigen Forst Lußhardt überließ. Unter Konrad II. stieg die Familie 1024 zum Königtum empor, über seine Gemahlin Gisela erlangten die Salier zeitweilig die schwäbische Herzogswürde. Mit den Saliern wurde Südwestdeutschland, zunächst vornehmlich sein Nordwesten beiderseits des Rheines, zum Schwerpunkt des Reiches.

(Quelle: Bearbeitete Fassung aus dem Abschnitt Landesgeschichte, in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Band I, Stuttgart, 2. Aufl. 1977)