Die Baar

(Naturraum Nr. 121)

Die Baar in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW
Die Baar in der Großlandschaft Neckar- und Tauber-Gäuplatten - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Die Baar ist eine von offenem Land geprägte Hochfläche im Süden Baden-Württembergs mit durchschnittlichen Höhen um 700 m. Naturräumlich ist sie aufgrund des vorherrschenden Muschelkalks ein Teil der Neckar- und Tauber-Gäuplatten des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes, die sich als breiter Streifen vom Nordosten des Landes bis an die südwestliche Landesgrenze erstrecken. Nördlich schließt sich an die Baar der ausgedehnte Naturraum der Oberen Gäue an, nordöstlich liegt das Südwestliche Albvorland, im Osten die Baaralb und das Obere Donautal, südlich das Alb-Wutach-Gebiet und im Westen die naturräumlichen Einheiten des Südöstlichen und des Mittleren Schwarzwaldes.

Das Relief der Hochfläche mit Höhen zwischen 670 bis 750 m ist weitgehend ausgeglichen; im Nordosten wird es durch tiefe Täler stark zergliedert. Höchster Punkt ist mit 977 m der Lupfen, ebenso wie auch der kegelförmige Hohenkarpfen (912 m), ein Zeugenberg des Jura. Östlich, im Bereich der Baaralb, erreicht das Gebiet Höhen von durchschnittlich etwa 900 m, sinkt aber nach Südosten bis zum das anschließenden Alb-Wutach-Gebiet ab. Der westliche Teil der Baar wird durch einen schmalen Hügelstreifen aus Mergeln und Tonen abgegrenzt, der ein ausgeprägtes Gewässernetz und große Waldflächen aufweist. Die östliche Talflanke des anschließenden Brigachtales bildet die Schichtstufe des Hauptmuschelkalks, die nach Osten abfällt und in die Niederungen des Gipskeupers übergeht. Der Bereich wird ackerbaulich genutzt. Der durch eine etwa 100 m hohe bewaldete Schichtstufe getrennte östliche Teil des Naturraumes ist durch überwiegend ackerbaulich genutzte Lehmböden charakterisiert, die von kleinen Tälern durchzogen sind. Die östlich zum Albtrauf anschließenden Hänge mit Wiesen- und Waldbedeckung werden durch kleine Bäche und Flüsse gegliedert.

Der Lupfen bei Hausen ob Verena - Quelle LMZ BW
Der Lupfen bei Hausen ob Verena - Quelle LMZ BW

Auf der Hochfläche der Baar liegen mehrere versumpfte Niederungen, u.a. im Bereich der Donau, der Brigach, der Breg und beim Neckarursprung, wo im Schwenninger Moos der Neckar entspringt. Im Schlosspark Donaueschingen liegt die sogenannte Donauquelle. Eine klimatische Besonderheit ist das Kaltluftbecken bei Donaueschingen, das zu den kältesten Stellen Deutschlands gehört. Hier tritt im langjährigen Mittel noch vor dem nahegelegenen Schwarzwald bereits Ende September der erste Nachtfrost auf.

Die Baar hat ihren Namen nach der ehemaligen Landgrafschaft Baar, die mit dem Naturraum ungefähr deckungsgleich war. Sie ist ein wichtiger Verbindungsraum zwischen den Siedlungsgebieten des Neckarraumes, des Hochrheins, der Donau und dem Oberrhein. Der Naturraum umfasst heute eine Fläche von rund 410 qkm. Das Gebiet war aufgrund seines Klimas mit geringen Niederschlägen und niedrigen Temperaturen im Winter schon früh besiedelt und gehört zu den Altsiedelräumen Südwestdeutschlands. 

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.