Ortenau-Bühler-Vorberge

(Naturraum Nr. 212)

Die Ortenau-Bühler Vorberge in der Großlandschaft Mittleres Oberrhein-Tiefland - Quelle LUBW
Die Ortenau-Bühler Vorberge in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Die Ortenau-Bühler-Vorberge bilden im Oberrheinischen Tiefland die nördliche Fortsetzung der Lahr-Emmendinger-Vorbergzone, von der sie lediglich durch die breite Schotterfläche der Kinzig an ihrem Austritt aus dem Schwarzwald getrennt werden. Von dort reichen sie nach Norden über Oos hinaus bis an Haueneberstein (Teilorte der Stadt Baden-Baden) heran. Auch diese Bruchscholleneinheit hebt sich aus der Offenburger Rheinebene als markante, allerdings durch Flusseinschnitte bisweilen stark zerlappte Stufe auf Höhen von 250 bis 300 m über NN heraus. Speziell durch die großen Schwarzwaldtäler ist sie mehrfach unterbrochen. Sie besteht ebenfalls aus Trias-, Jura- und im Norden vor allem Tertiärschichten, die von einer mächtigen, nach Osten ausdünnenden Lössdecke verhüllt sind. Die dadurch bedingten, sanft gewellten Reliefformen, in die sich – als für den Löss typisch – Trockentäler und Hohlwege einfügen, bieten einem weitgehend kleinparzellierten Offenland Raum. Wald ist nur noch in wenigen Resten vertreten.

Burg Windeck bei Bühl - Quelle LMZ BW
Burg Windeck bei Bühl - Quelle LMZ BW

In den zahlreichen Tälern mit ihren meist feuchten, vergleyten Böden herrscht Grünlandnutzung vor. Auf den fruchtbaren Böden der Stufenfläche finden sich dagegen immer wieder Rebflächen, vor allem aber wird hier – und dies gilt besonders für den mittleren Teil der Raumeinheit – intensiver Obstanbau betrieben, wobei die weniger empfindlichen Apfelbäume inzwischen die einst bedeutenden Zwetschgenkulturen (Bühler Zwetschgen) zurückdrängen. Generell nachrangig findet Ackerbau statt. An der Stufenkante, insbesondere auch entlang der Taleinschnitte, prägen dann freilich weithin wieder Rebanlagen das Landschaftsbild. Nicht zuletzt das warme, wintermilde Klima des Oberrheinischen Tieflands unterstützt die Anbaubedingungen, wobei jedoch der Niederschlag in den Ortenau-Bühler-Vorbergen höher ausfällt (1100 mm) als in der Lahr-Emmendinger-Vorbergzone. Die ursprünglich meist kleinen Dörfer haben sich hier zu besonders begehrten Wohngebieten entwickelt, z. T. mit Fremdenverkehrsfunktion und zeigen inzwischen auch Tendenzen zur großflächigen Zersiedlung.