Schwarzwald-Randplatten

(Naturraum Nr. 150)

Die Schwarzwald-Randplatten in der Großlandschaft Schwarzwald - Quelle LUBW
Die Schwarzwald-Randplatten in der Großlandschaft Schwarzwald - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Die Schwarzwald-Randplatten schließen den Schwarzwald im Norden und Nordosten ab, indem sie sich an Grindenschwarzwald und Enzhöhen (Naturraum 151) bzw. im äußersten Nordwesten auch an den Nördlichen Talschwarzwald (Naturraum 152) anlehnen. Sie leiten damit zu den durch Muschelkalk geprägten Gäulandschaften über. Die Platten setzen sich aus drei größeren Untereinheiten zusammen: aus der Albtalplatte im Nordwesten, die vom Abbruch zum Oberrheingraben nach Osten bis etwa an die Enz bei Neuenbürg reicht, der Enz-Nagold-Platte, die sich als größte Einheit ab Pforzheim entlang der Enz, insbesondere aber entlang der Nagold bis ungefähr Altensteig erstreckt, sowie der ihr im Süden bis etwa Freudenstadt folgenden Nagold-Waldach-Platte, die dort an der Bruchstufe des Freudenstädter Grabens endet. Nach Osten fallen die Platten von rd. 800 m über NN auf 500 m und im Bereich der Albtalplatte über eine tektonische Treppe von 550 m auf 320 m über NN ab. Sämtliche Platten werden an ihrer Oberfläche durch Oberen Buntsandstein aufgebaut, dessen feinkörniges, ton- und glimmerreiches Material weniger wasserdurchlässig ist und – etwa gegenüber den Enzhöhen – wannen- bis muldenförmige Bachläufe ermöglicht. Sie münden in wenige steil, eng und z. T. bis zu 150 m tief vor allem in den Hauptbuntsandstein eingeschnittene Täler (Alb-, Nagold-, Waldachtal).

Bad Liebenzell-Beinberg als Beispiel eines Waldhufendorfs - Quelle LMZ BW
Bad Liebenzell-Beinberg als Beispiel eines Waldhufendorfs - Quelle LMZ BW

Mit ihren Steilhängen, Felstrümmern, Blockströmen und dichtem Waldkleid, speziell den schützenswerten Schluchtwäldern, tragen sie hier maßgeblich zum Schwarzwaldbild bei. Auf der Hochfläche dominieren heute weithin Fichtenforste, die jedoch immer wieder durch größere Staunässeareale mit mangelnder Bodendurchlüftung und Vermoorungstendenzen unterbrochen werden. Auf solchen Missen zeigt die Baumvegetation (Kiefern) vielfach Krüppelwachstum. Dort, wo die Böden gut entwässert werden, sind diese aber tiefgründig und fruchtbar genug, um Grünland- bzw. eine spezifische Feldgraswirtschaft zu erlauben. Begünstigt werden die Anbaubedingungen durch die wegen der moderateren Höhenlage milderen Temperaturen und den geringeren Niederschlägen (1200 mm - 750 mm pro Jahr) im Regenschatten des Grindenschwarzwalds. Auf den Höhen finden sich daher große Rodungsinseln mit Weilern und geschlossenen Haufendörfern sowie – vor allem auf der Enz-Nagold-Platte – langgezogene, im Mittelalter planmäßig angelegte Waldhufensiedlungen. An den Stellen in den großen Tälern, wo Feuchtwiesen genutzt und auch Ackerflächen angelegt werden konnten, entwickelten sich die wenigen Städte, die – wie etwa Bad Liebenzell, Calw oder Wildberg – vielfach zum Kristallisationspunkt eines früh einsetzenden und bis heute bedeutenden Kur- und Erholungsverkehrs wurden.

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.