Deutsche Heimschule Schöntal

Neben Schöntal gab es in Württemberg weitere Heimschulen für Jungen, so in Nagold; außerdem existierten Heimschulen für Mädchen. Copyright: LABW
Neben Schöntal gab es in Württemberg weitere Heimschulen für Jungen, so in Nagold; außerdem existierten Heimschulen für Mädchen. Copyright: LABW

Von September 1941 an 1945 richteten die Nationalsozialisten in Schöntal eine Deutsche Heimschule ein. Der sogenannte Klostersturm betraf das evangelisch-theologische Seminar, das aufgelöst wurde und in dessen Räume die Deutsche Heimschule einzog. Sie nahm vor allem Söhne von Wehrmachtsangehörigen und solche Kinder auf, bei denen der Krieg oder andere Faktoren eine beständige Erziehung erschwerten. Dabei konnte es sich ebenso um den Nachwuchs bombengeschädigter Eltern handeln wie um Vollwaisen. Die Anstalt war jedoch keine Vollschule, sondern bot ihren Schülern anfangs nur Unterricht für die 3. und 4., später für die 2. und 3. Klasse. Die Deutsche Heimschule sollte die Kinder mit der NS-Ideologie indoktrinieren. Religionsunterricht war deshalb verboten. Erst nach Kriegsende konnte das evangelische Seminar seinen Betrieb wieder aufnehmen.

Peter Exner

Veröffentlicht in: Der Hohenlohekreis. Hg. v. der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Hohenlohekreis (Kreisbeschreibungen des Landes Baden-Württemberg). Ostfildern 2006, Bd. 2, S. 332.