Erforschung von Hämoglobin und DNA im Schlosslabor von Schloss Hohentübingen

Die Wirkungsstätte Felix Hoppe-Seylers und Friedrich Mieschers

Das Schlosslaboratorium um 1879, Quelle: Museum der Universität Tübingen MUT
Das Schlosslaboratorium um 1879, Quelle: Museum der Universität Tübingen MUT

Die einstige Küche im Schloss Hohentübingen wurde im frühen 19. Jahrhundert zum ersten biochemischen Laboratorium umfunktioniert. Es gilt als Wiege der Biochemie und ist heute ein herausragender Ort der Wissenschaftsgeschichte. Hier arbeitete ab 1818 der erste deutsche Biochemiker Carl Sigwart (1784–1864); hier erforschte und benannte Felix Hoppe-Seyler (1825–1895) das Hämoglobin, und hier entdeckte der Schweizer Friedrich Miescher (1844–1895) im Jahr 1869 die Nukleinsäure, den Grundstoff der Erbsubstanzen DNA und RNA.

Im historischen Raum des Schlosslabors wurde im Jahr 2015 eine interaktive und kostenlos zugängliche Dauerausstellung zur Geschichte der Biochemie in Tübingen eingerichtet. Im Zentrum der Präsentation steht das noch existierende Reagenzglas Friedrich Mieschers mit Nukleinsäure. Zu sehen sind außerdem historische Laborgeräte und Präparate.

Die Einrichtung gehört zum Museum der Universität Tübingen (MUT) auf Schloss Hohentübingen.