Die Bühler Frühzwetschge

 Die Bühler Frühzwetschge (Quelle: Landesmuseum Württemberg)
Die Bühler Frühzwetschege. Aus: Pomologische Monatshefte 1891 [Quelle: Bücherei des Deutschen Gartenbaues]

Bald beginnt sie wieder: Die Erntezeit der Bühler Frühzwetschge. Dank der Bühler Frühzwetschge entwickelte sich das badische Bühl zum bedeutendsten Obstmarkt Deutschlands.

Das erste Mal entdeckt wurde sie im Jahr 1840 im Bühler Stadtteil Kappelwindeck als „Zufallssämling“. Das bedeutet, sie wurde als Sorte nicht gezielt gezüchtet, sondern ist Nachkomme einer zufällig aufgefundenen Population.

1884 fuhr der erste Eisenbahnwagen mit rund 100 Zentnern Bühler Frühzwetschgen nach Köln. Zunächst noch wurden die Früchte in handgefertigten großen Weidenkörben zu 35 Pfund transportiert. Ab 1920 gab es dafür eigens entwickelte Spankörbe. Pappelholz aus der näheren Umgebung bildete den Rohstoff für die Fertigung.

Über 100 Jahre wude die blaue Frucht darin ins Rheinland und ins Ruhrgebiet, nach Hamburg und Berlin und sogar über die Reichsgrenzen hinweg geliefert.

Doch die Veränderung unserer Essgewohnheiten und die Rufe nach süßerem Obst (viele empfinden die Bühler Frühzwetschge als zu sauer) verkleinerte die Nachfrage nach dem badischen Obst. Während 1957 in Mittelbaden 19.800 Tonnen Früchte für den Frischverzehr gewonnen wurden, waren es 2016 gerade noch 720 Tonnen. Das liegt auch daran, dass sich niedrig wachsende Obstbäume in den Plantagen wegen der leichteren Ernte durchgesetzt haben.

Doch ein neues Bewusstsein für Regionalität und die gezielte Suche nach alten Sorten sorgt wieder für den Aufschwung der Bühler Frühzwetschge. Neben dem Sortiment des Obstgroßmarktes in Oberkirch, findet man sie außerdem auf Wochenmärkten in Bühl, Baden-Baden, Rastatt und weiteren Orten in Mittelbaden sowie in Hofläden in der Region. (JH)

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