Ehingen (Donau) - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0760

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der mittelalterliche Stadtkern auf der Nordseite des Höhenrückens zwischen dem Schmiech- und dem Donautal gliedert sich in die planmäßig angelegte Oberstadt (9 Hektar) und in die nach Westen ins Schmiechtal herabziehende Unterstadt (11 Hektar). Die Oberstadt hat die Form eines Rechtecks mit einer breiten Mittelstraße und zwei schmalen Parallelstraßen. Durch rechtwinklig dazu verlaufende Quergassen ent­steht ein Gitternetz; ein Gitterfeld nimmt der Marktplatz ein. Die Unterstadt, wohl das alte Dorf, zeigt dagegen einen unregelmäßigen Grundriss, dessen Hauptstraße der Windung des Flusses folgt. Sie wurde bis 1343 in den Mauerring der Oberstadt einbezogen. Auch die kleine Ulmer Vorstadt im Оsten war ummauert. Reste der Stadtummauerung noch erhalten. Erste Stadterweiterung im 19. Jahrhundert zum Bahnhof (1869). Dort 1890 bis 1927 Zementfabrik. Seit 1937 Zellstoffabrik im Donautal. 1937/39 Um­gehungsstraße im Zuge der Вunddesstraße 311 mit Schmiechtalbrücke. Seit dem 2. Weltkrieg große neue Wohngebiete (Büchele, Ramminger und Wenzelstein, dieses mit Laden­zentrum und Punkthochhäusern) im Nordwesten zwischen Вundesstraße 311 und Вundesstraße 465. Ebenso neue Wohngebiete im Südosten und im Süden, hier über den Scheitel des Bergrückens (Wolfen) hinweg bis auf den Hang zur Donauniederung. Neue Gewerbegebiete entstanden östlich der Вundesstraße 465 am Stadtausgang nach Münsingen und nördlich der Вundesstraße 311 im Schmiechtal.
Historische Namensformen:
  • Cachinga
  • Heingen
  • Ehinga
Geschichte: 760 Cachinga (hierher?), 787 (Корie 12. Jahrhundert) Heingen, 961 Ehinga (Personenname). Älteste Siedlungsschicht. Ausgedehntes merowingisches Reihengräberfeld westlich der Stadt, ein weiteres nördlich in Richtung Berkach. Früh Sitz der Grafen von Berg, unter denen sich die Entwicklung zur Stadt vollzogen hat. Burg ursprünglich vermutlich in der Nähe der heutigen Pfarrkirche Sankt Blasius, später Stadtschloss in der nordöstlichen Stadtmauerecke. Niederadel von Ehingen, Dienstleute der Grafen von Berg, ist im 12. und 13. Jahrhundert erwähnt. 760 in der Aulaulfisbaar (?), 787 in der Albuinsbaar, 961 in der Muntricheshuntare gelegen. Später Herrschaft der Grafen von Berg. Cives (Stadtbürger) 1253, ein minister (Amman) 1254 erstmals erwähnt; 1267 ausdrücklich Stadt genannt. 1343 Kauf der Herrschaften Ehingen, Berg und Schelklingen durch Österreich, bei dem die Stadt bis zum Übergang an Württemberg 1805 blieb. Von 1360 an häufige Verpfändung der drei Herrschaften, bis die Stadt 1568 die Pfandschaft an sich selbst auslöste. 1680 Abtrennung und erneute Verpfändung der Herrschaften Berg und Schelklingen. 1758 wurde die Pfandschaft der Stadt an der Herrschaft Ehingen in ein Lehen umgewandelt. 1379 Befrei­ung von auswärtigen Gerichten, 1434 Übertragung der Blutgerichtsbarkeit auf das Stadtgericht, 1532 Verleihung der Hoch- und Niedergerichtsbarkeit über die spitali­schen Orte, 1568 volle Gerichtshoheit der Stadt als Pfandherr (ab 1758 Lehensherr). 1752 Oberamt Burgau. 1805 an Württemberg; seit 1806 Oberamt (1938 Landkreis) Ehingen. 1807 bis 1810 Sitz einer Kreisregierung. Das Rathaus, heutiger Bau von 1702/14, nach Brand 1890 und 1937 verändert, war im 17. und 18. Jahrhundert Sitz des Direktoriums und Tagungsort der schwäbisch-österreichischen Landstände. Ständehaus am Markt (jetzt Amts­gericht) von 1749. Ritterhaus (jetzt Außenstelle des Landratsamts) von 1692, war Sitz der Kanzlei des Ritterkantons an der Donau. Lateinschule seit Anfang 14. Jahrhunderts. Kollegium des Klosters Zwiefalten 1686 gegründet; an der Stelle des »Schlößchens« 1698 bis 1706 errichtet, zugleich zum Lyzeum ausgebaut. 1825 Gymnasium und Konvikt für künftige katholische Geistliche (seit 1934 bischöflich). Deut­sche Schule seit 1631 erwähnt. Evangelische Volksschule 1853, Fortbildungs- und Zeichen­schule 1855, in Realschule umgestaltet 1866.
Ersterwähnung als Stadt: 1267

Name: Burg; Stadtschloss

Ersterwähnung: 1182
Kirchengeschichte: Kirche und Pfarrei 1182, Sankt Blasius 1339. Patronat ab 1343 Österreich, 1456 der Universität Freiburg gestiftet, 1481 inkorporiert. Durch Tausch unter anderem gegen die Pfarrei Altsteuß­lingen 1828/29 Patronat an die Krone (bis 1875). Die heutige Blasiuskirche ist ein Bau des 18. Jahrhunderts, Turm 1888 erneuert; Untergeschoss älter. Eine alte Michaelskapelle neben der Kirche wurde 1822 abgebrochen. Die Liebfrauenkirche als »Kapelle auf dem Berg« wurde 1239 von den Grafen von Berg gestiftet, 1639 dem Franziskanerkloster (1630 bis 1822) übergeben. Heutiger Bau 1723/25, Turmobergeschoss 1654, Klosterge­bäude jetzt Städtisches Altersheim. Konviktskirche 1712/19, Turm 1885 erneuert. Sankt Michaelskirche 1970. Friedhofskapelle Sankt Martin von 1591, umgestaltet 1902. Heilig­geistspital um 1336/40 gestiftet, jetzt Heimatmuseum, ehemalige Kirche von 1493, um­fassender Umbau 1976/78. Sondersiechenhaus Sankt Katharina 1327 erstmals genannt. Franziskanerinnenkloster Krockental (1398 bis 1782) abgebrochen. Evangelische Pfarrverweser 1853, Kirche 1879, Pfarrei 1889. Gemeindezentrum Wenzelstein und Pfarrei 1971.
Patrozinium: Sankt Blasius
Ersterwähnung: 1339

GND-ID:
  • 4085537-5
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