Nordheim 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.nordheim.de
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Einwohner: 7675
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 604.0
Max. Höhe ü. NN (m): 331.52
Min. Höhe ü. NN (m): 153.37
PLZ: 74226

Im Süden des Landkreises Heilbronn gelegen, erstreckt sich das 12,7 qkm große Gemeindegebiet mit den Ortsteilen Nordheim und Nordhausen über den nordöstlichen Rand des Zabergäus. Im Nordosten reicht das Areal bis auf das Gartacher Feld, eine Untergliederung des Kraichgaus; im Osten, wo der Neckar die Gemeindegrenze gegen die Stadt Heilbronn bildet, hat es Anteil am Heilbronn-Wimpfner Tal. Im Nordwesten greift das Gelände bis zum Heuchelberg aus, wo es bei etwa 328 m NN den höchsten Punkt erreicht. Den tiefsten Punkt markiert der Neckar auf rd. 160 m NN an der Stelle, wo er das Gebiet nach Heilbronn verlässt. Östlich des Hauptorts mündet der Katzentalbach in ihn, der das Areal von Westen nach Osten durchfließt. Gute Böden und ein mildes Klima bildeten günstige Bedingungen für eine intensive agrarische Nutzung der Fläche. Im Osten hat die Gemeinde minimalen Anteil am Naturschutzgebiet Altneckar Horkheim. Nordheim breitete sich in der Nachkriegszeit in alle Himmelsrichtungen aus, Nordhausen vornehmlich nach Norden und Westen. Der Landesentwicklungsplan verortet die Gemeinde im Verdichtungsraum um Stuttgart. Die beiden altwürttembergischen Gemeinden kamen am 18. März 1806 zum Oberamt Brackenheim (30.1.1934 Kreis) und am 1. Oktober 1938 zum Landkreis Heilbronn. Am 1. Januar 1975 wurde Nordhausen nach Nordheim eingemeindet.

Die 12,71 Quadratkilometer umfassende Gemeinde Nordheim mit den Ortsteilen Nordheim und Nordhausen liegt westlich des Neckars im Süden des Landkreises. Nachbarstädte und -gemeinden sind der Stadtkreis Heilbronn, Lauffen am Neckar, Brackenheim, Schwaigern und Leingarten. Die Entfernung nach Heilbronn beträgt Luftlinie 7,5 Kilometer. Dem Landesentwicklungsplan zufolge gehört Nordheim zum Verdichtungsraum um Stuttgart. Nordheim liegt am nordöstlichen Rand des Zabergäus, einer großenteils lössbedeckten Gipskeuperlandschaft zwischen den Höhenzügen des Heuchelbergs im Norden und des Strombergs im Süden. Die Gemeinde reicht im Nordwesten bis zum Schilfsandsteinplateau des Heuchelbergs hinauf, wo sie bei 328 Meter über Normalnull ihr Höhenmaximum erreicht. Im Nordosten hat sie Anteil an der bereits zum Kraichgau zählenden naturräumlichen Einheit Gartacher Feld, lössbedeckten Neckarterrassen mit intensiver Ackernutzung. Ganz im Osten reicht sie gerade noch bis an den Neckar, der dort dem Naturraum Heilbronn-Wimpfner Tal zugeordnet wird. Hier liegt mit 160 Meter über Normalnull die tiefste Stelle der Gemeinde. Mehrere flache, für den Gipskeuper typische Muldentäler durchziehen die Gemarkung. Hauptgewässer ist der Katzentalbach, der sein Quellgebiet bei der Streckbauchquelle und im südlich angrenzenden Waldgebiet hat und das Gemeindegebiet in voller Länge von Westen nach Osten durchfließt. Im Unterlauf schneidet er den Unterkeuper an und mündet beim Bahnhof Nordheim in den Neckar, wobei das letzte Stück verdolt ist. Der Katzentalbach hat zwei Zuflüsse, von Norden einen Graben aus dem Gewann Eisenhut und von Süden den von Nordhausen kommenden Breibach. Feuchtgebiete mit Tümpeln, Gehölzen und Röhricht bringen entlang der begradigten Bachläufe punktuell Abwechslung. In der tektonisch tiefen Lage in der Strombergmulde ist am Heuchelberg (wie auch am Stromberg) Schilfsandstein erhalten geblieben. Das wie tischeben abgeschnittene Sandsteinplateau bricht mit scharfen Hangkanten ab und springt in den Gewannen Hälden, Schächerhausen und nordöstlich davon in Richtung der Heuchelberger Warte nach Süden vor. An zwei dieser Bergnasen wurde früher Schilfsandstein abgebaut. In den aufgelassenen Brüchen im Gewann Hälden und südwestlich der Heuchelberger Warte ist dickbankiger, kompakter, grüngelber, nach oben hin plattig werdender Schilfsandstein aufgeschlossen. Die Grenze vom Schilfsandstein zum darunterliegenden Gipskeuper ist am Bergsporn des Gewanns Schächerhausen an der Wegböschung gut zu sehen. Der Gesteinswechsel prägt am Heuchelberg auch die Nutzung, Wald auf Schilfsandstein und Weinberge auf Gipskeuper. Die von Natur aus kleingliedrige Gipskeuperlandschaft mit kleinen Geländekanten und Kuppen ist dort, wo zwischen 1960 und 1983 Rebflurbereinigungen stattfanden, weitgehend eingeebnet. Die bröckelig zerfallenden Mergel des Gipskeupers wurden früher in zahlreichen Mergelgruben, als Kiesgruben bezeichnet, abgegraben und auf die Weinberge als Bodenersatz und Düngemittel aufgebracht. Solche Mergelgruben sind beispielsweise im Gewann Diemenweg und am Waldrand des Heuchelbergs erhalten. Weniger von wirtschaftlichem als von historischem Interesse sind die Abbauversuche von Kohleschmitzen (Kohleflözen) aus dem Unterkeuper. 1801 trieb man hierzu im unteren Katzenbachtal, in der Nähe des heutigen Bahnhofs, Stollen in den Berg. Die Ausbeute an Kohle war gering, aber eine an dieser Stelle gegründete Sägmühle brachte wirtschaftlichen Erfolg. Eine relativ junge Gesteinsbildung ist der Kalktuff, der sich beim Bahnhof aus Wasser bildet, das über eine Trockenmauer herabrieselt. Die Bodennutzung ist auch in Nordheim ein Spiegelbild des Untergrunds und des Klimas. Die Gemeinde ist reich an guten Ackerböden und Weinlagen. Dies hat zur Folge, dass 70 Prozent der Gemarkung landwirtschaftlich genutzt werden und nur 8 Prozent von Wald bedeckt sind; letzterer konzentriert sich auf das Gewann Brämich und das Heuchelbergplateau. 22 Prozent entfallen auf Siedlungen und Verkehrsflächen. Von der Landwirtschaftsfläche sind fast zwei Drittel Ackerland. In der Landschaft fallen aber vor allem die Weinberge an den Hängen des Heuchelbergs auf. Die Weinberge (einschließlich Rebbrachen) nehmen rund 277 Hektar ein, das entspricht einem Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Die einst ausgedehnteren Wiesen und Obstbaumgärten beschränken sich weitgehend auf feuchtere beziehungsweise schattigere Standorte, die acker- und weinbaulich schlecht zu nutzen sind. Größere, zusammenhängende Streuobstwiesen gibt es noch beidseits der Straße nach Neipperg und im Gewann Entenpfuhl. In der intensiv genutzten Landschaft bleibt nur wenig Platz für naturnahe Lebensräume. Mehrere Feuchtgebiete sind als flächenhafte Naturdenkmale geschützt, so im Katzenbachtal die Streckbauchquelle, der Gräfenbrunnen (Salzlöcher) und das Gebiet Steinfurt, im Breibachtal im Gewann See das Feuchtgebiet Breibach. Sie dienen der Sicherung des Lebensraums wassergebundener Tiere und Pflanzen und lockern die Landschaft auf. Zum Teil sind sie auch naturgeschichtlich von Bedeutung, wie die Salzlöcher, wo früher gipshaltiges Wasser austrat, das Böden und Wiesen salzig und sumpfig werden ließ. Als Laichgewässer dienen schließlich auch die am Fuß der Weinberge angelegten Regenrückhaltebecken. Einen sehr kleinen Anteil hat die Gemeinde im Osten am Naturschutzgebiet Altneckar Horkheim, einem alten Neckarlauf, der Lebensraum zahlreicher Vogelarten und Fische ist. Aussichtsreiche Wanderwege am Waldrand des Heuchelbergs und der ausgeschilderte Nordheimer Rundweg laden zur Erkundung natur- und kulturlandschaftlicher Besonderheiten ein.

Wappen von Nordheim

In Gold (Gelb) eine gestürzte blaue Pflugschar

Beschreibung Wappen

Die älteren der seit 1518 belegten Gerichts- beziehungsweise Fleckensiegel sowie eine Wappenzeichnung aus dem Jahre 1619 zeigen das bäuerliche Symbol der Pflugschar in Verbindung mit der Hirschstange als dem Zeichen der württembergischen Herrschaft. Von der Mitte des 18. Jahrhunderts an hat sich die alleinige Darstellung der Pflugschar, die 1684 auch als Marksteinzeichen der Gemeinde auftritt, durchgesetzt. Das im Jahre 1935 auch in den Farben festgelegte Wappen wurde mit der Flagge am 4. März 1963 vom Innenministerium verliehen.

GND-ID:
  • 4358532-2