Wüstenrot 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.wuestenrot4u.de
service-bw: Informationen zu wichtigen Adressen, Nummern und Öffnungszeiten in Wüstenrot
Einwohner: 6522
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 217.0
Max. Höhe ü. NN (m): 564.28
Min. Höhe ü. NN (m): 263.0
PLZ: 71543, 71577

Wüstenrot liegt mit seinen fünf Teilorten im Südosten des Landkreises Heilbronn. Das 30,02 qkm große Stadtgebiet erstreckt sich über die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge, vornehmlich den Mainhardter Wald; im Südwesten hat es Anteil an den Löwensteiner Bergen. Östlich der Kernstadt erreicht das Gelände am Raitelberg auf etwa 561 m NN den höchsten Punkt; das Höhenminimum markiert im Nordwesten die Brettach auf rd. 270 m NN an der Grenze gegen Bretzfeld. Im Osten wurde 1991 das Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot und im Norden 2000 das Brettachtal unter Naturschutz gestellt. Der Landesentwicklungsplan weist die Stadt dem Ländlichen Raum zu. 1805/06 fielen Neuhütten, Maienfels, Neulautern und Finsterrot an Württemberg, dem Wüstenrot im Amt Weinsburg bereits angehörte. Während Maienfels und Neuhütten 1806 über das Oberamt Neuenstein 1809 zum Oberamt Weinsberg kamen, gelangte Neulautern 1806 über den Backnanger 1810 zum Weinsberger Bezirk. Nach dessen Auflösung 1926 wurden Maienfels und Neuhütten dem Oberamt (1938 Landkreis) Öhringen, Neulautern und Wüstenrot dem Oberamt (1938 Landkreis) Heilbronn zugeteilt. Finsterrot dagegen kam über die Sprengel Neuenstein (1806), Öhringen (1809), Weinsberg (1810) und wieder Öhringen (1926) zum Landkreis Schwäbisch Hall (1938). Die Gebietsreform 1973 führte alle Orte im Landkreis Heilbronn zusammen. 1973 wurde Neulautern nach Wüstenrot eingemeindet, 1974 schloss sich letzteres mit Finsterrot, Maienfels und Neuhütten zur neuen Stadt Wüstenrot zusammen.

Die sich auf 30,02 Quadratkilometer erstreckende Gemeinde Wüstenrot mit den Ortsteilen Wüstenrot, Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Neulautern liegt im äußersten Südosten des Landkreises. Nachbarstädte und -gemeinden sind Beilstein, Löwenstein, Bretzfeld (Hohenlohekreis), Mainhardt (Landkreis Schwäbisch Hall), Großerlach und Spiegelberg (beide Rems-Murr-Kreis) sowie der Ortsteil Prevorst von Oberstenfeld (Landkreis Ludwigsburg). Die Entfernung von Wüstenrot nach Heilbronn beträgt Luftlinie 19 Kilometer. Dem Landesentwicklungsplan zufolge gehört die Gemeinde zum Ländlichen Raum. Bei Wüstenrot reichen die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge weit nach Nordwesten. Der größte Teil der Gemeinde gehört zum Naturraum Mainhardter Wald, ein kleinerer im Südwesten zu den Löwensteiner Bergen. Der Hauptort Wüstenrot liegt auf einer Stubensandstein-Hochfläche in rund 500 Meter Höhe. Die Hochfläche wird von vier Bachsystemen entwässert, der Fichtenberger Rot nach Südosten, der Lauter nach Südwesten sowie der Brettach und den Quellbächen des Bernbachs nach Norden. Obwohl letztlich alle vier zum Neckar fließen, zeigen Lauter und Rot noch die landschaftsgeschichtlich ältere danubische, das heißt zur Donau weisende Richtung. Das größte Einzugsgebiet hat die Fichtenberger Rot, die beim Spatzenhof entspringt; rasch nimmt sie zahlreiche, kleine Zuflüsse wie den Tiefenbach und den Dachsbach auf. Namen und Färbung verdankt sie dem rötlichen, leicht abschwemmbaren Knollenmergel in ihrem Einzugsgebiet. Etliche Weiher und Fischteiche wurden hier aufgestaut wie der Finsterroter See oder der Lauxensee. Im Unterschied zur Rot mit ihrem geringen Gefälle haben sich Lauter, Bernbach und Brettach tief eingeschnitten und an ihren Quellbächen zahlreiche Schluchten gebildet, wie die Pfaffenklinge, die Fuchsklinge, die Seelesklinge, die Tirolerklinge, die Hüttmeistersklinge und die Morgenklinge. Im Brettachtal wird bei 270 Metern über Normalnull der tiefste Punkt der Gemarkung erreicht, während Wüstenrot von den fast gleichhohen Kuppen des Stangen-, Raitel- und Steinbergs umgeben wird. Unter diesen bildet der 561 Meter hohe Raitelberg den höchsten Punkt innerhalb der Gemeinde und zugleich des Landkreises Heilbronn. Bei einem Höhenunterschied von fast 300 Metern steht der gesamte Mittelkeuper an, dem noch ein paar Kuppen aus dem Unterjura aufgesetzt sind. Dass die Schichtenfolge noch so umfangreich erhalten ist, ist der tektonisch tiefen Lage in der weitgespannten Heilbronner Mulde zu verdanken. Im Brettachtal nördlich von Maienfels reicht die Gemarkung bis in den Gipskeuper hinab, über dem steile Hänge mit großen Rutschschollen, bestehend aus den über dem Gipskeuper liegenden, abgerutschten Gesteinen (Schilfsandstein, Bunte Mergel, Kieselsandstein), aufragen. Oberheimbach liegt auf einer Verebnung des Kieselsandsteins, die Orte Berg und Maienfels stehen bereits auf Stubensandstein. Weite Teile der Gemeinde werden vom Stubensandstein gebildet, einem Wechsel sandiger und toniger Schichten, die in der Gegend 120 bis 140 Meter mächtig sind. Am Keuperstufenrand sind an Steilhängen ebenfalls Großschollenrutschungen entstanden wie in den Gewannen Waldbacher und Binsenschlägle westlich von Neuhütten. Der etwa 25 Meter mächtige, gleichfalls Rutschungen bildende Knollenmergel steht rund um die Unterjurakuppen Stangen-, Raitel- und Steinberg sowie am Aschen- und Steinberg bei Neulautern an. Diese Unterjura-Zeugenberge sind die nördlichsten Jura-Relikte in Baden-Württemberg. In dem kargen Bergland versuchte man früh, mineralische Rohstoffe zu gewinnen. Der relativ hohe Quarzgehalt des Stubensandsteins war die Grundlage für eine bescheidene Glasherstellung. In der Pfaffenklinge zeugen die Bergwerksstollen Soldatenglück und Unverhofftes Glück vom Silberschürfen im 18. Jahrhundert, aber die Hoffnung trog. Der Stubensandstein lieferte Sand und Bausteine. Zahlreiche aufgelassene, meist kaum mehr sichtbare Sandgruben und Steinbrüche zeugen davon. Noch gut sichtbar ist ein Steinbruch südsüdwestlich von Stangenbach. Aus früheren Sandgruben hervorgegangen sind die Feuchtgebiete im Weihenbronner Wald und südöstlich von Bernbach. Ein beliebter Baustein war früher auch der gelbe, harte, feinkörnige Angulatensandstein aus dem Unterjura. Einst hat man diesen Sandstein auf dem Raitelberg abgebaut. Mit 53 Prozent Waldanteil gehört Wüstenrot zu den waldreichsten Gemeinden des Landkreises. Der Grund dafür liegt in den entweder sandigen oder stark tonigen Böden auf Stubensandstein, die in Verbindung mit dem relativ kühlen Klima für den Ackerbau wenig geeignet sind. Von Natur aus wäre hier ein Hainsimsen-Buchenwald heimisch, in den Bachauen mit Erle und Esche. Doch nach der früheren Plünderung der Wälder lag es nahe, mit einem rasch wachsenden Gehölz aufzuforsten; dadurch hat sich das Waldbild zugunsten des Nadelholzes, vor allem der Fichte, verändert. Heute erhöht man wieder den Laubholzanteil. Auf den Rodungsinseln wird auf 34 Prozent der Gemarkung Landwirtschaft, hauptsächlich Grünlandwirtschaft, betrieben. Dass die Gegend trotz der ausgedehnten Wälder teilweise zersiedelt wirkt, ist auch darauf zurückzuführen, dass nicht überall ein flächenhafter Schutz der Landschaft besteht. Landschaftsschutzgebiete beschränken sich auf den Norden der Gemeinde und die Täler. Naturschutzgebiete wurden im Rot- und Dachsbachtal bei Finsterrot und im Brettachtal ausgewiesen. In ersterem wurden 1991 Feuchtwiesen unter Schutz gestellt, da die seltene Vegetation, darunter Trollblumen und Orchideen, durch Fichtenaufforstungen immer mehr verschwand. Einen Großteil dieser Wiesen hat das Land Baden-Württemberg gekauft, um eine geeignete Pflege sicherzustellen. Weitere kleinere Feuchtgebiete stehen als Naturdenkmale unter Schutz, so am Stangenberg, im Weihenbronner Wald, im Stangenbacher Tal, am Tiefenbach, beim Finsterroter See, die Weiher beim Ochsenhof und bei Walklensweiler, der Rehsee und die Streuwiese beim Spatzenhof. Die Pfaffenklinge mit den Silberstollen ist ebenfalls Naturdenkmal. Bemerkenswert sind die neun alten Mammutbäume südwestlich des Raitelsbergs (Wellingtonienplatz), die bis zu 50 Meter Höhe und 5 Meter Umfang erreichen; sie stammen aus einer Zucht in der Stuttgarter Wilhelma und wurden 1866 nach Wüstenrot verpflanzt. Die Wälder nördlich der B39, das Rottal bei Finsterrot und das Brettachtal sind Natura 2000-Gebiete. Wüstenrot liegt vollständig im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald und ist staatlich anerkannter Erholungsort. Anziehungspunkte sind der Finsterroter See, der Aussichtsturm Steinknickle mit großartiger Aussicht über das Weinsberger Tal und die Hohenloher Ebene bis zum Odenwald sowie die malerisch gelegene Burg Maienfels auf einem steilen Bergvorsprung über dem Brettachtal.

Im Zuge der Mediatisierung gelangten 1805/06 Neuhütten und Maienfels, 1806 auch Neulautern und Finsterrot an Württemberg. Neulautern gehörte bis 1810 zum Oberamt Backnang, bis 1926 zum Oberamt Weinsberg und seit 1938 zum Landkreis Heilbronn. Finsterrot war bis 1809 beim Oberamt Neuenstein, bis 1810 beim Oberamt Öhringen, bis 1926 beim Oberamt Weinsberg, bis 1938 wieder beim Oberamt Öhringen (seit 1934 Kreis) und seit 1938 beim Landkreis Schwäbisch Hall. Die Gemeinden des Burgfriedens, darunter Maienfels und Neuhütten, bildeten bis 1809 das Patrimonialamt Maienfels im Oberamt Neuenstein und gehörten seit dem 1. November 1809 zum Oberamt Weinsberg. Bis 1820 war Neuhütten Ortsteil von Maienfels, das seinerseits von 1820 bis 1856 Ortsteil von Brettach war. Neuhütten und Maienfels waren seit 1926 dem Oberamt Öhringen (seit 1934 Kreis) beziehungsweise seit 1938 dem Landkreis Öhringen zugeordnet. Das altwürttembergische Wüstenrot gehörte bis 1926 zum Oberamt Weinsberg, dann zum Oberamt beziehungsweise Landkreis Heilbronn. Die heutige Gemeinde Wüstenrot konstituierte sich zum 1. Januar 1974 durch die Vereinigung von Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Wüstenrot; Neulautern hatte sich Wüstenrot bereits ein Jahr davor angeschlossen. Am 12. März 1848 gingen von Neuhütten zehn Boten aus, um die Bevölkerung zum Zug vor das Schloss der Grundherrschaft in Weiler aufzufordern. Bald darauf stürmten etwa fünfhundert Aufständische das Schloss und Rentamt in Weiler, um Archiv und Registratur zu verbrennen; vor dem aus Heilbronn anrückenden Militär zogen sie sich zurück in den Burgfrieden. 1849 wurden 33 Beteiligte zu Gefängnis- oder Arbeitshausstrafen verurteilt. Als Folge der Novemberrevolution 1918 kam es auch in den Wüstenroter Gemeinden zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten, die vor allem das grundherrschaftliche Fideikommiss bekämpften. Bei den ersten Wahlen im Kaiserreich dominierte die Deutsche Partei, die von 1871 bis 1887 nahezu in allen Teilorten 100 Prozent der Stimmen erhielt und 1877 und 1878 gemeinsam mit der Deutschen Reichspartei fast alle Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die Volkspartei war 1893 in allen Teilorten bis auf Neulautern stärkste Partei, in Maienfels gar mit 93,3 Prozent und in Finsterrot mit 92,5 Prozent. Der Bauernbund wurde 1903 in allen Teilorten bis auf Neulautern, wo die Deutsche Partei mit 71,8 Prozent der Stimmen vorn lag, stärkste Partei. Bei den letzten Wahlen vor dem Ersten Weltkrieg erhielt 1912 die SPD in Finsterrot mit 48,9, in Neuhütten mit 42,2, in Maienfels mit 42,9 und in Wüstenrot mit 58,4 Prozent die meisten Stimmen; Wahlsiegerin in Neulautern war damals mit 76,7 Prozent die Fortschrittliche Volkspartei. Bei den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung 1919 erhielt die SPD in allen Teilorten (Finsterrot 68,1 Prozent, Neuhütten 62,8 Prozent, Maienfels 51 Prozent, Neulautern 60 Prozent, Wüstenrot 76,4 Prozent) vor der DDP (Finsterrot 26,8 Prozent, Neuhütten 31,6 Prozent, Maienfels 40 Prozent, Neulautern 39,4 Prozent, Wüstenrot 14,9 Prozent) die meisten Stimmen. Dieses Ergebnis entsprach weitgehend dem der eine Woche zuvor veranstalteten Wahlen zur württembergischen Landesversammlung. Nur in Maienfels musste die SPD (42,6 Prozent) sich der DDP (43,8 Prozent) geschlagen geben. Im April 1932 kam die NSDAP bei den Landtagswahlen in Finsterrot auf 47,3, in Maienfels auf 64,8 und in Neuhütten auf 74,5 Prozent der Stimmen. Bei den Reichstagswahlen im November 1932 konnte die SPD in Neulautern mit 37 Prozent und in Wüstenrot mit 32,8 Prozent die meisten Stimmen auf sich vereinigen, der WBWB in Finsterrot mit 46,2 Prozent. Die SPD erzielte in Maienfels das gleiche Ergebnis wie die NSDAP (27,8 Prozent), die in Neuhütten 52,3, in Finsterrot 33,8, in Neulautern 24 und in Wüstenrot 28,7 Prozent der Stimmen erhielt. Bei der Reichstagswahl im März 1933 erhielt die NSDAP in Finsterrot 67,5, in Neuhütten 86,4, in Maienfels 83,4, in Neulautern 56,2 und in Wüstenrot 68 Prozent der Stimmen; die SPD kam in Neulautern auf einen Stimmenanteil von 26,5 Prozent. Bis 1945 gehörten der Ortsgruppe der NSDAP in Wüstenrot 53 Mitglieder an, in Neuhütten waren es fünfzig. In Maienfels, Neuhütten und Wüstenrot bestand ein Sturm der SA beziehungsweise der SA-Reserve. Am 17. und 18. April 1945 wurden die Teilorte von den Amerikanern besetzt. Eine SS- und Wehrmachtseinheit wollte Finsterrot nicht kampflos preisgeben, so dass es zu einem erbitterten Gefecht kam, das vier Soldaten und zwei Frauen das Leben kostete; außerdem wurden achtzehn Wohngebäude zerstört. Bei den ersten Gemeinderatswahlen im Januar 1946 erhielten in Wüstenrot die Kandidaten der Sonstigen 65,9 Prozent, die der SPD 34,1 Prozent der Stimmten. In allen anderen Teilorten erhielten die Sonstigen 100 Prozent. Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Landesversammlung von Württemberg-Baden im Juni 1946 erreichte die CDU 32,4 Prozent, die SPD kam auf 46,2, die DVP auf 18,5 und die KPD auf 2,9 Prozent. Zum ersten Landtag von Württemberg-Baden wählten im gleichen Jahr 33,5 Prozent die CDU, 24,1 Prozent die DVP, 39,1 Prozent die SPD und 3,3 Prozent die KPD. Bei den Landtagswahlen der 1950/60er Jahre war die SPD die stärkste Partei; 1956 erreichte sie mit 45,1 Prozent ihr bestes Ergebnis. Bis 1960 (37,1 Prozent) lag an zweiter Stelle die FDP/DVP. In den 1960er Jahren wuchs der Stimmenanteil der CDU; 1972 stieg er sprunghaft auf 46,3 Prozent. Seither ist die CDU stärkste Partei; 1976 erzielte sie mit 53,5 Prozent ihr bestes Ergebnis. Die Stimmenanteile der SPD (1972 42,6 Prozent) und der FDP/DVP (1968 20,7 Prozent) gingen deutlich zurück (2006 SPD 29,4 Prozent, FDP/DVP 10,1 Prozent). 1968 kam die NPD auf 17,7 Prozent der Stimmen, die Republikaner erlangten 1992 sogar 19,1 Prozent. Die Grünen erreichten 1984 7,2 Prozent. Bei der ersten Bundestagswahl war mit 30 Prozent der Stimmen die SPD Wahlsiegerin vor der FDP/DVP (29,9 Prozent) und der CDU (20,6 Prozent). Die Sozialdemokraten konnten auch die Wahlen 1953 (32,2 Prozent), 1961 (41,8 Prozent), 1965 (38 Prozent), 1972 (44,5 Prozent) und 1998 (35,9 Prozent) für sich entscheiden; bei den übrigen Wahlen waren sie weniger erfolgreich (1990 31,8 Prozent) und kamen 2009 nur noch auf 20,1 Prozent. Nachdem 1957 mit 37,7 Prozent die FDP/DVP die Wahl gewonnen hatte, gingen auch deren Anteile deutlich zurück (1976 9,3 Prozent), aber 2009 wurden die Liberalen mit 21,1 Prozent zweitstärkste Kraft nach der CDU (32,5 Prozent). Die CDU dominierte erstmals 1969 (41,9 Prozent) und konnte sich seit 1976 (47,5 Prozent) an erster Stelle etablieren (1983 49,4 Prozent); eine Ausnahme macht das Jahr 1998, in dem sie mit 32,8 Prozent hinter die SPD zurückfiel. Die Grünen erzielten 1983 5,3 und 2009 sogar 9,7 Prozent. Die Linke kam 2009 auf 8,1 Prozent der Stimmen. Die NPD erzielte 1969 10 Prozent; die Republikaner erreichten 1990 5,5 und 1998 7,7 Prozent. Bei der ersten Europawahl 1979 kamen die CDU auf 46 Prozent, die SPD auf 40,4 und die FDP auf 9,9 Prozent. Auch die folgenden Wahlen wurden von der CDU dominiert. 2009 erreichten die CDU 36,6, die SPD 23, die FDP 13,5 und die Grünen 8,8 Prozent. Mit der Gemeinde Solymár in Ungarn verbindet Wüstenrot seit 1989 eine offizielle Partnerschaft.

Wappen von Wüstenrot

In Rot unter einem silbernen (weißen) Glasgefäß ein erniedrigter silberner (weißer) Wellenbalken, belegt mit einem blauen Fisch.

Beschreibung Wappen

Das nach Eingliederung von Neulautern am 1. Januar 1974 aus einer Vereinigung der früheren Gemeinden Finsterrot, Maienfels, Neuhütten und Wüstenrot hervorgegangene neue Gemeinwesen nahm auf Vorschlag des Hauptstaatsarchivs Stuttgart ein Wappen an, dessen obere, nach einem bei Neuhütten gefundenen alten Glasgefäß gezeichnete Figur an die verschiedenen ehemaligen Glashütten des Gebiets erinnert, während der Fisch im Wellenbalken auf die Lage der Gemeindeteile im Einzugsbereich der Rot, Lauter und Brettach hinweisen soll. Das Wappen und die Flagge wurden vom Innenministerium am 17. März 1975 verliehen.