Obersulm 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.obersulm.de
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Einwohner: 13382
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 431.0
Max. Höhe ü. NN (m): 511.33
Min. Höhe ü. NN (m): 169.65
PLZ: 74182
Gemeindenamen und Gemeindebildung: Durch die Vereinigung der Gemeinden Affaltrach, Eichelberg, Eschenau, Weiler und Willsbach ging am 1. Mai 1972 die neue Gemeinde Obersulm hervor, die sich nach dem Hauptgewässer, der Sulm, benannte.

Obersulm liegt mit seinen sechs Teilorten im Südosten des Landkreises Heilbronn. Der Landesentwicklungsplan weist die Gemeinde der Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart zu. Das 31,07 qkm große Gebiet gehört zu den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen und erstreckt sich von der Sulmer Bergebene im Norden zu den Heilbronner Bergen im Süden. Dort greift es in den Löwensteiner Bergen in das Weinsberger Tal aus. Im Nordosten hat das Areal Anteil an der Brettachbucht, im Südosten am Vorderen bzw. Hinteren Mainhardter Wald. Das namensgebende Gewässer, die Sulm, durchfließt das Gelände von Süden nach Nordwesten. Dort markiert das Flüsschen bei seinem Austritt nach Ellhofen auf etwa 180 m NN den tiefsten Punkt; im Südosten erreicht das Gelände am Gräfischen Bergle auf rd. 507 m NN das Höhenmaximum. Im Bereich des 1975/80 angelegten Breitenauer Sees wurde 1979 das Landschaftsschutzgebiet Oberes Sulmtal ausgeweisen. Die altwürttembergischen Orte Sülzbach und Wilsbach fanden nach der Mediatisierung 1805/06 mit den ritterschaftlichen Dörfern Eschenau (v. Killer), Eichelberg und Weiler (beide v. Weiler) sowie dem johanniterordischen Affaltrach im Oberamt Weinsberg (seit 18. März 1806) zusammen. Nach dessen Auflösung zum 1. April 1926 wurde alle sechs Orte dem Oberamt Heilbronn zugewiesen, aus dem am 1. Oktober 1938 der gleichnamige Landkreis hervorging. Durch den Zusammenschluss von fünf Gemeinden entstand am 1. Mai 1972 die neue Gemeinde Obersulm, der zum 1. Januar 1975 Sülzbach eingegliedert wurde.

Mit einer Fläche von 31,07 Quadratkilometern und sechs Teilorten liegt Obersulm (203 Meter über Normalnull) im Südosten des Landkreises. Umgeben ist es im Süden und Westen von den Städten und Gemeinden Löwenstein, Lehrensteinsfeld, Ellhofen und Weinsberg; im Norden und Osten grenzt es an das zum Hohenlohekreis gehörige Bretzfeld. Die Entfernung nach Heilbronn beträgt etwa 12 Kilometer. Dem Landesentwicklungsplan zufolge gehört Obersulm zur Randzone um den Verdichtungsraum Stuttgart. Die Gemeinde ist eingebettet zwischen die Schilfsandsteinhöhen der Sulmer Bergebene im Norden und die Heilbronner Berge im Süden. In den Löwensteiner Bergen nimmt sie einen Teil des Weinsberger Tals ein; im Osten erreicht sie noch die Stubensandsteinplatte des Mainhardter Walds. Leitfluss des Raums und namengebend für die Gemeinde ist die Sulm, die den Gipskeuperausraum nach Nordwesten hin entwässert. In den Talmulden sind pleistozäne Terrassenschotter und jüngere Anschwemmungen der zahlreichen, aus dem Bergland kommenden Seitenbäche abgelagert. Diese Bäche gliedern das teils mit Löss bedeckte Gipskeuperland in Rücken. Alle triassischen Gesteine, die auf der Gemarkung zutage treten und bis zu 150 Meter Mächtigkeit erreichen, sind dem Mittleren Keuper zuzuordnen. Die Fußzonen der teils dicht bewaldeten Keuperhöhen werden in großem Stil für den Weinbau genutzt; vorzugsweise gedeihen hier Trollinger, Lemberger, Kerner, Schwarzriesling und Riesling. Das Gemeindegebiet ist Teil der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge und hat Anteil an verschiedenen naturräumlichen Untereinheiten. Am Gräfischen Bergle über Eichelberg erreicht es mit 506,5 Meter über Normalnull seinen höchsten Punkt und mit rund 180 Metern an der Sulm, wo diese die Gemeinde bei Sülzbach verlässt, den tiefsten. Mit dem überwiegenden Teil ihrer Fläche gehört die Gemarkung zur kleineren naturräumlichen Untereinheit des Weinsberger Tals. Im Nordosten, entlang der Grenze gegen Weinsberg und Bretzfeld, hat sie in einem schmalen Streifen Anteil an der Sulmer Bergebene. Hier reicht sie mit einem Zipfel auch in die Brettachbucht, die wiederum Teil der Hohenlohe-Haller-Ebene ist. Im Südosten sind kleinere Areale dem Vorderen beziehungsweise Hinteren Mainhardter Wald zuzurechnen. Die Sulm entspringt in den Löwensteiner Bergen und mündet bei Neckarsulm in den Neckar. Auf dem Weg durch ihr relativ breites Tal, das auch als Weinsberger Tal bezeichnet wird, nimmt sie verschiedene größere und kleinere Zuflüsse auf, im Bereich von Obersulm namentlich den Schlierbach, den Michelbach, das Seebächle und den Sülzbach von Osten sowie den Hambach von Westen. Gleichwohl ist ihr Einzugsgebiet eher klein und wird durch die Wasserscheiden zur Brettach, Schozach und Murr begrenzt. Durch die weitere Einschneidung der Flüsse nach Südosten und stärkeren Zufluss erhöht sich die Erosionskraft und die Zertalung der Löwensteiner Berge schreitet voran. Damit stehen auch die hierzuland immer wiederkehrenden Hochwasser in Zusammenhang. Im Sulmtal sind sowohl eiszeitliche als auch rezente Ablagerungen weitflächig verbreitet. Sie zeugen von der jüngeren Entwicklung des Quartärs mit ständigen klimatischen Wechseln zwischen Warm- und Kaltzeiten. Während der Eiszeiten lag der Raum im Periglazial, war also nicht unmittelbar durch die großen Gletschergebiete im Norden und Süden beeinflusst. Neben diesen eiszeitlichen Zeugen finden sich im Tal der Sulm auch jüngere Ablagerungen, die teils erst in den letzten zehn- bis zwölftausend Jahren entstanden sind. Dazu gehören die tonigen Lehmschichten der Talaue, zum Teil auch Talaueschotter und Schlicklagen. An den Ausgängen von Nebentälern haben die zur Sulm entwässernden kleinen Bachläufe häufig lehmig-sandige Schwemmfächer angelegt. Südlich von Affaltrach erstreckt sich der Breitenauer See, dessen nördliche Hälfte auf Obersulmer Gemarkung liegt. Er entstand den Jahren 1975/80 als Rückhaltebecken, nachdem in den 1960/70er Jahren Hochwasser wiederholt große Schäden im ganzen Tal bis hinunter nach Neckarsulm angerichtet hatten. Der insgesamt etwa 1,5 Kilometer lange und 200 bis 500 Meter breite See ist Teil des 1979 ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiets Oberes Sulmtal mit Randhöhen, das seinerseits Teil des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald ist. Als Badesee erfreut er sich großer Beliebtheit, allerdings stehen weite Teile des Seeufers unter Schutz. Für die Öffentlichkeit sind am nordwestlichen Ufer eine 400 Meter breite, abgegrenzte Badebucht und 10 Hektar Liegewiese freigegeben. Während das westliche Seeufer im Rahmen der Erholungsnutzung zum Teil aufgeforstet wurde, reichen in den anderen Uferbereichen die landwirtschaftlichen Flächen fast bis an das Ufer heran.

Aufgrund der Säkularisation des geistlichen und der Mediatisierung des ritterschaftlichen Besitzes gehörten seit 1805/06 alle Teilorte zum württembergischen Oberamt Weinsberg. 1830 trennte sich Eichelberg von Weiler und wurde selbständige Gemeinde. Mit der Auflösung des Oberamts Weinsberg kamen 1926 alle Gemeinden zum Oberamt beziehungsweise seit 1938 Landkreis Heilbronn. Zum 1. Mai 1972 entstand durch den Zusammenschluss der Gemeinden Affaltrach, Eichelberg, Eschenau, Weiler und Willsbach die neue Gemeinde Obersulm, der am 1. Januar 1975 auch noch Sülzbach eingegliedert wurde. In Affaltrach entstand 1976 das neue Verwaltungszentrum. Mit der Stadt Löwenstein besteht eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft. Während der Revolution von 1848/49 wurde in Willsbach ein Bürgerverein gebildet. Anfang Mai 1848 fand eine Volksversammlung zur Wahl zur Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche statt. Die Eschenauer gründeten im Frühjahr 1849 eine Bürgerwehr. Am 22. März 1919 wurde in Willsbach ein Arbeiter- und Bauernrat gewählt, der sich aber bereits im Juni desselben Jahres wieder auflöste. Die Ergebnisse der Reichstagswahlen zwischen 1871 und 1893 zeigen eine deutliche Dominanz der nationalliberalen Deutschen Partei, die 1871 in allen Teilorten 100 Prozent der Stimmen erhielt, und der konservativen Deutschen Reichspartei. Seit 1890 verlor die Deutsche Partei jedoch viele Wähler an die linksliberale Volkspartei, die 1890 in Sülzbach einen Anteil von 50,8 und in Weiler von 64,9 Prozent erreichte. Das Zentrum war nur in Affaltrach erfolgreich; dort erhielt es 1881 erstmals 27,6 Prozent der Stimmen. Seit 1890 fand auch die SPD Wähler und erreichte insbesondere in Eschenau, Weiler und Eichelberg beachtliche Ergebnisse, in Affaltrach sogar Siege. Zur führenden Kraft stieg jedoch seit 1898 der konservative Bauernbund auf. 1912 bei der letzten Wahl vor dem Ersten Weltkrieg führte er in Willsbach (61,3 Prozent), Sülzbach (58 Prozent), Weiler (50 Prozent) und Affaltrach (39,6 Prozent), während die SPD in Eichelberg (54,5 Prozent) und die Fortschrittliche Volkspartei in Eschenau (36,7 Prozent) die meisten Stimmen erhielten. Aus den Wahlen zur deutschen Nationalversammlung 1919 ging die SPD in Affaltrach (47,6 Prozent), Weiler (56 Prozent) und Eichelberg (56,1 Prozent) als Gewinnerin hervor, während die meisten Stimmen in Eschenau die DDP (38,8 Prozent), in Sülzbach (63,9 Prozent) und Willsbach (43,3 Prozent) hingegen die Württembergische Bür-gerpartei auf sich vereinigten. Zuvor hatten bei den Wahlen zur Württembergischen Landesversammlung 1919 die SPD in Eschenau (35,2 Prozent), Affaltrach (44,6 Prozent), Weiler (53,7 Prozent) und Eichelberg (56,3 Prozent) sowie der Württembergische Weingärtner- und Bauernbund in Sülzbach (53,3 Prozent) und Willsbach (37 Prozent) gewonnen. Bei den letzten freien Landtagswahlen 1932 erhielt der Württembergische Bauern- und Weingärtnerbund in Affaltrach mit 25,3, in Eschenau mit 27,4, in Weiler mit 53,5, in Sülzbach mit 57,5, in Willsbach mit 51,8 und in Eichelberg mit 71,1 Prozent die meisten Stimmen. Als zweitstärkste Partei konnte sich die NSDAP in Eschenau mit 24,1 und in Weiler mit 23,3 Prozent behaupten. In Eichelberg erreichte sie 9,9, in Affaltrach 10,1, in Sülzbach 14 und in Willsbach 18,6 Prozent der Stimmen. Die meisten Stimmen erhielten die SPD in Eschenau (23,2 Prozent) und Willsbach (21,6 Prozent) und die KPD in Eschenau (16,5 Prozent) und in Affaltrach (13,3 Prozent). In Eichelberg hatten 1932 noch 8,5 Prozent die DDP gewählt. In Affaltrach wurde 1884 der Kommunist und Faschismustheoretiker August Thalheimer geboren, der 1933 emigrierte und 1948 auf Kuba verstarb. Bei den Reichstagswahlen vom März 1933 war die NSDAP in allen Teilorten stärkste Partei geworden. Die meisten Wähler hatte sie in Eschenau (46,9 Prozent), die wenigsten in Affaltrach (28,6 Prozent). Hier hatten noch 15 Prozent die SPD, 17 Prozent das Zentrum und 16,1 Prozent die KPD gewählt. Im April 1933 wurden in allen Ortsteilen die Gemeinderäte entsprechend dem Ergebnis der Reichstagwahl neu gebildet, was zur Entlassung des regimekritischen Affaltracher Bürgermeisters Adolf Berckhemer führte. Bei den Reichstagwahlen und Volksabstimmungen vom November 1933 bis in den April 1938 wurden lediglich zehn Nein-Stimmen aus Affaltrach und zwei aus Willsbach gezählt. In Affaltrach und Eschenau waren die verbliebenen Juden der Verfolgung und Vernichtung ausgesetzt. 1941/42 richteten die Nationalsozialisten im Eschenauer Schloss ein sogenanntes Jüdisches Altersheim ein. Die meisten der mindestens 116 eingewiesenen Personen wurden alsbald nach Theresienstadt deportiert. 1938 lebten noch sieben jüdische Familien in Affaltrach, insgesamt vierzehn Personen. Zwischen 1941 und 1943 wurden drei Affaltracher Juden nach Theresienstadt, andere nach Majdanek und Auschwitz gebracht und getötet, zwei fielen vermutlich Euthanasiemorden zum Opfer. Im April 1945 wurden alle Teilorte von amerikanischen Truppen besetzt. Beim Einrücken der Amerikaner kam es in Willsbach zu Kampfhandlungen, bei denen ein deutscher Soldat und zwei Willsbacher ihr Leben verloren. In Eschenau wurde der Bahnhof mit Artilleriefeuer belegt und in Affaltrach die Michelbachbrücke von den zurückweichenden deutschen Truppen gesprengt. In Wieslensdorf steckten die Amerikaner fünf Scheunen in Brand. Bei den ersten Gemeinderatswahlen am 27. Januar 1946 erhielten in Affaltrach die Kandidaten der CDU mit 54,4 Prozent, in Eschenau und Willsbach die Kandidaten der DVP mit 57,1 und 76,3 Prozent die meisten Stimmen. Kandidaten, die keiner dieser Parteien angehörten, erhielten in Sülzbach 59,8, in Eichelberg und Weiler 100 Prozent. Bezogen auf die spätere Gesamtgemeinde ging die DVP mit 47,2 Prozent als Siegerin hervor, gefolgt von den Sonstigen mit 21,9, der SPD mit 19,4 und der CDU mit 11,4 Prozent. Bei den Wahlen zum ersten Landtag von Württemberg-Baden 1946 ging in der späteren Gemeinde Obersulm die DVP mit 42,5 Prozent als Gewinnerin hervor; in Eichelberg erzielte sie mit 68,6 Prozent ihr bestes Ergebnis. Ihr folgte mit 37,3 Prozent die SPD, die in Sülzbach am erfolgreichsten war (45,5 Prozent). Drittstärkste Kraft wurde die CDU, die 15,3 Prozent erhielt und in Weiler ihren höchsten Stimmenanteil mit 27 Prozent erreichte. In Affaltrach hatten 8,8 Prozent die KPD gewählt, die in ganz Obersulm 5 Prozent der Stimmen erzielte. Im gleichen Jahr hatten bei einer Volksabstimmung 91 Prozent der Wähler aller Teilorte der Verfassung für Württemberg-Baden ihre Zustimmung erteilt. Bei den ersten Bundestagswahlen erzielten 1949 die CDU 14,2, die SPD 29,8 und die FDP/DVP 37,2 Prozent der Stimmen im späteren Obersulm. Die FDP/DVP blieb in den 1950er Jahren die stärkste politische Kraft. Ihr Stimmenanteil ging allerdings beträchtlich zurück. In den 1960er Jahren sanken ihre Ergebnisse von 25,5 (1965) auf 10,3 Prozent (1969). 2005 erreichte die FDP/DVP 11,4, 2009 sogar 19,4 Prozent. Die CDU konnte dagegen ihren Stimmenanteil stetig erhöhen und wurde in den 1970/80er Jahren bei Bundestagswahlen zur stärksten Partei; 1976 erzielte sie mit einem Stimmenanteil von 46,6 Prozent ihr bis dahin bestes Ergebnis. 1990 erfolgte ein Einbruch auf 27,6 Prozent. Seit 2002 wurde die CDU wieder zur stärksten Kraft und konnte 2005 36,3 und 2009 31,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die SPD war in den 1960er und 1990er Jahren sowie Anfang der 1970er Jahre stärkste Partei und erzielte 1972 mit 45,2 Prozent der Stimmen ihr bis dato bestes Ergebnis. 2005 kam sie nach der CDU auf 35,2 Prozent und stürzte 2009 auf 23,1 Prozent ab. Die Grünen übersprangen erstmals 1983 die 5-Prozent-Hürde und erzielten 2009 mit 12,1 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis. Für die Linke stimmten 2009 7,2 Prozent. Bei den Landtagswahlen war 1952 mit 40,5 Prozent die FDP/DVP die stärkste Partei. Ihre Stimmenanteile gingen aber kontinuierlich zurück bis sie 1988 und 1992 sogar unter 5 Prozent fielen. 2006 erreichte die FDP/DVP 7,8 Prozent. 1952 war die CDU mit 12,7 Prozent die drittstärkste Partei. Später wurde sie zeitweilig die stärkste politische Kraft und erreichte 1976 mit 49,5 Prozent ihr bestes Ergebnis. Ihre Anteile gingen dann aber 1992 auf 29,3 Prozent stark zurück. 2006 verbuchte sie 37,5 Prozent der Stimmen. Die SPD war 1952 mit 32,4 Prozent noch zweitstärkste Partei, setzte sich aber bereits 1956 an die Spitze. Ihre Führungsrolle verlor sie zwar 1976 und 1980 an die CDU, konnte sich aber dann wieder erholen und erzielte 1988 mit 45,9 Prozent ihr bestes Ergebnis und gewann auch die Wahl 2006 mit 41 Prozent. Die Grünen kamen seit 1980 erstmals über 5 Prozent und erreichten 2001 mit 11,1 Prozent ihren bisher größten Erfolg. Die rechtsradikale NDP errang 1968 10,2 Prozent der Stimmen; 1992 und 1996 waren die rechtsextremen Republikaner mit 13,9 und 12,4 Prozent drittstärkste Partei, erhielten aber 2001 nur noch 5,9 Prozent der Stimmen. Bei den ersten Wahlen zum europäischen Parlament erzielten 1979 die CDU 44,3, die SPD 40,9 und die FDP 10,5 Prozent. 2004 erhielt die CDU 41 Prozent und die SPD fiel auf 26,6 Prozent zurück; die Grünen kamen auf 11,2, die FDP auf 8,1 Prozent. Die Gemeinde Obersulm pflegt Partnerschaften seit 1986 mit Rohrendorf bei Krems in Österreich, seit 1987 mit Beaumont-le-Roger in Frankreich und seit 2006 mit Hercegkút in Ungarn.

Wappen von Obersulm

In Rot über einer erniedrigten silbernen (weißen) Wellenleiste eine goldene (gelbe) Traube, von deren Stiel beiderseits je ein goldenes (gelbes) Rebblatt ausgeht.

Beschreibung Wappen

Die am 1. Mai 1972 aus der Vereinigung von fünf Orten hervorgegangene neue Gemeinde, der am 1. Januar 1975 ein weiterer Ort eingegliedert wurde, nahm nach einer Bürgerbefragung ein Wappen an, das folgende vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart vorgeschlagene Motive in sich vereinigt: Eine Traube mit Rebblättern weist auf den in fast allen Ortsteilen betriebenen Weinbau hin, während sich eine silberne Wellenleiste auf das Flüsschen Sülm und damit auf den Gemeindenamen bezieht. Silber und Rot sind die Wappenfarben der Grafen von Löwenstein und der Herren von Weinsberg, die einst als bedeutendste Besitzer im heutigen Gemeindebereich aufgetreten sind. Das Wappen und die Flagge wurden vom Landratsamt Heilbronn am 26. Juli 1976 verliehen.