Bretzfeld 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.bretzfeld.de
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Einwohner: 12103
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 187.0
Max. Höhe ü. NN (m): 518.25
Min. Höhe ü. NN (m): 155.76
PLZ: 74626

Die Gemeinde Bretzfeld mit elf Ortsteilen reicht im äußersten Südwesten des Hohenlohekreises von der Hohenloher Ebene bis auf die umgebenden Keuperrandhöhen der Löwensteiner Berge und des Mainhardter Waldes. Die Höhen reichen von 518 m über NN südöstlich Brettach bis auf 155 m nordwestlich bei Weißlensburg. Im Landschaftsbild sind sie nicht sofort ersichtlich, da praktisch alle Ortsteile auf Höhen über 200 m NN liegen. Im Südosten steht das Brettachtal oberhalb Geddelsbach zur Erhaltung des naturhaften Wildwassers der Brettach unter Schutz. Bretzfeld ist seit dem 14. Jahrhundert für Wein- und Obstbau bekannt. Eine positive Entwicklung leitete 1862 der Bau der Hohenlohebahn ein, die seit 2005 als Stadtbahn Heilbronn-Öhringen betrieben wird. Der Autobahnanschluss der A6 sichert den zahlreichen Betrieben der Metall- und Kunststoffverarbeitung den Anschluss an das überörtliche Straßennetz. Der Hauptort erstreckt sich straßendorfähnlich beiderseits der Landesstraße 1090. Bis zur Mitte der 1960er Jahre kam es zu einem deutlichen Wachstum, das die Siedlungsfläche seit 1930 bis in die Gegenwart etwa verdoppelte. Vorwiegend wurde im Süden, dann auch im Osten neu gesiedelt. Südlich entstanden 1974 und 1989 neue Gewerbegebiete, denen ab 1971 westlich des Ortskernes die großflächigen Erschließungen für das Schulzentrum und das neue Bildungszentrum folgten. Durch die napoleonische Flurbereinigung kamen alle heutigen Ortsteile an Württemberg und damit an die Oberämter Weinsberg und Öhringen , aus denen 1938 der Landkreis Öhringen und nach der Gebietsreform 1972 der Hohenlohekreis hervorging.

Die Gemeinde Bretzfeld liegt im äußersten Südwesten des Landkreises. Die Entfernung zur nordöstlich gelegenen Kreisstadt Künzelsau beträgt in der Luftlinie rund 21 Kilometer. Die große Gemarkung der Gemeinde nimmt auf der Hohenloher Ebene fast die gesamte Bucht der Brettach ein. Im Süden und Westen reicht sie auch auf die umgebenden Keuperrandhöhen der Löwensteiner Berge und des Mainhardter Walds hinauf. Am bewaldeten Stufenrand erfolgt der Anstieg über eine Schilfsandsteinterrasse zur Kieselsandsteinhochfläche. Die von Südosten kommende Brettach nähert sich in stark gewundenem Lauf der Gemeinde, wo sie sich mit dem Schwabbach vereinigt und in nördlicher Richtung das Gemeindegebiet verlässt. Ab Bitzfeld durchschneidet das Flüsschen im oberen Muschelkalk die Aufwölbung des Weißlensburger Sattels. Hier liegt am Prallhang des Flusses ein Steinbruch. Das anfangs, oberhalb des Orts noch relativ breite und flache Aufschüttungs¬tal verengt sich zunehmend, die Wiesenmäander gehen in Talmäander mit deutlichen Prall- und Gleithängen über. Die Wasserführung des Flusses wird durch zahlreiche Nebenbäche verstärkt, deren Lauf die meist lössbedeckten Hochflächen zerschneidet und in sanfte Zwischentalrücken aus Gipskeuper gliedert. Zu den größeren Zuflüssen gehören die von Westen herbeifließenden und bei Bretzfeld in die Brettach einmündenden Bäche Waldbach, Dimbach und Schwabbach, der von Osten kommende Verrenbach bei Bitzfeld sowie der Hapbach und das Gangbächle bei Weißlensburg. Der Stufenrand der Hohenloher Ebene ist stark durch Taleinschnitte gegliedert, die aber meist nur zwei bis drei Kilometer weit nach Süden reichen. Eine Ausnahme bilden die Täler der Brettach und östlich davor der Ohrn, die sich bis zu fünfzehn Kilometer nach Süden eingeschnitten haben. Ihre gestreckte Form lässt vermuten, dass sie sich entlang von Spaltenquellen besonders rasch rückwärts einschneiden konnten. Die Hochflächen werden im unteren Bereich ausschließlich für den Ackerbau genutzt und sind weitgehend entwaldet. Die Sonnenseiten der Gipskeuperhänge dienen in fast allen Ortsteilen überwiegend dem Anbau von Wein und Obst. Der Lindelberg, ein südöstlich des Hauptorts gelegener Zeugenberg der Keuperstufe, gehört nur mit seinem breit ausgebildeten südwestlichen Gipskeuperhang zur Gemeinde und wird in diesem Bereich zu intensivem Weinbau genutzt. Mit 334 m gehört er zu den höchsten Erhebungen auf der Gemarkung, ebenso der Heimberg (350 m). Im Landschaftsbild ist diese Höhenlage auf den ersten Blick nicht auffällig, da praktisch alle Ortsteile auf Höhen von über 200 m NN liegen. Der Ortsteil Brettach ist mit 300 m NN der höchstgelegene der Gemeinde; er liegt am Südostrand der Gemarkung. Der in einer Schlinge des Brettachtals gelegene Ort reicht bis zum Schilfsandstein des linken Talhangs hinauf. Die auf einem Bergsporn darüber thronende Burg Maienfels, mit der der Ort historisch immer eng verbunden war, gehört heute zum benachbarten Wüstenrot. Die idyllische Lage des Dorfs im engen Tal der Brettach erwies sich für die Siedlungsentwicklung als nachteilig, weil der begrenzte Raum eine weitere Ausdehnung verhinderte. Dadurch blieb der alte dörfliche Charakter des Orts, der heute weniger als 200 Einwohner (1861: 432) zählt, erhalten. Im Unterschied zu den anderen Ortsteilen war der Weinbau in Brettach aufgrund des rauhen Klimas nie von Bedeutung, wohingegen der Obstbau Tradition hat. Nordwestlich am Keuperstufenrand schließt mit dem Ausgang der Brettachbucht der Ortsteil Geddelsbach (250 m NN) an. Hier weitet sich das zuvor enge Tal des Flusses zu weiten Wiesen- und Ackerflächen. Das Bild des Orts ist geprägt durch die seit dem Mittelalter bewirtschafteten Weinbauflächen am östlichen Sonnenhang des Brettachtals, auf denen bereits 1953 eine Flächenbereinigung durchgeführt wurde. Südwestlich von Geddelsbach und von diesem durch Schlaitig und Brestenberg (Naturpark Flohhau) getrennt, liegt Unterheimbach. In dem Ort vereinigen sich der Heim- und der Bernbach und fließen der Brettach zu. An den Sonnenhängen der Keuperberge östlich des Orts befinden sich ausgedehnte Weinbauflächen (Schlossweingärten), ebenso ist der westlich des Orts gelegene Heimberg mit der gleichnamigen Burgruine, der zum Teil als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, zum großen Teil an seinem südwestlichen Hang von Weinreben bestanden. Das Wasser des Heimbachs wurde am südwestlichen Ortsrand für die Anlage zahlreicher Teiche genutzt. Adolzfurt liegt bereits am nördlichen Rand der Brettachtalaue und zieht sich von hier langsam den Hang hinauf. Der Ortskern mit dem von einem Park umgebenen Wasserschloss befindet sich in der Talaue. Südlich und südöstlich liegen an den Gipskeuperhängen von Schwaben, Altem Berg, Eselsfurth, Rotem Bühl und Greute in einiger Entfernung größere Weinbauflächen. Südlich, zwischen Rennwiesen und Sollert, besteht um die ehemaligen, nach einer Explosion 1990 stillgelegten und inzwischen abgebrochenen Werksanlagen der Dynamit Nobel AG ein geschlossenes Mischwaldgebiet. Weitgehend mit Adolzfurt zusammengewachsen, schließt südlich der Ortsteil Scheppach an. Seine Bebauung gruppiert sich eng zusammengedrängt am westlichen Talhang der Brettach um eine Verzweigung an der alten Durchgangsstraße von Weinsberg nach Öhringen. Hier verläuft, den sich weit öffnenden Tälern von Sulm und Brettach folgend, auch die Eisenbahnlinie von Heilbronn nach Schwäbisch Hall. Der Hauptort Bretzfeld, ungefähr im Mittelpunkt der Gemarkung gelegen, erstreckt sich straßendorfähnlich am flachen Hang der hier breit ausgebildeten Brettachtalaue. Leitlinie ist die mitten durch den Ort führende Landesstraße 1090, die Talstraße von Bitzfeld nach Adolzfurt, zu deren beiden Seiten sich die Siedlung ausbreitet. Westlich eng benachbart schließt der Ortsteil Rappach an. Das alte Dorf erstreckt sich über den Gipskeupersporn zwischen Waldbach, Dimbach und Brettach hangabwärts bis in die Talaue des Waldbachs. Der Ort wird durch den von Westen kommenden Dimbach, der kurz vor dem Ortsrand seinen Lauf nach Nordosten ändert und sich hinter dem Ort mit dem Schwabbach vereint, in zwei Hälften geteilt. Westlich von Rappach liegen die Ortsteile Schwabbach, Dimbach und Waldbach. Schwabbach, an der Vereinigung der beiden Quellarme des gleichnamigen Bachs gelegen, erstreckt sich mit dem alten Siedlungskern über den nördlichen Hang sowie über die Talaue. Das südlich davon in einer Mulde an der Vereinigung der beiden Quellflüsse des gleichnamigen Bachs liegende Dimbach erstreckt sich großenteils in Hanglage und nicht in der tieferen Talaue. Waldbach, am Kreuzungspunkt dreier Kreisstraßen (K2341, K2342, K2343) gelegen, um die sich der Ort haufendorfartig gruppiert, liegt überwiegend in der Talaue des Waldbachs sowie auf dessen sanft ansteigendem Nordhang. An der Nordwestgrenze der Gemarkung, bereits jenseits der das Gemeindegebiet durchquerenden Autobahn (A6), liegt am Fuß eines Keuperhöhenzugs Siebeneich. Der Ort erstreckt sich beiderseits entlang des Schwabbachs; die Hänge sind von Weinbergen gesäumt. Der Weiler Weißlensburg an der Nordgrenze der Gemarkung gliedert sich in zwei durch eine alte Brettachbrücke verbundene Ortsteile. Das sogenannte Mühldörfle liegt südlich der Brettach in der Talaue, das sogenannte Oberdorf auf dem gegenüberliegenden Prallhang des Flusses. Südöstlich des Weilers befindet sich ein großer Steinbruch, der als einziger von ehedem sieben Steinbrüchen noch betrieben wird. Weißlensburg markiert zugleich den tiefsten geographischen Punkt der Gemeinde mit 210 m über Normalnull.

Durch die napoleonische Flurbereinigung gelangten alle heutigen Ortsteile an Württemberg. Während Bitzfeld, Bretzfeld, Rappach, Scheppach, Schwabbach und Siebeneich (Amt Weinsberg) sowie Dimbach und Waldbach (Klosteramt Lichtenstern) dem Herzogtum bereits angehört hatten, wurde der ritterschaftliche Besitz der Freiherren von Gemmingen in Unterheimbach (Kondominat mit Hohenlohe-Schillingsfürst) beim Rittersturm (ab dem 26.12.1803) erst von hohenlohischem, dann von vierzig Mann württembergischem Militär besetzt. Beim Kampf um das Besitzergreifungspatent an der Kirchentür fiel ein hohenlohischer Feldwebel (30.12.1803). Zugleich wurde das zur Ganerbschaft Maienfels gehörige Brettach besetzt. Trotz Restituierung der Reichsritter kamen deren Besitzungen durch den Preßburger Frieden (26.12.1805) und die Rheinbundakte (12.7.1806) endgültig an Württemberg. Mit der Mediatisierung der hohenlohischen Fürstentümer fielen auch Adolzfurt und Geddelsbach dem Königreich zu (ab dem 23.8.1806). Danach kam die heutige Gemeinde auf vier Wegen zustande: Die altwürttembergischen Orte (Bitzfeld, zu dem 1844 der Wohnplatz Weißlensburg kam, Bretzfeld, Rappach, Scheppach, Schwabbach und Siebeneich, das bis 1835 zu Schwabbach zählte) blieben beziehungsweise kamen wie seit 1807 Dimbach und Waldbach zum Oberamt Weinsberg und 1926 schließlich zum Oberamt Öhringen, aus dem am 1. Oktober 1938 der gleichnamige Landkreis hervorging. Die einst hohenlohischen und ritterschaftlichen Orte gingen getrennte Wege. Bis 1811 noch gemeinsam beim Oberamt Öhringen, wo Adolzfurt verblieb, wechselten Unterheimbach und Geddelsbach, das bis 1847 zu Unterheimbach zählte, zum Oberamt Weinsberg. Brettach schließlich, das 1856 seine Selbständigkeit verlor und Teilort von Maienfels wurde, kam ebenso über Weinsberg (1809) an das Oberamt beziehungsweise an den Landkreis Öhringen. Mit der Gebietsreform ab dem 1. Februar 1972 entstand die heutige Gemeinde, als Rappach nach Bretzfeld eingemeindet wurde, mit dem sich zu Jahresbeginn 1975 auch die übrigen Orte vereinigten. Lediglich Brettach nahm erneut einen anderen Weg. Es kam wie Maienfels 1974 zu Wüstenrot (Landkreis Heilbronn), ehe es am 1. Januar 1977 nach einer Bürgeranhörung und einem Gemeinderatsbeschluss Bretzfeld beitrat. Damit erhielt die Gemeinde ihren zwölften Ortsteil. Bretzfeld bildet einen eigenen Verwaltungsraum. Die politische Ausrichtung bestimmten primär die konfessionellen und sozioökonomischen Verhältnisse. Im Rahmen der wohl größten Agrarunruhen während der Märzrevolution 1848 in Württemberg, dem Zug von vierhundert Mainhardter Bauern zur Burg Maienfels und zum Schloss Weiler, kam es auch in Unterheimbach am 13. März zu Gewaltausbrüchen. Typisch für ein standesherrliches Gebiet, rief die noch offene Ablösung der alten Grundlasten bäuerlichen Unmut hervor. Die Wahlen zum Reichstag des Kaiserreichs prägte der Dualismus zwischen Liberalen und Konservativen. Beide Lager bestimmten bis in die 1890er Jahre im Alleingang die politische Landschaft. In Bitzfeld, Geddelsbach, Schwabbach und Siebeneich etwa wechselten die sich nahestehenden Reichs- und Freikonservative Partei (RFKP) und Deutsche Partei zwischen 1871 und 1890 mit Ergebnissen zwischen 80 und 100 Prozent in der Wählergunst ab; die eine sprach die liberalen Konservativen an, die andere versammelte die konservativen Liberalen. Mit dem Übergang zum politischen Massenmarkt ab den 1890er Jahren fächerte sich die politische Landschaft auf. Dabei trat auch das Zentrum in Erscheinung, das aber aufgrund der konfessionellen Verhältnisse ohne Aussicht auf Erfolg nur Zählkandidaten aufbieten konnte. Erfolgreicher waren die Sozialdemokraten und als zweite liberale Partei die linksliberale republikanische Volkspartei (VP). Die Demokraten erzielten ihr bestes Ergebnis 1893 in Geddelsbach (88,6 Prozent; Bretzfeld 87,2 Prozent, Dimbach 76,1 Prozent) und 1898 wiederum in Geddelsbach (83,8 Prozent). Die SPD erzielte ihre Spitzenergebnisse in Unterheimbach (1898 und 1912 45,2 beziehungsweise 54,8 Prozent) und Waldbach (1912: 25 Prozent), verharrte aber sonst unter der 25-Prozent-Marke. Während die VP an die Stelle der niedergehenden Nationalliberalen trat und mit der SPD für eine Demokratisierung der Gesellschaft eintrat, sammelten sich die Konservativen im Bauernbund, dem württembergischen Ableger des Bundes der Landwirte (BdL). Die agrarische Interessenpartei war stark in Landgemeinden wie Bitzfeld (91,3 und 93,3 Prozent 1903/07), Schwabbach (98,1, 95,2 und 98,2 Prozent 1903/12) oder Siebeneich (100, 100 und 97,8 Prozent 1903/12). In diesen alten RFKP-Hochburgen lag der Erwerbstätigenanteil in der Landwirtschaft 1895 zwischen 73,9 (Bitzfeld) und 93,9 Prozent (Siebeneich). Damit führte die Fundamentalpolitisierung am Vorabend des Ersten Weltkriegs zu einer Frontstellung zwischen den agrarischen Konservativen, die Rückhalt in der Landbevölkerung fanden, einerseits und den fortschrittlicheren Anhängern der VP in Handwerk und Gewerbe, aber auch in klein- und mittelbäuerliche Schichten sowie den Sozialdemokraten aus der entstehenden Arbeiterschaft andererseits. Auch die Urnengänge in der ersten Republik kennzeichnete anfänglich der Gegensatz zwischen Agrarisch-Konservativen einerseits und Linksliberalen und dem Arbeiter-Lager andererseits. Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung 1919 stellten SPD und DDP die Mehrheit in Bitzfeld und Bretzfeld sowie vor allem in Adolzfurt und Unterheimbach (75,4 beziehungsweise 73,1 Prozent), während der Württembergische Bauern- und Weingärtnerbund (WBWB) und die Bürgerpartei (BP), die den DNVP-Landesverband stellte, in Dimbach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich (89,8 Prozent) und Waldbach dominierten. In den Oberämtern Öhringen und Weinsberg kamen die letzteren Parteien nur auf ein gutes Viertel, landesweit lediglich auf ein Siebtel der Stimmen. Gegen Ende der 1920er Jahre schwand der Rückhalt der die Republik tragenden Kräfte. Noch bei der in der Stabilitätsphase abgehaltenen Wahl 1928 stieg der WBWB, der im Oberamt Öhringen (61,3 Prozent) sein zweitbestes Ergebnis in Württemberg erzielte, zur allein bestimmenden Kraft auf (Siebeneich 97,3 Prozent) und stellte mit der BP in allen Orten die absolute Mehrheit (z.B. in Dimbach und Geddelsbach 90,2 und 90,9 Prozent). In den Wahlen der 1930er Jahre setzte eine Wählerwanderung von der republikfeindlichen BP und ihrem Fraktionspartner WBWB zu den Nationalsozialisten ein. Zwar gewann der 1930 landesweit im Oberamt Öhringen erfolgreichste WBWB (54,9 Prozent) in allen Orten außer Adolzfurt und Bretzfeld die absolute Mehrheit, doch erzielte die braune Bewegung dort bereits Achtungserfolge (10,3 beziehungsweise 4 Prozent). Mit der Erdrutschwahl im Juli 1932 liefen zahlreiche Wähler zur Hitlerpartei über und bescherten dieser die absolute Mehrheit in Adolzfurt (60 Prozent) sowie die einfache Mehrheit wie in Bretzfeld, Unterheimbach und Waldbach (zwischen 37,2 und 46,2 Prozent). In dem Maße wie der WBWB schwand, schwoll der Zuspruch für die NSDAP an. Zwar gelang es dem WBWB im November 1932, die absolute Mehrheit in sieben Gemeinden zurückzuerobern, doch die halbdemokratische Märzwahl 1933 bescherte der NSDAP den totalen Durchbruch. Zusätzlich begünstigt durch den entfalteten Terror gegen die Linksparteien und die Wählermobilisierung errang sie mehr als jede zweite Stimme in Adolzfurt, Bitzfeld, Bretzfeld, Geddelsbach, Rappach und Unterheimbach (zwischen 54 und 72,1 Prozent); einfache Mehrheiten gewann sie in Dimbach, Scheppach, Schwabbach und Waldbach. Nur in Siebeneich setzte sich der WBWB (51,2 Prozent) an die Spitze. Diese Wählerwanderung im rechten Parteienspektrum deutete bereits die Reichspräsidentenwahl 1932 an, als bei der Stichwahl im April Hitler in sieben Orten seinen Mitbewerber Hindenburg, die deutschnationale Integrationsfigur schlechthin, distanzierte und auch im Oberamt (60,1 zu 37,2 Prozent) dominierte. Die Parteien der Weimarer Koalition spielten zu diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr. Nur die SPD kam im Juli 1932 in Unterheimbach und Waldbach noch auf respektable Resultate (19,6 und 15,1 Prozent). Dort rangen – idealtypisch für Arbeiterbauerngemeinden – die SPD und der WBWB um die Gunst der Wähler. Neben der Wählerwanderung von den republikgegnerischen Kräften, Deutschnationalen und WBWB, zur NSDAP war auch die Zersplitterung der sozialen Milieus und der Parteienlandschaft ein Grund für den Aufstieg der braunen Bewegung. Dies verdeutlichen die Arbeiterbauerngemeinden Unterheimbach und Waldbach. Schon im Juli 1932 führte dort die Spaltung der Arbeiterbewegung in SPD und KPD (19,6 zu 4,9 Prozent beziehungsweise 15,1 zu 5,9 Prozent) sowie ein schwacher WBWB (28,4 beziehungsweise 36,8 Prozent) dazu, dass die Hitlerbewegung sich mit relativ niedrigen Resultaten durchsetzen konnte (37,2 beziehungsweise 37,5 Prozent bei durchschnittlich 50,4 Prozent im Oberamt). Die Machtübernahme der Nationalsozialisten auf Gemeindeebene erfolgte schrittweise. Zunächst blieben alle Ortsvorsteher, die sich auf die neuen Machtverhältnisse einließen, im Amt (Adolzfurt: Eugen Walker; Bitzfeld und Bretzfeld: Friedrich Link; Geddelsbach: Karl Hagel, der zum 1. 1. 1938 nach Erreichen der Altersgrenze zur Ruhe gesetzt, in der Nachkriegszeit aber reaktiviert wurde und am 31. Oktober 1949, 81jährig, ältester amtierender Bürgermeister des Kreises Öhringen war; Rappach: August Hild; Scheppach: Christoph Sailer; Schwabbach: Adolf Ellinger; Siebeneich: August Weibler; Waldbach: Adolf Pflugfelder). Diese Elitenverklammerung wurde erreicht, indem die Amtsinhaber spätestens nach dem Gesetz über die Vereidigung der Beamten (30.8.1934) auf Hitler verpflichtet wurden oder in NS-Organisationen eintraten. Von den amtierenden Bürgermeistern 1933 wurde Albert Lepple (Dimbach) zum 30. Juni aus gesundheitlichen Gründen zur Ruhe gesetzt; in Unterheimbach ließ sich Wilhelm Dietmann auf eigenen Wunsch versetzen, den Max Ludwig – NSDAP-Mitglied seit Mai 1933, SA-Mitglied und Stützpunktleiter – ersetzte. Für die zunehmende Durchdringung der Ämter mit Parteigenossen stehen die seit Mitte der 1930er Jahre eingesetzten Bürgermeister wie Max Ludwig (Geddelsbach und Unterheimbach) oder Gottlob Endress (Rappach) und Ludwig Pröllochs (Dimbach und Waldbach). Der 1938 auf Vorschlag des NSDAP-Kreisleiters Dr. Dietrich ernannte Pröllochs war seit 1933 NSDAP- und SA-Mitglied und gehörte seit 1934 der NSV und dem RLB an; Endress, Amtsverweser seit März 1939, war ebenso Parteigenosse und SA-Mann, zudem Ortsbauernführer. Auch bei der Besetzung der Gemeinderäte wurde eine Elitenverschränkung erreicht. In zwei Etappen wurde der Anteil an Parteimitgliedern erhöht. Zuerst wurden im Mai 1933 in Unterheimbach und Waldbach zwei Drittel des Gemeinderats ersetzt und dabei Arbeiter durch Vertreter des alten Mittelstands ausgewechselt. In Adolzfurt traten drei Volksvertreter zurück, fünf der sechs Räte waren Delegierte der NSDAP. Auf die Ablehnung demokratischer Traditionen wurden die neuen Ratsmitglieder per Handschlag verpflichtet. Schließlich räumte die Deutsche Gemeindeordnung (DGO) von 1935 der NSDAP noch größeren Einfluss bei der Bestallung der Räte ein. Sie wurden nun nicht mehr direkt gewählt, sondern auf Vorschlag des NSDAP-Kreisleiters Dr. Dietrich ernannt; dem Landrat blieb nur noch ihre Bestätigung. Damit beseitigten die Nationalsozialisten die kommunale Selbstverwaltung und richteten ihr Führerprinzip auch in den Gemeinden auf. In der an der Brettach und dem Mühlkanal südlich von Adolzfurt gelegenen Fabrik der Dynamit Nobel AG mussten ab 1942 sechzig bis siebzig Zwangsarbeiter aus Polen und der Sowjetunion Sprengstoff herstellen. Im Frühjahr 1945 erreichte der Zweite Weltkrieg mit seinen Schrecken die Gemeinden. In Unterheimbach verloren bis zur Besetzung durch die 63. Infanteriedivision der US-Armee am 17. April vierzehn Zivilisten ihr Leben, davon drei bei einem Fliegerangriff (12.4.), als die 17. SS-Division im Ort lag, und zehn bei der Beschießung der Gemeinde (16.4.). Dazu waren zerstörte und beschädigte Gebäude zu beklagen, unter anderem in Bitzfeld (11.4.) zwei Häuser und zehn Scheunen. In Adolzfurt verursachte ein explodierendes Pulvermagazin Sachschaden. In Unterheimbach vernichtete eine Bombardierung je fünf Häuser und Stallungen (12.4.). Bitzfeld und Schwabbach wurden am 12./13. April besetzt, Bretzfeld, Rappach, Scheppach und Waldbach tags darauf; in Geddelsbach und Unterheimbach marschierte die US-Armee am 16./17. April ein. Für den demokratischen Neubeginn tauschte die amerikanische Militärregierung alle belasteten Gemeindeoberhäupter wie den Dimbacher und Waldbacher Bürgermeister Ludwig Pröllochs (13.6.1945), Christoph Sailer in Scheppach (24.8.) oder den Adolzfurter Stellvertreter Christian Eurich (30.8.) aus. In Siebeneich und Unterheimbach gab der kommandierende Offizier Anweisung, August Weibler »sowohl aus der Bürgermeister-Dienststelle … wie auch aus jeder etwa sonst noch bekleideten öffentlichen Stelle zu entfernen« (18.10.1947). Zudem setzte in der Nachkriegszeit eine Professionalisierung an der Gemeindespitze ein. Waren 1948 acht der elf Bürgermeister nebenamtliche Berufsfremde und unter den drei Hauptamtlichen nur ein Verwaltungsfachmann (Adolzfurt), so hatten Mitte der 1960er Jahre mindestens sechs Orte fachlich geschulte Bürgermeister. Dies wurde auch durch gemeinschaftlich bestellte Gemeindevorsteher wie im Fall von Adolzfurt und Unterheimbach oder von Dimbach und Waldbach erreicht. Die ersten demokratischen Wahlen der Nachkriegszeit sahen einen eindeutigen Sieger, die Union. Obwohl bei der Gemeinderatswahl am 27. Januar 1946 die Bürger aller Gemeinden außer Unterheimbach, das traditionell einen starken SPD-Anteil (40,2 Prozent) aufwies, einzig den Wählervereinigungen ihre Stimmen schenkten, sahen schon die folgenden Parlamentswahlen die CDU vorn. Bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung (30.6.1946), der ersten Wahl zu einer parlamentarischen Körperschaft nach dem Dritten Reich, erzielte die überkonfessionelle Sammlungsbewegung rechts der SPD in allen Orten die Mehrheit, in sieben Gemeinden sogar die absolute Majorität bei Ergebnissen bis zu 81 (Dimbach) beziehungsweise 80,6 Prozent (Siebeneich). Nur in Adolzfurt und Unterheimbach machten ihr die DVP (42 Prozent) und SPD (42,6 Prozent) den Spitzenplatz streitig. Ähnlich fiel das Ergebnis bei der ersten Landtagswahl (24.11.1946) aus: CDU-Mehrheiten auf breiter Front; lediglich Geddelsbach (31,5 Prozent DVP) sowie die SPD-Hochburgen Unterheimbach und Waldbach (38,8 beziehungsweise 41,9 Prozent) wählten gegen den Trend. Auch bei den ersten Bundestagswahlen rangen, typisch für die evangelisch-ländliche Region, Union und Liberale um die Wählergunst. Der erste Urnengang 1949 sah die FDP (46,4 Prozent, auf den heutigen Gebietsstand bezogen) weit vor der CDU (22,1 Prozent). Althergebrachte Vorbehalte gegen das katholische Zentrum und die lange liberale Tradition erschwerten der Union den Anfang; sie musste den Liberalen in allen Orten die Mehrheit (70 Prozent in Siebeneich, 66 Prozent in Geddelsbach) überlassen. Ferner machte ihr die Notgemeinschaft, eine Wählervereinigung von Vertriebenen und Kriegsgeschädigten, den zweiten Platz in Bitzfeld, Siebeneich, Unterheimbach, Waldbach und besonders Geddelsbach streitig. Dort zeitigte die CDU ihr wohl historisch schlechtestes Ergebnis von einer Stimme. Doch der Erfolg der antisozialistischen Sammlungsbewegung des Bürgertums ließ nicht lange auf sich warten. Schon vier Jahre später schlug sich der Adenauer-Triumph nieder und bescherte der CDU erstmals Mehrheiten (35,7 zu 34,8 Prozent der FDP, gemessen am heutigen Gebietsstand). Jetzt setzte sie sich mit Ausnahme von Geddelsbach, Rappach, Schwabbach und Unterheimbach in allen Gemeinden knapp vor die Liberalen, am klarsten in Adolzfurt (42,5 zu 24,5 Prozent). Nach einem liberalen Zwischenhoch 1957 war die CDU-Dominanz nicht mehr zu brechen. Von 1961 an (33,5 Prozent, bezogen auf die heutige Gemeinde) vermochte die Union ihren Stimmenanteil stets zu erhöhen, bis ihr 1976 mit der absoluten Mehrheit 1976 (50,9 Prozent) die Krönung gelang. Auch nach der Kommunalreform behauptete sich die CDU unangefochten; allein 1998 gelang es der SPD, sie zu übertreffen (37,4 zu 30,3 Prozent). Die Sozialdemokraten, 1949 auf dem vierten Platz, noch hinter der Vertriebenenvereinigung (in Siebeneich keine Stimme), steigerten ihre Quote von 10,9 (1949) auf 41 Prozent bei der »Willy-Wahl« 1972, ihr bislang bestes Ergebnis. Am besten schnitt sie bezeichnenderweise in ihren alten Hochburgen Unterheimbach (55,8 Prozent) und Waldbach (48,4 Prozent) sowie Geddelsbach (49,1 Prozent) ab. Nach 1972 stabilisierte sie sich mit Resultaten zwischen 31 und 38 Prozent. Die anfänglich dominierenden Liberalen fielen seit 1957 (37,5 Prozent) immer weiter zurück und rutschten 1976 erstmals unter die Zehn-Prozent-Marke. In diesem Jahr gelang es der CDU augenfällig, die Mehrheit der bürgerlichen Wähler auf sich zu vereinen. Seither pendelten die Liberalen zwischen 13,1 (1980) und 9,2 Prozent (2002). Unter den kleineren Parteien sind vor allem die Vertriebenenvereinigungen zu nennen. 1949 war der Notgemeinschaft bereits ein Achtungserfolg (18 Prozent) gelungen, doch auf lange Sicht erlagen ihre Nachfolger dem Sog der Adenauer-Union. Zwar konnte der BHE 1953 noch 7,8 Prozent erzielen, doch acht Jahre später sank die GDP zu einer Splitterpartei herab (2,6 Prozent), bevor sich der Fürsprecher der Flüchtlinge auflöste. Am rechten Wählerrand tauchte im Umfeld der Großen Bonner Koalition die NPD als Protestpartei auf (6 Prozent 1965), fiel aber schon 1972 (1,8 Prozent) in die Bedeutungslosigkeit zurück. Selbst auf dem Höhepunkt der Bewegung 1969 (9,3 Prozent) lagen die Gemeinderesultate unter dem Mittel des Kreises Öhringen (14,9 Prozent), abgesehen von Siebeneich (24,3 Prozent, Landtagswahl 1968 28,7 Prozent). An das NPD-Wählerreservoir knüpften in den 1990er Jahren die Republikaner an. Doch auch sie erreichten nur bescheidene Resultate zwischen 6,3 (1998) und 1,8 Prozent (2002) und lagen stets unter dem Kreismittel. Die Grünen dagegen erfuhren in Bretzfeld immer mehr Zuspruch als im Kreis, abgesehen von der Wahl 1990 (4,5 zu 4,9 Prozent). Auch die Landtagswahlen spiegeln diesen Verlauf wider, den anfänglichen Zweikampf zwischen Christdemokraten und Liberalen, den die Union klar für sich entschied, sowie eine sich seit den 1960er Jahren stabilisierende SPD, deren Anhang rund ein Drittel der Stimmen umfasste. Gemessen am heutigen Gebietsstand, kam die FDP/DVP 1952 auf 45,3 Prozent und erzielte ihre besten Resultate in Siebeneich (62 Prozent), Schwabbach (53,7 Prozent) und Rappach (51,3 Prozent) und stand auch in den beiden folgenden Urnengängen auf dem ersten Platz, den sie 1964 an die SPD verlor (Unterheimbach 50,9 und Waldbach 55,3 Prozent). Danach aber dominierte nur noch die Union, die abgesehen von 1992 (SPD 31,7 und CDU 30,1 Prozent) fortdauernd den größten Zuspruch erhielt, von 1972 bis 1980 sogar die absolute Mehrheit (1972 in Siebeneich 63,5 und in Scheppach 62,3 Prozent). Nach einem kleinen Durchhänger in den 1990er Jahren kehrte die Union 2001 und 2006 (45,3 und 47,8 Prozent) zu alter Stärke zurück. Die Wahlen zum Europäischen Parlament lockten wie überall weniger Wähler an die Urnen (1999 31 Prozent). Obwohl diese Abstimmungen generell Gefahr laufen, als Protestwahlen instrumentalisiert zu werden – so deutete sich bereits 1989 der Aufstieg der Republikaner mit 11,5 Prozent an –, spiegelten sie die Ergebnisse der Bundestagswahlen wider: eine starke Union, gefolgt von der SPD, dahinter Grüne und FDP. Der hohe Sonstigenanteil (1989 9,3 Prozent, plus 11,5 Prozent Republikaner) verdeutlicht, dass eher weltanschauliche als koalitionstaktische Erwägungen das Wählerverhalten leiteten. Den europäischen Gedanken beförderten auch die Städtepartnerschaften. Seit 1968 besteht eine informelle Freundschaft mit dem oberfränkischen Pretzfeld, Kreis Forchheim, seit 1989 eine Partnerschaft mit dem ungarischen Budaörs, einer ehemals deutschen Wein- und Pfirsichbaugemeinde. Diese Beziehung leiteten von 1952 an ungarndeutsche Heimatvertriebene ein; seit 1996 ist in der Alten Schule ein Heimatmuseum eingerichtet.

Wappen von Bretzfeld

In Gold (Gelb) unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine rote Weintraube, von deren Stiel beiderseits je ein rotes Rebblatt ausgeht.

Beschreibung Wappen

Nachdem schon 1972 Rappach in die frühere Gemeinde Bretzfeld eingegliedert worden war, entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der letzteren mit Adolzfurt, Bitzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Rappach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach und Waldbach die neue Gemeinde Bretzfeld. Diese legte ein Wappen fest, das den Weinbau und die frühere württembergische Landeszugehörigkeit als Gemeinsamkeiten fast aller ihrer Ortsteile anspricht. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat das Wappen und die Flagge am 17. Februar 1976 verliehen.