Bretzfeld 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.bretzfeld.de
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Einwohner: 12103
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 187.0
Max. Höhe ü. NN (m): 518.25
Min. Höhe ü. NN (m): 155.76
PLZ: 74626

Die Gemeinde Bretzfeld mit elf Ortsteilen reicht im äußersten Südwesten des Hohenlohekreises von der Hohenloher Ebene bis auf die umgebenden Keuperrandhöhen der Löwensteiner Berge und des Mainhardter Waldes. Die Höhen reichen von 518 m über NN südöstlich Brettach bis auf 155 m nordwestlich bei Weißlensburg. Im Landschaftsbild sind sie nicht sofort ersichtlich, da praktisch alle Ortsteile auf Höhen über 200 m NN liegen. Im Südosten steht das Brettachtal oberhalb Geddelsbach zur Erhaltung des naturhaften Wildwassers der Brettach unter Schutz. Bretzfeld ist seit dem 14. Jahrhundert für Wein- und Obstbau bekannt. Eine positive Entwicklung leitete 1862 der Bau der Hohenlohebahn ein, die seit 2005 als Stadtbahn Heilbronn-Öhringen betrieben wird. Der Autobahnanschluss der A6 sichert den zahlreichen Betrieben der Metall- und Kunststoffverarbeitung den Anschluss an das überörtliche Straßennetz. Der Hauptort erstreckt sich straßendorfähnlich beiderseits der Landesstraße 1090. Bis zur Mitte der 1960er Jahre kam es zu einem deutlichen Wachstum, das die Siedlungsfläche seit 1930 bis in die Gegenwart etwa verdoppelte. Vorwiegend wurde im Süden, dann auch im Osten neu gesiedelt. Südlich entstanden 1974 und 1989 neue Gewerbegebiete, denen ab 1971 westlich des Ortskernes die großflächigen Erschließungen für das Schulzentrum und das neue Bildungszentrum folgten. Durch die napoleonische Flurbereinigung kamen alle heutigen Ortsteile an Württemberg und damit an die Oberämter Weinsberg und Öhringen , aus denen 1938 der Landkreis Öhringen und nach der Gebietsreform 1972 der Hohenlohekreis hervorging.

Die Gemeinde Bretzfeld liegt im äußersten Südwesten des Landkreises. Die Entfernung zur nordöstlich gelegenen Kreisstadt Künzelsau beträgt in der Luftlinie rund 21 Kilometer. Die große Gemarkung der Gemeinde nimmt auf der Hohenloher Ebene fast die gesamte Bucht der Brettach ein. Im Süden und Westen reicht sie auch auf die umgebenden Keuperrandhöhen der Löwensteiner Berge und des Mainhardter Walds hinauf. Am bewaldeten Stufenrand erfolgt der Anstieg über eine Schilfsandsteinterrasse zur Kieselsandsteinhochfläche. Die von Südosten kommende Brettach nähert sich in stark gewundenem Lauf der Gemeinde, wo sie sich mit dem Schwabbach vereinigt und in nördlicher Richtung das Gemeindegebiet verlässt. Ab Bitzfeld durchschneidet das Flüsschen im oberen Muschelkalk die Aufwölbung des Weißlensburger Sattels. Hier liegt am Prallhang des Flusses ein Steinbruch. Das anfangs, oberhalb des Orts noch relativ breite und flache Aufschüttungs¬tal verengt sich zunehmend, die Wiesenmäander gehen in Talmäander mit deutlichen Prall- und Gleithängen über. Die Wasserführung des Flusses wird durch zahlreiche Nebenbäche verstärkt, deren Lauf die meist lössbedeckten Hochflächen zerschneidet und in sanfte Zwischentalrücken aus Gipskeuper gliedert. Zu den größeren Zuflüssen gehören die von Westen herbeifließenden und bei Bretzfeld in die Brettach einmündenden Bäche Waldbach, Dimbach und Schwabbach, der von Osten kommende Verrenbach bei Bitzfeld sowie der Hapbach und das Gangbächle bei Weißlensburg. Der Stufenrand der Hohenloher Ebene ist stark durch Taleinschnitte gegliedert, die aber meist nur zwei bis drei Kilometer weit nach Süden reichen. Eine Ausnahme bilden die Täler der Brettach und östlich davor der Ohrn, die sich bis zu fünfzehn Kilometer nach Süden eingeschnitten haben. Ihre gestreckte Form lässt vermuten, dass sie sich entlang von Spaltenquellen besonders rasch rückwärts einschneiden konnten. Die Hochflächen werden im unteren Bereich ausschließlich für den Ackerbau genutzt und sind weitgehend entwaldet. Die Sonnenseiten der Gipskeuperhänge dienen in fast allen Ortsteilen überwiegend dem Anbau von Wein und Obst. Der Lindelberg, ein südöstlich des Hauptorts gelegener Zeugenberg der Keuperstufe, gehört nur mit seinem breit ausgebildeten südwestlichen Gipskeuperhang zur Gemeinde und wird in diesem Bereich zu intensivem Weinbau genutzt. Mit 334 m gehört er zu den höchsten Erhebungen auf der Gemarkung, ebenso der Heimberg (350 m). Im Landschaftsbild ist diese Höhenlage auf den ersten Blick nicht auffällig, da praktisch alle Ortsteile auf Höhen von über 200 m NN liegen. Der Ortsteil Brettach ist mit 300 m NN der höchstgelegene der Gemeinde; er liegt am Südostrand der Gemarkung. Der in einer Schlinge des Brettachtals gelegene Ort reicht bis zum Schilfsandstein des linken Talhangs hinauf. Die auf einem Bergsporn darüber thronende Burg Maienfels, mit der der Ort historisch immer eng verbunden war, gehört heute zum benachbarten Wüstenrot. Die idyllische Lage des Dorfs im engen Tal der Brettach erwies sich für die Siedlungsentwicklung als nachteilig, weil der begrenzte Raum eine weitere Ausdehnung verhinderte. Dadurch blieb der alte dörfliche Charakter des Orts, der heute weniger als 200 Einwohner (1861: 432) zählt, erhalten. Im Unterschied zu den anderen Ortsteilen war der Weinbau in Brettach aufgrund des rauhen Klimas nie von Bedeutung, wohingegen der Obstbau Tradition hat. Nordwestlich am Keuperstufenrand schließt mit dem Ausgang der Brettachbucht der Ortsteil Geddelsbach (250 m NN) an. Hier weitet sich das zuvor enge Tal des Flusses zu weiten Wiesen- und Ackerflächen. Das Bild des Orts ist geprägt durch die seit dem Mittelalter bewirtschafteten Weinbauflächen am östlichen Sonnenhang des Brettachtals, auf denen bereits 1953 eine Flächenbereinigung durchgeführt wurde. Südwestlich von Geddelsbach und von diesem durch Schlaitig und Brestenberg (Naturpark Flohhau) getrennt, liegt Unterheimbach. In dem Ort vereinigen sich der Heim- und der Bernbach und fließen der Brettach zu. An den Sonnenhängen der Keuperberge östlich des Orts befinden sich ausgedehnte Weinbauflächen (Schlossweingärten), ebenso ist der westlich des Orts gelegene Heimberg mit der gleichnamigen Burgruine, der zum Teil als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist, zum großen Teil an seinem südwestlichen Hang von Weinreben bestanden. Das Wasser des Heimbachs wurde am südwestlichen Ortsrand für die Anlage zahlreicher Teiche genutzt. Adolzfurt liegt bereits am nördlichen Rand der Brettachtalaue und zieht sich von hier langsam den Hang hinauf. Der Ortskern mit dem von einem Park umgebenen Wasserschloss befindet sich in der Talaue. Südlich und südöstlich liegen an den Gipskeuperhängen von Schwaben, Altem Berg, Eselsfurth, Rotem Bühl und Greute in einiger Entfernung größere Weinbauflächen. Südlich, zwischen Rennwiesen und Sollert, besteht um die ehemaligen, nach einer Explosion 1990 stillgelegten und inzwischen abgebrochenen Werksanlagen der Dynamit Nobel AG ein geschlossenes Mischwaldgebiet. Weitgehend mit Adolzfurt zusammengewachsen, schließt südlich der Ortsteil Scheppach an. Seine Bebauung gruppiert sich eng zusammengedrängt am westlichen Talhang der Brettach um eine Verzweigung an der alten Durchgangsstraße von Weinsberg nach Öhringen. Hier verläuft, den sich weit öffnenden Tälern von Sulm und Brettach folgend, auch die Eisenbahnlinie von Heilbronn nach Schwäbisch Hall. Der Hauptort Bretzfeld, ungefähr im Mittelpunkt der Gemarkung gelegen, erstreckt sich straßendorfähnlich am flachen Hang der hier breit ausgebildeten Brettachtalaue. Leitlinie ist die mitten durch den Ort führende Landesstraße 1090, die Talstraße von Bitzfeld nach Adolzfurt, zu deren beiden Seiten sich die Siedlung ausbreitet. Westlich eng benachbart schließt der Ortsteil Rappach an. Das alte Dorf erstreckt sich über den Gipskeupersporn zwischen Waldbach, Dimbach und Brettach hangabwärts bis in die Talaue des Waldbachs. Der Ort wird durch den von Westen kommenden Dimbach, der kurz vor dem Ortsrand seinen Lauf nach Nordosten ändert und sich hinter dem Ort mit dem Schwabbach vereint, in zwei Hälften geteilt. Westlich von Rappach liegen die Ortsteile Schwabbach, Dimbach und Waldbach. Schwabbach, an der Vereinigung der beiden Quellarme des gleichnamigen Bachs gelegen, erstreckt sich mit dem alten Siedlungskern über den nördlichen Hang sowie über die Talaue. Das südlich davon in einer Mulde an der Vereinigung der beiden Quellflüsse des gleichnamigen Bachs liegende Dimbach erstreckt sich großenteils in Hanglage und nicht in der tieferen Talaue. Waldbach, am Kreuzungspunkt dreier Kreisstraßen (K2341, K2342, K2343) gelegen, um die sich der Ort haufendorfartig gruppiert, liegt überwiegend in der Talaue des Waldbachs sowie auf dessen sanft ansteigendem Nordhang. An der Nordwestgrenze der Gemarkung, bereits jenseits der das Gemeindegebiet durchquerenden Autobahn (A6), liegt am Fuß eines Keuperhöhenzugs Siebeneich. Der Ort erstreckt sich beiderseits entlang des Schwabbachs; die Hänge sind von Weinbergen gesäumt. Der Weiler Weißlensburg an der Nordgrenze der Gemarkung gliedert sich in zwei durch eine alte Brettachbrücke verbundene Ortsteile. Das sogenannte Mühldörfle liegt südlich der Brettach in der Talaue, das sogenannte Oberdorf auf dem gegenüberliegenden Prallhang des Flusses. Südöstlich des Weilers befindet sich ein großer Steinbruch, der als einziger von ehedem sieben Steinbrüchen noch betrieben wird. Weißlensburg markiert zugleich den tiefsten geographischen Punkt der Gemeinde mit 210 m über Normalnull.

Wappen von Bretzfeld

In Gold (Gelb) unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine rote Weintraube, von deren Stiel beiderseits je ein rotes Rebblatt ausgeht.

Beschreibung Wappen

Nachdem schon 1972 Rappach in die frühere Gemeinde Bretzfeld eingegliedert worden war, entstand am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der letzteren mit Adolzfurt, Bitzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Rappach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach und Waldbach die neue Gemeinde Bretzfeld. Diese legte ein Wappen fest, das den Weinbau und die frühere württembergische Landeszugehörigkeit als Gemeinsamkeiten fast aller ihrer Ortsteile anspricht. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat das Wappen und die Flagge am 17. Februar 1976 verliehen.

GND-ID:
  • 4130832-3