Unterkochen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1136 [um 1136]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Das am Austritt des Kochers aus der Schwäbischen Alb liegende Dorf gehört zur Industriegasse des Kochertals und zeigt ringsum typische Wachstumsspitzen der jüngsten Zeit. Im Süden sind es die Wohngebiete »Steinschelle« (1950/60), »Äußere Steinschelle« (1953/72), »Ebnater Straße/Am Viehtrieb« (1960/66), im Westen »Langäcker« (1950/60), im Norden »Heulenberg« (1955/78), »Brandweg« (1960/64) und im Оsten »Waldhäuser Straße« (1952/63), »Kutschenweg« (1970/78). Das Industriegebiet (1965/78) liegt westlich der Bundesbahn im Westen.
Historische Namensformen:
  • Cochon 1136 [um 1136]
  • Cochen 1147
  • Chochen 1248
Geschichte: Um 1136 Cochon, 1147 Cochen, 1248 Chochen (nach dem Fluß). Von der mittelalterlichen, in eine vorgeschichtliche Befestigungsanlage eingebauten Kocherburg (1300: Castrum Kochenburch) östlich über Unterkochen und dem an ihrer Stelle 1627 neu erbauten Schloß sind nur dürftige Mauerreste zwischen den Felsen erhalten. Unterkochen ist alter Besitz der um 1136 erstmals erwähnten Herren von Kochen, die wohl auf der Kocherburg saßen. Ihnen folgten die Ahelfingen, die 1317 die von Öttingen zu Lehen gehende Burg »unter dem Berg zu Kochenberg« mit Besitz im Dorf Unterkochen an Ellwangen vertauschten. Die Burg war fortan Sitz des Obervogts des ellwangischen Oberamt Kochenburg. Sie wurde 1627 neu erbaut, 1645 von den Schweden völlig zerstört. Danach wurde in Unterkochen ein Amtshaus erbaut, in dem bis 1877 das Württembergische Kameralamt untergebracht war. 1335 — 1465 saß im Ort die adelige Familie Malse (Wappen: Widderkopf), deren Besitz an Ellwangen kam. Unterkochen fiel 1802 an Württemberg und gehörte seither zum Oberamt, seit 1938 Landkreis Aalen. — Die im Braunen Jura vorkommenden Eisenerze wurden in Ober- und Unterkochen seit 1518 durch private Unternehmer, seit 1557 durch Württemberg verhüttet, das aber wegen der Schwierigkeit des Erztransports seine Werke in Ober- und Unterkochen 1614 an Ellwangen verkaufte. Die Propstei konzentrierte den Abbau auf Wasseralfingen und ließ um 1630 die Hammerschmiede in Oberkochen einstellen, so daß nur eine solche in Unterkochen blieb. Mit dem Übergang an Württemberg kam 1802/03 auch dieses Werk in den Besitz des Staates, der es nach Wasseralfingen verlegte. Die hiesige Papierfabrikation geht sehr wahrscheinlich auf Papiermühlen des 16. Jahrhunderts zurück; im 18. und 19. Jahrhundert hatten die hier erzeugten Papiere einen guten Ruf.

Name: Kocherburg
Datum der Ersterwähnung: 1300

Ersterwähnung: 1248
Kirche und Schule: Die 1248 erstmals erwähnte Pfarrkirche St. Maria (so 1425) wurde 1328 dem Kloster Ellwangen inkorporiert. — Katholische Pfarrkirche, hochgotischer Chor, Schiff spätgotisch von 1511, barockisiert 1765, Deckengemälde in Rokoko von Johann Anwander. Spätgotisches holzgeschnitztes Gnadenbild Marias auf der Mondsichel; außen ein frühbarockes heiliges Grab und ein Ölberg des 17. Jahrhunderts. Die neben der Kirche stehende Barbarakapelle von 1429 wurde 1852 in ein neues Schulhaus eingebaut. Nach 1945 Errichtung einer evangelischen Pfarrei; Pfarrkirche 1960 erbaut.
Patrozinium: St. Maria / St. Barbara (Kapelle)
Ersterwähnung: 1425

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