Hohenstaufen (Burg) - Wüstung 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Wüstung
Liegt auf Gemarkung: Hohenstaufen
Ersterwähnung: 1079

Historische Namensformen:
  • Stoyphe 1079 [geschrieben 1157]
  • Stoupha 1164 [Kopialüberlieferung 1473]
  • Stuophe 1171
Geschichte: Die um 1070 erbaute Burg Hohenstaufen — vor 1079 (geschrieben 1157) Stoyphe, 1164 (Kopialüberlieferung 1473) Stoupha, 1171 Stuophe. Sie wurde von einem vornehmen Herrn namens Friedrich erbaut, der auf ihr wohnte, sich nach ihr nannte, 1079 von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt wurde und des Kaisers Tochter Agnes zur Gemahlin erhielt. Entgegen älterer Ansicht hatte des Erbauers Vater als Pfalzgraf das zweithöchste Amt Schwabens inne, während der Großvater und vielleicht auch der Urgroßvater Grafen des Riesgaus waren. Der Besitz dieses Hauses im Fils- und Remstal scheint durch eine Heirat erworben worden zu sein. Die Staufer stellten die schwäbischen Herzöge bis 1268 und hatten den deutschen Thron 1138-1254 inne; sie starben 1268 mit Konradin im Mannesstamm aus. Inhaber der Burg war der jeweilige Herzog von Schwaben; als Herzogsburg hatte sie bis in die Zeit Philipps von Schwaben große Bedeutung. Von Kaiser Friedrich I. ist 1181 ein Aufenthalt bekannt; 1208 starb hier Irene, die Witwe des kurz zuvor ermordeten Königs Philipp. Seit 1171 lassen sich zur Reichsministerialität zählende Burgmannen (castellani) aus wenigstens zehn Familien nachweisen, die teilweise auch Verwaltungsämter als Vogt (advocatus) oder Richter (iudex) bekleideten. Vermutlich bald nach 1246 ging der Hohenstaufen den Staufern verloren; vielleicht war er in württembergischen Händen. König Rudolf von Habsburg zog Hohenstaufen ans Reich — im Rahmen der niederen Landvogtei wurde er von Burgvögten verwaltet. Graf Eberhard der Erlauchte von Württemberg eroberte 1319 die Reichsburg und erhielt sie samt dem Amt als Reichspfandschaft. Karl IV. ließ sich Hohenstaufen 1360 abtreten, um die Burg schon wieder 1366 an Habsburg als Pfandschaft zu geben. Als österreichische Afterpfandschaft kam Hohenstaufen 1370 an die von Rietheim, 1376 an Württemberg, bei dem es in dieser Rechtseigenschaft, von zwei kurzen Unterbrechungen abgesehen, auf die Dauer blieb. Von 1427 bis 1470 hatten verschiedene Adelsfamilien als württembergisches After-Afterpfandherren die Burg inne. Der niederadelige Jörg Staufer von Bloßenstaufen brachte 1520 Burg und Amt Hohenstaufen an sich. Während seiner Abwesenheit im Heer des Schwäbischen Bundes eroberten aufständische Bauern des Gaildorfer Haufens 1525 die nur schwach besetzte Burg und brannten sie nieder. 1636-1648 gehörte Hohenstaufen im Rahmen des Amts Göppingen zu Österreich. Wegen des unsicheren Rechtstitels war der Hohenstaufen nicht wieder aufgebaut worden. Die letzten Burgreste wurden 1736 abgetragen — die von Herzog Karl Alexander geplante Landesfestung blieb jedoch in den Anfängen stecken.

Name: Burg Hohenstaufen.
Datum der Ersterwähnung: 1070

GND-ID:
  • 7822921-2
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