Hochstift Worms

Der ehemalige Hof des Wormser Domstifts in Bad Wimpfen (FaBi Kreisbeschreibung HN)
Der ehemalige Hof des Wormser Domstifts in Bad Wimpfen (Landesarchiv FaBi Kreisbeschreibung HN)

Nur mit Einschränkung lässt sich im Falle des Bistums Worms überhaupt von einem Territorium sprechen. Die großzügige Ausstattung in der sächsischen Kaiserzeit durch die Abtei Mosbach, Forsten im Odenwald und am Neckar und die Grafschaften im Lobdengau und in der Wingarteiba wurde in der Stauferzeit zum Nährboden weltlicher Gewalten, am unteren Neckar der Pfalzgrafen als Erben der Hochstiftsvögte aus dem Hause Saarbrücken und im Neckartal und Elsenzgau der Stauferkönige. Nicht einmal, die alten, schon auf fränkische Zeit zurückgehenden Zentren Ladenburg und Wimpfen konnten auf die Dauer gehalten werden. Nach der Auseinandersetzung mit der Stadt Worms war zwar Ladenburg Residenz geworden, doch musste sich dort der Bischof von 1375 an mit dem Pfalzgrafen in die Herrschaft teilen. Aus dem pfälzischen Schutz, in den ihn die Gegnerschaft der Stadt getrieben hatte und der sich beinahe zu einer Eingliederung des Hochstifts ins pfälzische Territorium entwickelte, konnte der Wormser Bischof nur unter Mühen in der Reformationszeit ausbrechen.

Familienwappen des Fürstbischofs Friedrich von Domneck
Familienwappen des Fürstbischofs Friedrich von Domneck am Bischofshof (Quelle: Landesarchiv BW)

Fortan hielt sich das Hochstift nur in engster Anlehnung und Personalunion Kurmainz. Als in der Pfalz wieder katholische Herrscher regierten, kam 1705 ein Vertrag zustande, der fast alle rechtsrheinischen Besitzungen an die Pfalz gegen linksrheinische Äquivalente abtrat. Danach war das Bistum im Gebiet des heutigen Bundeslandes nur noch mit einzelnen heimgefallenen Dörfern und dem Stift Wimpfen vertreten.

(Quelle: Bearbeitete Fassung aus dem Abschnitt Landesgeschichte, in: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Band I, Stuttgart, 2. Aufl. 1977)