Bergstraße

(Naturraum Nr. 226)

Die Bergstraße in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW
Die Bergstraße in der Großlandschaft Oberrheinisches Tiefland und Rhein-Main-Tiefland - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Ebenfalls zum Nördlichen Oberrhein-Tiefland gehört die naturräumliche Haupteinheit Bergstraße, an der wiederum das Land Baden-Württemberg nur einen kleinen Anteil hat. Von der nördlichen Landesgrenze bis zur Kernstadt von Heidelberg säumt sie als langer, schmaler Streifen im Westen den Odenwald (Naturräume 144 und 145) und schiebt sich damit zwischen diesen und die Hessische Rheinebene (Naturraum 225), die Neckar-Rheinebene (Naturraum 224) und die Hardtebene (Naturraum 223). Auf einem Höhenniveau von rd. 105 m über NN liegend, umfasst der Naturraum den etwa 1 bis 2 km breiten Gebirgsfuß des Odenwaldes, der, von Bächen durchzogen, aus eiszeitlichen Terrassen, Schwemmkegeln und Gehängeschutt aufgebaut wird und von einem dicken Lössmantel umhüllt ist. Die Böden sind dementsprechend überdurchschnittlich fruchtbar und lediglich in den unteren Übergängen zum Oberrheinischen Tiefland als Schwemmlöss stärker entkalkt und verlehmt. Dies macht die Bergstraße zu einem altbesiedelten Gebiet, das sich zudem durch eine außerordentliche Klimagunst auszeichnet. Die Wärme des Oberrheintals kommt hier besonders zum Tragen, wobei speziell die Hänge lang und intensiv von der Sonne bestrahlt werden und eine geringe Frostgefährdung aufweisen. Generell liegen die klimatischen Sommer- und Winterextreme erheblich weniger weit auseinander als sonst am Oberrhein. Die Niederschläge erreichen ca. 750 bis 800 mm pro Jahr.

Weinheim an der Bergstraße - Quelle LMZ BW
Weinheim an der Bergstraße - Quelle LMZ BW

Die intensive Bewirtschaftung hat von den ursprünglichen wärmeliebenden, lichten Laubwäldern ­– in der auch die Edelkastanie zuhause ist und wo an sonnigen Süd- und Westhängen typische Steppenheide- und damit Trockenrasenpflanzen gedeihen – nur mehr Reste übriggelassen. Stattdessen sind schon früh größere Parkflächen mit wärmeempfindlicher, fremdländischer Vegetation angelegt worden, unter denen der Exotenwald bei Weinheim – ein ausgedehntes Arboretum – besonders zu erwähnen ist. Vor allem aber kommt dem Gartengemüse- sowie speziell dem Obstanbau herausragende Bedeutung zu, zumal hier frühe und frostempfindliche Arten sicher zur Reife gebracht werden können. Die Anbaupalette umfasst neben Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Kirschen auch Aprikosen, Pfirsiche, Feigen, Mandeln und Nüsse. Für die Blütenpracht im Frühling ist die Bergstraße überregional bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Schließlich gehört die Bergstraße zu den bedeutenden Qualitätsweinbaugebieten, in welche die Odenwaldhänge bis in eine Höhe von 250 m über NN einbezogen sind.