Hochschwarzwald

(Naturraum Nr. 155)

Der Hochschwarzwald in der Großlandschaft Schwarzwald - Quelle LUBW
Der Hochschwarzwald in der Großlandschaft Schwarzwald - Quelle LUBW (zur Vergrößerung bitte klicken)

Der Hochschwarzwald ist der tektonisch am höchsten herausgehobene südlichste Teil des Schwarzwalds, der mit dem Feldberg bis auf 1493 m über NN aufsteigt. Die große naturräumliche Einheit, die zusätzlich durch ihren freiliegenden kristallinen Untergrund sowie durch ihr rheinorientiertes Gewässernetz gekennzeichnet ist, reicht vom Hochrheingebiet im Süden, von wo aus aufsteigende Buntsandsteinschollen (Weitenauer Bergland) aber auch das Kristallin des Hotzenwaldes zum eigentlichen Hochgebiet des Schauinsland-Feldberg-Sockels überleiten, nach Norden bis zur Elz. An den Ausläufern des Rohrhardsbergmassivs bei Elzach-Oberprechtal schlägt der Elzlauf einen auffallenden Bogen und folgt von dort – als Begrenzungslinie der Einheit – einer strukturbestimmenden, nordost-südwestgerichteten Verwerfung bis Waldkirch. Nach Osten geht der Hochschwarzwald in den Südöstlichen Schwarzwald (Naturraum 155) über, der sich insbesondere durch die danubische Orientierung seiner Flüsse auszeichnet. Im Südosten wird er vom Alb-Wutach-Gebiet (Naturraum 120) abgelöst, in dem vor allem Muschelkalkschichten Untergrund und Relief bestimmen. Besonders scharf ausgebildet ist die Grenze nach Westen zum Einbruch des Oberrheingrabens mit dem Steilabfall zur Oberrheinischen Tiefebene.

 
Der Feldberg mit Feldsee - Quelle LMZ BW
Der Feldberg mit Feldsee - Quelle LMZ BW

Die hohe Reliefenergie und die dadurch bedingte intensive Zertalung halfen – auf der Basis tektonischer Verstellungen beim Hebungsprozess – die markanten Berge des Hochschwarzwaldes (Belchen 1414 m; Schauinsland 1284 m; Blauen 1165 m) am Saum zum Oberrheingebiet herauszumodellieren. Diesem stark zerschnittenen und kräftig nach Osten ausgreifenden Südlichen Kammschwarzwald steht weiter im Osten der weniger zerfurchte Südliche Hochflächenschwarzwald gegenüber. Er repräsentiert hier weitflächig die deckgebirgsfreie prätriadische Landoberfläche, die im Westen zuvorderst noch in der Feldberg-Schauinsland-Verebnung zutage tritt. Zahlreiche Erz- und Porphyrgänge durchziehen den ganzen Naturraum, an denen im Mittelalter ergiebiger Silberabbau stattfand. Das Bergland wurde tiefgreifend von Riß- und Würmeiszeit überformt, deren Zeugnisse eindrucksvoll erhalten blieben in Karseen (Feldsee,  Nonnenmattweiher), Felsschutthängen, Moränendecken, markanten Moränenwällen, welche immer wieder Seen aufstauen (u. a. Titisee), oder in weiten Schotterfeldern, wie etwa in der mächtigen Auskleidung des tektonisch angelegten Zartener Beckens. Verschiedene ausgedehnte Naturschutzgebiete versuchen neben den Landschaftsformen vor allem auch die Relikte der eiszeitlichen Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Von der Plateauvergletscherung der Hochflächen flossen mächtige Talgletscher ab, welche die großen Muldentäler im Südschwarzwald (Dreisamtal, Münstertal, Wiesental, Wehratal) gestalteten, die zu den wichtigsten Erschließungsachsen des Gebirges wurden. Die nahezu durchgängige Bewaldung des weithin kühl-feuchten Naturraums (Niederschläge zwischen 850 bis unter 2000 mm) umfasst Eichen-Buchen-Bestände in den unteren Regionen, montane Tannen-Buchen-Formationen darüber und Tannen-Fichten-Wälder in den Hochlagen. Nur die Gipfelregionen, u. a. am Belchen und insbesondere auf dem Feldberg, sind vor allem wegen der extremen Winde baumfrei. Ackerbau findet nur vereinzelt in klimabegünstigten, flachen Bereichen statt, sonst herrscht Grünlandwirtschaft vor. Waren ursprünglich das Wald- und Holzgewerbe (Glasbläserei, Schneflerei im Hotzenwald) sowie später die Textilindustrie (Wiesental) bedeutenden Wirtschaftsfaktoren im Hochschwarzwald, spielen heute Fremdenverkehr und Erholungseinrichtungen (Luftkurorte) die zentrale Rolle, die z. T. kräftige Siedlungsausdehnungen zur Folge haben. 

Weiterführende Informationen zu diesem Naturraum finden Sie unter dieser URL im Webangebot der LUBW.