Leinecksee – Hochwasserrückhaltebecken Leineck

Das Hochwasserrückhaltebecken Leineck, auch als Leinecksee bekannt, liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Alfdorf im Rems-Murr-Kreis und gehört zum Wasserverband Kocher-Lein, Quelle: LGL BW
Das Hochwasserrückhaltebecken Leineck, auch als Leinecksee bekannt, liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Alfdorf im Rems-Murr-Kreis und gehört zum Wasserverband Kocher-Lein, Quelle: LGL BW

Das Hochwasserrückhaltebecken Leineck, auch unter dem Namen Stausee Leineck oder Leinecksee bekannt, liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Alfdorf im Rems-Murr-Kreis. Es handelt sich um einen dem Hochwasserschutz dienenden Stausee, der die von Westen kommende Lein anstaut. Das Rüchhaltebecken liegt etwa 1,5 km westlich des Hauptortes Alfdorf und ungefähr 700 m nordöstlich des Ortsteiles Pfahlbronn.

Der Leineck-Stausee wurde 1962 durch den Wasserverband Kocher-Lein als Rückhaltebecken für den Hochwasserschutz im Leintal und dem anschließenden mittleren Kochertal errichtet. Er ist Teil einer Kette von insgesamt 11 Hochwasserrückhaltebecken entlang der Lein, die auf Initiative des Verbands entstanden und von diesem bis heute betrieben werden.

Schon früh, wie etwa in der Oberamtsbeschreibung Gmünd von 1870 wurde über die Hochwasser der Lein berichtet, deren Wirkung sich bis in das mittlere Kochertal entfaltete. Ursächlich hierfür sind die Reliefverhältnisse in Verbindung mit oft starken Niederschlägen, die zu hohen Abflussmengen führen. Eine weitere Gefahr stellen schneereiche Winter im waldreichen Einzugsgebiet der oberen Lein dar. Fällt die Schneeschmelze mit hohen Frühjahrsniederschlägen zusammen, entstehen bedrohliche Wassermassen.

Die im Becken Leineck aufgestaute Lein entspringt im Welzheimer Wald in der Nähe der Gemeinde Kaisersbach beim Eulenhof. Von hier fließt der kleine Fluss zunächst in südöstlicher, dann südlicher Richtung durch ein größeres Waldgebiet und erreicht schon nach etwa 4 km den Aichstrut-Stausee. Er verläßt den kaum 500 m langen See an seinem südlichen Ende, passiert im weiteren Lauf die Stadt Welzheim auf ihrer östlichen Seite und knickt schließlich bei dem zur Gemeinde Alfdorf gehörenden Haghof nach Osten ab. Diese Richtung behält die Lein bis Heuchlingen bei. Auf der Höhe von Pfahlbronn durchfließt sie das etwa 700 m lange Leineck-Rückhaltebecken. Etwa einen Kilometer nordwestlich des Leinecksees liegt der Eisenbachsee. Auch dieser ist ein Rückhaltebecken, in dem der zur Lein fließende Eisenbach aufgestaut wird. Beide Becken sind miteinander verbunden. Unterhalb des Leinecksees, zwischen der Leinecksmühle und dem Zufluss der Rot bei der Voggenberger Sägmühle, bildet der Fluss einen nach Nordost ausgreifenden, stark mäandrierenden Bogen, der auf der Höhe des Tennhöfle in südöstlicher Richtung zurückschwenkt, um sich nach Mutlangen direkt gen Osten zu bewegen. Hinter Heuchlingen ändert das Flüsschen nochmals seinen Weg Richtung Nordosten und mündet bei Abtsgmünd in den Kocher.

Der Hochwasserverband Kocher-Lein mit Sitz in Abtsgmünd wurde nach langen, teils bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückreichenden Planungen im März 1957 gegründet, nachdem im Jahr zuvor erneut ein Hochwasser im Leintal zu erheblichen Schäden geführt hatte. Verbandsmitglieder sind neben den Landkreisen Ostalb, Rems-Murr und Schwäbisch Hall 18 Gemeinden aus dem Einzugsbereich des Kocher und der Lein. Aufgaben des Verbandes sind die Regelung des Wasserabflusses von Kocher und Lein durch Hochwasserrückhaltung sowie die Durchführung von Umweltschutz-, Naherholungs- und Landschaftspflegemaßnahmen. Der Verband unterhält die Rückhaltebecken Aichstrut, Eisenbach, Leineck, Hagerwald, Hüttenbühl, Reichenbach, Täferrot, Rehnenmühle, Götzenbach, Federbach und Laubach mit einem Gesamtstauraum von 13,955 Millionen Kubikmetern Wasser.

Das Hochwasserrückhaltebecken wurde 1959 bis 1962 durch den Verband Kocher-Lein errichtet. Der Absperrdamm erstreckt sich am südöstlichen Ende des Sees in dem sich hier zu einer Art Becken erweiternden Tal zwischen dem 494,4 m hohen Röteläcker im Norden und der Leinhalde. Der Damm hat eine Höhe von 14 m über der Gründungssohle und eine Kronenlänge von ungefähr 180 m. Wie bei den meisten Rückhaltebecken des Verbandes wurde die Abdichtung mit Asphalt ausgeführt. Die Wasserfläche des so entstandenen Stausees, der einen Einzugsbereich von 31,9 Quadratkilometern hat, ist im Dauerstau rund 4,9 Hektar groß mit einem Speicherinhalt von 70.000 Kubikmetern Wasser; bei Hochwasser können auf einem Niveau von 453,63 m über NN bis zu 2,18 Millionen Kubikmeter Wasser eingestaut werden. Die Wasserfläche vergrößert sich dann auf bis zu 35 Hektar. 1998 wurde die Stauanlage modernisiert und neuen Anforderungen angepasst. 2003 erfolgte eine Sanierung der Asphaltoberflächendichtung.

Durch die Lage im Welzheimer Wald mit ausgedehnten Gehölzen entlang der Ufer bietet der Leineck-See eine landschaftlich reizvolle Umgebung und ist daher ein wichtiges Naherholungsgebiet. Der See kann für verschiedene Freizeitaktivitäten genutzt werden. Vom Wasserverband wurde auch die notwendige Infrastruktur mit Wander- und Radwegen, Parkplätzen, öffentlichen Grillplätzen und einem Spielplatz sowie einem Restaurationsbetrieb geschaffen.

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