Das Albbecken

Die Talsperre im Albtal auf einem Foto von Willy Pragher, 1953, Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 026058b
Die Talsperre im Albtal auf einem Foto von Willy Pragher, 1953, Quelle: Landesarchiv BW, StAF W 134 Nr. 026058b

Das auch als Albstausee oder Albtalsperre bezeichnete Albbecken ist ein Stausee im Albtal, der als Wasserspeicher in der Kraftwerkskaskade der Schluchseewerke dient. Er liegt überwiegend auf dem Gebiet der Gemeinde St. Blasien im Landkreis Waldshut im Südschwarzwald. Nur ein kleiner Teil im Westen sowie der größte Teil der Staumauer entfällt auf das Gebiet der benachbarten Gemeinde Dachsberg. Der Stausee befindet sich südlich des Ortes in dem hier engen Albtal; die Gewerbebebauung der Gemeinde erstreckt sich inzwischen bis fast an den See. Die Staumauer wurde südlich an einer Engstelle zwischen dem Brunnenloch im Westen und dem Steigwald im Osten errichtet. Es handelt sich um eine Schwergewichtsmauer mit 152 m Kronenlänge und einer Dammhöhe von 28,2 m.

Das Albbecken wurde noch während des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1941 fertiggestellt. Das Bauwerksvolumen beträgt rund 25.000 Kubikmeter. Der aufgestaute Stausee ist rund 1,6 km lang und aufgrund des langgestreckten engen Tales nur bis zu 320 m breit. Bei Volleinstau können bei einem Stauziel auf 736,5 m über NN bis zu 2,19 Millionen Kubikmeter Wasser eingestaut werden.

Das Wassereinzugsgebiet des Albbeckens umfasst eine Fläche von etwa 105 Quadratkilometern. Der früher zur Unterscheidung von der Alb im Nordschwarzwald auch Hauensteiner Alb genannte Fluss bildet sich aus dem Zusammenfluss der Menzenschwander Alb und der Bernauer Alb nördlich der Galgenmatt (786,5 m), etwa 3,5 km nördlich St. Blasiens. Nachdem die Alb die Gemeinde und das angrenzende Gewerbegebiet durchflossen hat, tritt sie südlich in das hier aufgestaute Albbecken ein. Die Wasserkraft der Alb wurde schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts genutzt. Ungefähr auf Höhe der Anlagen des ehemaligen Klosters St. Blasien zweigen im Ort Kanäle zur ehemaligen Spinnerei St. Blasien und zur früheren Badischen Gewehrfabrik ab. Das Wasser der Alb trieb zeitweilig bis zu sieben Wasserräder an. 1832 wurde hier die erste in Europa verwendete Überdruckturbine des französischen Ingenieurs Benoȋt Fourneyron mit 40 PS Leistung und 2300 Umdrehungen eingebaut. Fourneyron gewann für diese bahnbrechende Entwicklung im folgenden Jahr einen seit 1826 ausgelobten Preis der Société d`encouragement für eine Turbinenentwicklung. Die auch heute in den Wasserkraftwerken z.B. der Schluchseewerke verwendeten Francis-Turbinen sind eine technische Weiterentwicklung dieser Konstruktion.